Ökologische Rauchzeichen

Rauchzeichen aus dem Windpark Utgast, Mai 2017, Foto: privat

Im Windpark Utgast bei Esens im Landkreis Wittmund/NDS wird derzeit „repowert“. Die abgängigen Tacke-Anlagen (TW-600) werden seit Monaten gegen die leistungsstärkeren – und lauteren – neuen Enercon E-70-Anlagen ausgetauscht. In der Bildmitte verabschiedet sich eine Tacke mit schwarzem Rauch. Das alte Getriebeöl, das jahrelang aus Leckagen in den Turm gelaufen ist, entzündete sich bei den Schweißarbeiten am Stahlturm und wird hier gerade nicht ganz „fachgerecht“ entsorgt, mit dem weithin sichtbaren Rauchzeichen. weiter »

Windkraft in Ostfriesland: Es reicht! Bericht von zwei Veranstaltungen – Streit der Windbarone

Neuschoo, LK Wittmund/NDS: geballter Protest gegen noch mehr Windenergie, 25. Juni 2015, Foto (C): Manfred Knake

Neuschoo, LK Wittmund/NDS: geballter Protest gegen noch mehr Windenergie, 25. Juni 2015, Foto (C): Manfred Knake

Die Gaststätte “Mittelpunkt” in Neuschoo im Landkreis Wittmund/NDS ist eigentlich bekannt für die Karnevalssitzungen, die hier in jedem Jahr großen Zuspruch finden. Aber auch ohne Karneval flogen auf dieser bemerkenswerten Informationsveranstaltung die Löcher aus dem Käse…

BI-Einladung gegen noch mehr Windenergieanlagen zusammen mit Vernunftkraft-Niedersachsen.de,  26. Juni 2015 in Neuschoo, Gaststätte Mittelpunkt, unvollständiges Gedächtnisprotokoll

von Manfred Knake

Vorweg:

Erneut wurde der „Anzeiger für Harlingerland“ als Lokalzeitung und Chronist der Ereignisse vermisst, es war, wieder einmal, die Presse nicht anwesend, obwohl der öffentliche Druck gegen immer mehr Windkraftanlagen für ganz wenige Profiteure immer größer wird. Aussage eines BI-Veranstaltungsteilnehmers: “Die wollen den Ball flach halten!” Nicht nur am 25. Juni in Fulkum/Holtgast anlässlich einerBürgerinformation“ der Gemeinde Holtgast (Kurzbericht ganz unten) zu „nur“ drei riesigen neuen Anlagen am Hartsgaster Tief, als die Holtgaster Ratsvertreter von den Einwohnern der Gemeinde ihr Waterloo erlebten; nein, auch gestern am 26. Juni in Neuschoo in der SG Holtriem wurde es sehr, sehr eng für den Samtgemeinderat von Holtriem (ohne Anwesenheit von SG-Bürgermeister Dirks!) . weiter »

Wattenmeer-Windpark „Nordergründe“ am Nationalpark Wattenmeer wird von Senvion gebaut, Anlagen mehr als 200 Meter hoch

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Windkraftanlagen in Vogelzuggebieten sind eigentlich nicht genehmigungsfähig, es sei denn, man schreibt die Gutachten „schön“. Bei unsichtigem Wetter verunglücken viele Vögel an Windkraftanlagen. Hier: Nonnengänse an der Ems, Wybelsumer Polder am Dollart, EU-Vogelschutzgebiet. Foto (C): Eilert Voß

Nun wird es ernst im niedersächsischen Wattenmeer: Der Bremer Projektierer „Energiekontor“ verkaufte das Projekt des geplanten Windparks „Nordergründe“ im Wattenmeer der Außenweser zwischen Wangerooge und Cuxhaven bereits 2013 an den Bremer Projektentwickler wpd. Käuferin ist eine Tochtergesellschaft der wpd Offshore GmbH. Der Vertrag über die Windturbinen wurde im Februar 2015 unterzeichnet.

Der Windpark soll nur ca. 570 Meter von den Grenzen des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer (Weltnaturerbe, EU-Vogelschutzgebiet,Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung, Biosphärenreservat) mit 18 Anlagen des Herstellers Senvion, über 200 Meter hoch, errichtet werden, genau in der Flugroute von abertausenden durchziehenden Vögeln. Das Land Niedersachsen hat diese Planungen als Near-Shore-Windpark stets unterstützt.

Das Landesraumordungsprogramm wurde für den Windkraftstandort „Nordergründe“ und die Netzanbindung innerhalb der 12-Seemeilenzone 2006 ergänzt: weiter »

Windpark Ochtersum im Landkreis Wittmund: „Bürger werden profitieren“

Protest in Ochtersum/LK Wittmund. Ein Spaßvogel der Gegenseite hatte das S überklebt und aus "Stopp" "Topp" gemacht.

Protest in Ochtersum/LK Wittmund. Ein Spaßvogel der Gegenseite hatte das S überklebt und aus „Stopp“ „Topp“ gemacht.

Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz

§ 1
Selbstverwaltung
(1) Die Gemeinden, die Samtgemeinden, die Landkreise und die Region Hannover (Kommunen) verwalten ihre Angelegenheiten im Rahmen der Gesetze in eigener Verantwortung mit dem Ziel, das Wohl ihrer Einwohnerinnen und Einwohner zu fördern.

Die heftig kritisierten Windparkplanungen in der Gemeinde Ochtersum/LK Wittmund/NDS wurden nun auch weit über die Grenzen Ostfrieslands bekannt gemacht. Die auflagenstarke Internet-Zeitung „europaticker“ berichtete darüber am 19. Januar 2015. Der Rat der Samtgemeinde Holtriem/Westerholt wiegelte die zahlreichen Proteste in einer Pressemeldung ab und bemühte sogar das 9000 Kilometer entfernte Fukushima als Rechtfertigung  für seine Ausbaupläne mit über 180 Meter hohen Windkraftanlagen. Ein Teil des Landstriches der Samtgemeinde im Landkreis Wittmund wird für mehrere Jahrzehnte unbewohnbar sein, weil im Flächennutzungplan sogar einige Bereiche „für die Wohnnutzung aufgegeben“ werden müssen. Es geht in Ochtersum und anderswo bei Windparkplanungen zweifellos nicht um „Fukushima“, das dortige Erdbeben mit dem anschließenden Tsunami, der zur Reaktorkatastrophe führte, sondern ausschließlich um den nackten Profit, der nur durch das Erneuerbare Energien Gesetz als Gelddruckmaschine den Betreibern  möglich gemacht wird. Für eine „Energiewende“ sind diese nur unstet ins Stromnetz einspeisenden und nicht grundlastfähigen Anlagen nicht geeignet. Ochtersumer Insider behaupten, dass auch Ratsmitglieder oder deren Angehörige durch Grundstücksverkäufe oder -verpachtungen an den Windkraftplanungen mitverdienen. weiter »

Offshore-Windpark „Riffgat“: Mit dem Hubschrauber über die Schutzgebiete

Hubschrauber von der Offshore-Baustelle "Riffgat" über Borkum, fliehende Nonnengänse, 02. Jan. 2013

Seit Mai 2012 wird ca. 15 Kilometer vor der Insel Borkum im Seegebiet „Riffgat“  an der Errichtung von 30 Windkraftanlagen der 3,6 Megawatt-Klasse gebaut, die angeblich „rund 120.000 Haushalte mit umweltfreundlichem Strom versorgen“ sollen. An das Projektgebiet grenzt im Osten der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer an. Gebaut wird „Riffgat“ vom regionalen Energieversorger EWE (Oldenburg) in Zusammenarbeit mit dem Projektentwickler ENOVA (Bunderhee). Im Sommer 2012 wurde bekannt, dass das Rammen der Fundamente trotz des „Schallschutzes“ mit erheblichem Baulärm von z.T. mehr als 190 dB(A) verbunden war. Technisch machbar sind die Rammarbeiten mit 160 dB(A), gemessen in einem Abstand von 750 m von den Baustellen. Dieser Lärm kann für Kleine Tümmler (Schweinswale) tödlich sein, weil er die Ortungsorgane schädigt. Im Sommer 2012 wurden 132 tote Kleine Tümmler an die Westküste Schleswig-Holsteins getrieben. Die toten Meeressäuger wurden nicht, wie es eigentlich vorgesehen ist, untersucht. Ob ein Zusammenhang mit den unglaublich lauten Rammarbeiten, die in der Dauerbeschallung lauter als ein fortdauernder Artillerieabschuss sind, lässt sich daher nicht klären. Auch auf die Rastvögel, und ab dem Frühjahr auch auf die Brutvögel des Nationalparks, hat der Baubetrieb mit dem Hubschrauberpendelverkehr von Riffgat nach Emden erhebliche Auswirkungen. Nach der Bauphase werden die Hubschrauber zum Transport des Wartungspersonals  weiterfliegen. Andere Offshore-Investoren planen ebenfalls Pendeldienste mit Hubschraubern, z.B. DONG-Energy ab Norddeich, mit einem Landeplatz direkt am Nationalpark Wattenmeer. weiter »