Fachagentur Windenergie an Land: purer Lobbyismus gegen den Artenschutz

Halber Bussard, Brutzeit 2014,  im Windpark Utgast/Holtgast/LK Wittmund/NDS

Halber Mäusebussard, Brutzeit 2014, im Windpark Utgast/Holtgast/LK Wittmund/NDS. Der Windpark steht direkt an einem EU-Vogelschutzgebiet und wird derzeit unter Missachtung der fachlichen und gerichtsfesten Abstandsempfehlungen mit noch höheren Anlagen „repowert“. Foto (C): Manfred Knake

Windkraft und Naturschutz, in diesem Falle der Artenschutz von Fledermäusen und Vögeln, vertragen sich nicht. Nicht nur, dass Rastvogellebensräume durch die riesigen Windkraftanlagen allein durch den enormen Scheucheffekt entwertet werden, auch der direkte Anflug an die Anlagen sorgt für eine große Zahl von Todesopfern, die aber nur unzureichend erfasst werden. Bei einem nachweisbaren „signifikant erhöhten Tötungsrisiko“, das sich aus dem Tötungsverbot des § 44 Bundesnaturschutzgesetz ergibt, dürfen die Anlagen nicht errichtet werden. Die Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten (LAGVSW) bastelte jahrelang am mehrfach überarbeiteten sog. „Hegoländer Papier“, in dem fachliche Abstandsempfehlungen unter Aufsicht der windkraftgeneigten Länderumweltministerien festgelegt wurden. Dieses Papier wurde lange unter Verschluss gehalten und zuerst beim Wattenrat veröffentlicht. Die darin festgehaltenen naturschutzfachlichen Empfehlungen werden von Gerichten bei strittigen Abständen anerkannt, entsprechende Urteile liegen vor. Die unersättliche Windlobby aber bohrt weiter, gegen das Investitionshemmnis „Helgoländer Papier“.
Die „Fachagentur Windenergie an Land“ macht aktuell mit einer Veranstaltung mobil: Das Helgoländer Papier 2015 – Rechtliche Einordnung und Implikationen für die Praxis. So sieht u.a. die Ankündigung aus: weiter »

Urteil: Abschaltung von Windkraftanlagen zum Schutz von Wiesenweihen rechtens

Greifvögel leben gefährlich: Wiesenweihenweibchen vertreibt ein Rohrweihenmännchen aus ihrem Brutrevier

Die Windenergienutzung in Deutschland ist entgegen weit verbreiteter Meinung nicht „ökologisch“. In Deutschland drehen sich derzeit ca. 25.000 Windkraftanlagen, in allen Landschaftsräumen von der Hochsee bis an die Alpen. Die Anlagen werden vorwiegend in bisher unbebauten Landschaftsteilen im „Außenbereich“ errichtet. Dadurch werden Lebensräume von Tieren, vor allem Vögel und Fledermäuse, z.T. erheblich beeinträchtigt. Nähmen die Verantwortlichen das Bundesnaturschutzgesetz oder die Umweltschadenhaftung ernster, wären viele Belastungen für Tiere (und Menschen als Anlieger) vermeidbar.

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Enercon intern: „Licht ins Dunkel“ des Windenergieanlagenherstellers

Enercon-40, die erste getriebelose Windkraftanlage

Enercon ist der Marktführer bei Windkraftanlagen. Der Hauptsitz der Firma ist in Aurich/Ostfriesland. Bisher war es nicht einfach, Licht in das Dunkel des weltweit verzweigten Unternehmens zu bekommen. Das hat die Redaktion der „Ostfriesischen Nachrichten“ in Aurich geschafft. Den nachfolgenden Beitrag haben wir im vollen Wortlaut von der ON übernommen, die Bilder sind vom Wattenrat und nicht Teil der Berichterstattung. Wir bedanken uns für die freundliche Genehmigung. Zu ergänzen wäre, dass Enercons Erfolg überwiegend auf dem „Erneuerbare Energie Gesetz“ beruht, das von allen Stromkunden eine Zwangsabgabe zusätzlich zu den Stromkosten fordert. Nur dieses Gesetz ist in Deutschland für den Boom der Wind-, Solar- oder Biogas-Energie verantwortlich. Den Betreibern garantiert das satte Subventionsgewinne zu Lasten aller Stromkunden, Tendenz weiter steigend. weiter »

NABU-Hessen: windiger „Kompromiss“ im EU-Vogelschutzgebiet, Geschäftsmodell „Klageverzicht gegen Bares“

NABU: windige Geschäfte für die "Energiewende" und gegen den Artenschutz

Das Geschäftsmodell einiger sog. „Naturschutzverbände“ mit dem Namen „Klageverzicht gegen Bares“ funktioniert mal wieder vorzüglich: Der NABU-Hessen hatte vor dem Verwaltungsgerichtshof Hessen gegen die Inbetriebnahme von Windkraftanlagen in einem EU-Vogelschutzgebiet bereits weitgehend Recht bekommen (Anlage .pdf: VGH Hessen_NABU_Wind). Wegen der Einhaltung des Artenschutzes musste der Betrieb von 5 WKA eingestellt werden. Nun ist wieder alles anders: Die Windkraftbetreiber boten dem NABU eine Zahlung von 500.000 € für einen „Fond“an, gegen einen Klageverzicht. Diesen Deal nennt man dreist einen „Kompromiss“ für den Artenschutz (siehe Presseerklärung des NABU Hessen vom 03. Dezember 2012 ganz unten). Jetzt dürfen die Anlagen weiterlaufen, im EU-Vogelschutzgebiet „Vogelsberg“, für die „Energiewende“, und die Windkraftbetreiber werden zu Artenschützern! weiter »

Deutscher Naturschutztag in Erfurt 2012: Energiewendehälse?

Wendehals, Foto (C): Rosl Rößner, www.birdpictures.de

Morgen, am 17. Sept. 2012, beginnt der 31. Deutsche Naturschutztag (DNT) in Erfurt. Das Leitthema heißt „Neue Energien – neue Herausforderungen, Naturschutz in Zeiten der Energiewende“. Einer der Veranstalter ist der „Deutsche Naturschutzring“ (DNR), der sich als „Dachverband der im Natur-, Tier- und Umweltschutz tätigen Verbände in Deutschland“ bezeichnet. Die „großen“ Naturschutzverbände wie BUND oder NABU haben sich in der Vergangenheit wenig kritisch zum Zubau der Republik mit Windkraftanlagen, derzeit ca. 23.000, befasst. Im Gegenteil: NABU und BUND sind auch Ökostrom-Vermittler und verdienen daran. weiter »

Der Bundesverband Windenergie und die Greifvögel: audiatur et altera pars

Rotierende "Kulturlandschaft" am Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, Brut- und Jagdgebiet von Weihen

Es ist immer wieder eine Freude, die WebSeiten der „Europäischen Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen“ (EGE) zu lesen. Sachkundig, nüchtern, manchmal beißend und witzig werden hier auch Naturschutzthemen vorgestellt, die sich nicht „nur“ um die Nachtgreife drehen. Diesmal haben die Eulenfreunde wieder die Windkraftindustrie in den Fängen. Es geht um Einkommensverluste der Windkraftbetreiber durch Greifvögel, die gar nicht so selten mit den Riesenpropellern kollidieren und so zu Tode kommen. Der „Bundesverband Windenergie“ (BWE), höchst aggressive Lobbyorganisation mit Weltklimarettungsanspruch mittels geflügelter Dynamos, will diese Tötungsdelikte nun am 17. November 2011 in Hannover  „interdisziplinär analysieren“. Es geht dem Verband immerhin um nichts Geringeres als das eigene Geld, wenn die Windkonverter für die geschützten, aber weitgehend unbekannten Greifvogelarten vorübergehend abgeschaltet werden müssen und der „Ertrag“,  die gesetzlich verfügte Zwangsabgabe aller Stromkunden aus dem Erneuerbaren Energien Gesetz, damit geringer ausfällt. Als Analyst und Referent ist wieder dabei Günter Ratzbor, gleichzeitig als Inhaber eines Planungsbüros Auftragnehmer der windigen Betreiberlobby und Kampagnenleiter des Deutschen Naturschutzringes (DNR) für mehr gesellschaftliche Akzeptanz  der Windenergienutzung, der auch schon auf den Wattenratseiten , wenn auch unfreiwillig, zu Wort kam (O-Ton beim eigentlich dem Naturschutz verpflichteten DNR: „In diesem Zusammenhang gilt es, unnötige Kosten in Form von Abschaltzeiten zu vermeiden“.)

Für die Nichtlateiner, oder die es inzwischen vergessen haben (auch der Autor musste nachschlagen): „audiatur et altera pars“ heiß nichts anderes als „man höre auch die andere Seite“ und ist ein Rechtsgrundsatz!

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