Gänsewachtprotokoll 2013/2014 im NSG „Petkumer Deichvorland“ an der Ems: der alljährliche Jagdskandal

Abendlicher Gänseeinflug in die Schlafplätze am Dollart/ Nationalpark Niedersächsiches Wattenmeer

Gänsewacht im NSG Petkumer Deichvorland, oder: „Alljährlicher Jagdskandal am Nonnengansschlafplatz“

von Eilert Voß, Widdelswehr

Jagdperiode: 01. November 2013 bis 15. Januar 2014

Vorwort und Dank

Im fünften Jahr organisierten Mitarbeiter ostfriesischer Initiativen und Umweltgruppen für den Schutz des Nonnengans-Schlafplatzes von Petkum die so genannte „Gänsewacht“. Anlass sind regelmäßige Beschießungen arktischer Gänsebestände, die in der Dämmerungszeit zwischen dem Dollart und den Äsungsgebieten der Unterems hin- und herpendeln. Ein jährlich sich wiederholender Freizeitspaß von Gänsejägern, die Vogelbestände der Nordhalbkugel am Weltnaturerbe „Dollart“ unter Schrotfeuer zu nehmen. Dass bei der unerträglichen Naturnutzung nicht nur jagdbare Vogelarten verscheucht, getötet oder schwer verletzt werden, ist Politikern, Behördenvertretern und Wissenschaftlern seit Jahren bekannt und wird im privaten Gespräch niemals bestritten.

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Wasservogeljagd in Schutzgebieten: Gänsewachtbericht 2009-2013 liegt vor

Eilert Voß hat wieder einmal in der vergangenen Wasservogeljagdsaison jeden Schuss im und am Naturschutzgebiet „Petkumer Deichvorland“ an der Ems, Teil eines EU-Vogelschutzgebietes, dokumentiert. Sein aktuelles Protokoll 2012-2013 und die älteren Protokolle seit 2009 sind auf der WebSeite der Gänsewacht als .pdf-Datei abgelegt. weiter »

Wasservogeljagd in EU-Vogelschutzgebieten: Pressetermin der Grünen in Petkum an der Ems

Pressekonferenz der Grünen im Sielwärtergebäude von Petkum

Wasservogeljagd in EU-Vogelschutzgebieten: Pressetermin der Grünen in Petkum an der Ems

Mit Naturschutzthemen tut sich die Lokalpresse oft schwer, wie der Pressetermin am 06. Januar 2012 in Petkum bei Emden an der Ems zum Thema Gänsejagd in EU-Vogelschutzgebieten wieder einmal beweist. Eingeladen hatten die Grünen aus Emden, die den stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der niedersächsischen Landtagsfraktion und naturschutzpolitischen Sprecher der Grünen, Christian Meyer, nach Petkum geholt hatten, um sich ein Bild vom Ort des Geschehens zu machen.

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Ems: Überführung „AIDAsol“: Gaffer ohne Grenzen in Schutzgebieten

EU-Vogelschutzgebiet und Musikdampfer "AIDAsol": Gänse auf der Flucht

Das gewohnte Bild: Die Meyer Werft in Papenburg überführte am 11. März  ihren Neubau „AIDASol“ über die viel zu enge Ems an die Küste.

Diesmal ohne Feuerwerk wie auf der „Disney Dream“ (es war ja auch noch hell), ohne Musik (die wurde aus „Naturschutzgründen“ vom Landkreis Leer von Bord der Meyer Schiffe ohnehin verboten), aber mit häufigen und völlig unnötigem Gebrauch des Schiffs-Typhons zur Begrüßung der Schaulustigen, die die Emsufer säumten. Diese dem Dickschifffaszinosum erlegenen Gaffer kannten in ihrer maritimen Seh-Geilheit im wahrsten Sinne des Wortes keine Grenzen:

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Nebeljagd in Schutzgebieten an der Ems: Protokoll der Zugvogelhatz

 

Naturschutzgebiet "Petkumer Deichvorland" an der Ems, Wasservogeljagd im Nebel, Foto: Voß

Die Wasservogeljagd im Natur-und EU-Vogelschutzgebiet „Petkumer Deichvorland“ (und in anderen Schutzgebieten an der Ems!) bei Emden geht unverdrossen weiter, die dortigen Schießer stören sich nicht an moralischen oder jagdethischen Bedenken, die viel zitierte „Waidgerechtigkeit“ ist eine leere Worthülse. Es  jagt sich wohl viel leichter ohne diesen Ballast auf die Zugvögel, man beruft sich darauf, dass die Jagd ja „legal“ sei, obwohl man die Arten bei diesem Licht nicht unterscheiden kann. Eilert Voß war wieder auf „Gänsewacht“ und hat das Treiben in der Dunkelheit und im dichten Nebel dokumentiert.

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Golfplatz Ostbense (LK Wittmund) im Vogelschutzgebiet: Idee wurde in Kneipe geboren

Gänse über Ostbense (östlich Bensersiel, LK Wittmund), Foto (C): Knake

In Ostbense (Samtgemeinde Esens, Gemeinde Neuharlingersiel, LK Wittmund) wurde ein Golfplatz mit Golfhotel zunächst illegal im „faktischen Vogelschutzgebiet“ Norden-Esens am deichnahen Bereich nah am Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer geplant. Der Wattenrat legte daraufhin bereits 2003 Beschwerde bei der EU-Kommission ein. Nach dem erfolglosen Versuch des Landes Niedersachsen, das Gebiet nicht als EU-Vogelschutzgebiet ausweisen zu lassen und sogar in Gänze zu verhindern (!), wurde Deutschland 2006 von der EU angewiesen, die unzureichende Gebietsmeldung nachzubessern.

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Ems-Impressionen: Fotogalerie

Flussuferläufer im Schlickwatt der Ems

Über die Ems, die Zerstörung des Flusssystem durch ständige tiefe Baggerungen für Schiffe der Meyer Werft, das Ems-Stauwerk (offiziell „Sperrwerk“ genannt) ist auf den Wattenratseiten schon viel berichtet worden. Über allen technischen Diskussionen der Flussvertiefung und den Ausbau und die Befestigung der Ufer sollte jedoch nicht vergessen werden, dass die Ems ein Lebensraum nicht nur für Fische, sondern auch für die ungezählten Zugvögel aus Nordeuropa und Asien ist.

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Ems: Klage gegen Aufnahme von Schutzgebieten abgewiesen

Säbelschnäbler an der Ems

Die Ems mit ihren Uferbereichen ist ein wichtiger Vogellebensraum für Brut- und Rastvögel. Daher gab es schon früh Bestrebungen, Bereiche der Ems als EU-Vogelschutzgebiet innerhalb des europäischen Natura-2000-Schutzregimes (Flora-Fauna-Habitat- und Vogelschutzgebiet) auszuweisen. Als „Besonderes Schutzgebiet“ von Deutschland gemeldet wurden bereits unzusammenhängende Bereiche von Rhede bis Emden, dazwischen liegen „faktische Vogelschutzgebiete“ mit einer hohen Wertigkeit als Vogellebensräume, die aber noch nicht gemeldet wurden. Als Bremser haben sich besonders die Landkreise Emsland, Leer und die Städte Papenburg und Emden hervorgetan.

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„Disney Dream“-Überführung: Anzeige wegen des Verstoßes gegen die Naturschutzverordnung

"Disney Dream": bunte und laute Vogelscheuche im EU-Vogelschutzgebiet

Der Wattenrat Ost-Friesland hat anlässlich der Überführung des Kreuzfahrtschiffes „Disney Dream“ von der Meyer Werft in Papenburg an die Nordsee Anzeige beim Landkreis Leer wegen des Verstoßes gegen die Naturschutzverordnung im Naturschutzgebiet „Emsauen zwischen Ledamündung und Oldersum“ erstattet. weiter »

Ems: Überführung „Disney Dream“: Albtraum für Vögel im EU-Vogelschutzgebiet, Feuerwerk an Bord

Keine Fotomontage: "Disney Dream" bei Oldersum

Unser Mitarbeiter Eilert Voß legte mal wieder eine Nachtschicht an der kalten Ems ein, diesmal um die Überführung des Meyer-Dickschiffes „Disney Dream“ vom binnenländischen Papenburg an das seeschifftiefe Wasser zu dokumentieren. Vor einigen Tagen hatte er bereits eine Aktion für die BI „Rettet die Ems“ vorbereitet. Die Eindrücke, die er von der Störung der Vogelwelt in ihrem EU-Vogelschutzgebiet mitbrachte, sind den Gaffern mit Sicherheit im Meyer-Wahn entgangen. An der Ems, Teil eines EU-Vogelschutzgebiets,  rasten zur Zeit abertausende Wat- und Wasservögel, die durch das Spektakel und die Suchscheinwerfer der Schlepper von ihren  Rastplätzen vertrieben wurden.

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