Noch eine Nationalparkfeier: Propaganda statt Fakten

Drei_Affen_1Am 11. August 2016 fand in Cuxhaven die Festveranstaltung zum 30-jährigen Bestehen des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer statt, inszeniert vom Niedersächsischen Umweltministerium und der Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven.

Nun hat der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer angeblich sogar „Weltrang“ erreicht, die Berichterstattung  des gebührenfinanzierten Norddeutschen Rundfunks für das Abendmagazin „Hallo Niedersachsen“ aus Hannover zum Jubelfest war jedoch weitgehend recherchefrei. Der Evangelische Pressedienst (epd) interviewte den Festredner Uwe Garrels, Bürgermeister von Langeoog, ausgerechnet Langeoog. Es wurde sehr deutlich, dass es in diesem Nationalpark überwiegend um die Tourismusförderung geht, nichts anderes. Auch der Naturschutz im Wattenmeer hat eine Geschichte, die heute weitgehend vergessen ist, und die beginnt nicht mit der Ausweisung zum Nationalpark. Der Wattenrat Ostfriesland und die Vorläuferorganisation „Konferenz der Natur- und Umweltschutzverbände Ostfriesland“ sind oder waren die Chronisten der gezielten Entwicklung des Wattenmeeres und späteren Nationalparks zum Mega-Freizeitpark. Eine „naturpolitische Erfolgsgeschichte von Weltrang“ ist dieser Nationalpark aber mit Sicherheit nicht, wie uns die Propaganda des Umweltministeriums weismachen will, und das lässt sich belegen. weiter »

30 Jahre Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer: Es kann nur besser werden!

Screeshot (Bildzitat) http://www.nationalpark-wattenmeer.de/nds/service/presse/pressemitteilungen, 01. Jan. 2016

Screenshot (Bildzitat) http://www.nationalpark-wattenmeer.de/nds/service/presse/pressemitteilungen, 01. Jan. 2016

Heute wird der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer 30 Jahre alt. Am 01. Januar 1986 trat er mit einer Verordnung in Kraft, die 1999 in ein Nationalparkgesetz umgewandelt wurde. 2001 wurde das Gesetz bereits von der SPD-Regierung mit dem Ministerpräsidenten Sigmar Gabriel novelliert. Damit wurden auf Betreiben der Tourismuswirtschaft ca. 90 wertvolle Naturschutzflächen für den Tourismus aus dem Gültigkeitsbereich des Nationalparks herausgenommen oder in der Zonierung herabgestuft. Dafür wurde eine Wasserfläche vor den Inseln Borkum und Baltrum und das ehemalige Naturschutzgebiet im östlichen Teil des Dollarts mit in den Nationalpark einbezogen. Die Schutzfläche vergrößerte sich dadurch von 240.000 Hektar auf inzwischen fast 350.000 Hektar oder 3.500 Quadratkilometer (zum Vergleich: Das immer wieder als Referenzgebiet erwähnte Weltnaturerbe „Barrier Reef“ in Australien, mit dem sich die Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven gerne auf einer Stufe sieht, ist eintausendmal größer, fast so groß wie die gesamte Fläche Deutschlands und dabei wesentlich strenger geschützt als dieser Pseudo-Nationalpark Wattenmeer). weiter »

Niedersächsische Ornithologische Vereinigung e.V.: 40 Jahre, und kein bisschen weise?

Die Niedersächsische Ornithologische Vereinigung e.V. (NOV) wird 40 Jahre alt. Auf der Jahrestagung am 8. und 9. September 2012 in Hannover soll dieses Jubiläum gewürdigt werden.

Grußworte soll der niedersächsische Umweltminister Stefan Birkner (FDP) sprechen, ausgerechnet Stefan Birkner. Birkner ist der Nachfolger des notorischen FDP-Umweltministers Hans-Heinrich Sander, der nicht nur durch Kettensägenattacken im Biosphärenreservat Elbtalaue traurige Berühmtheit im Lande erlangte. Birkner ist ein „würdiger“ Nachfolger Sanders, eigentlich auch mehr ein Umweltverhinderungs und Erneuerbare-Energien-Minister, ohne Rücksicht auf Verluste im Naturschutz. weiter »

Nationalparkfeier in Cuxhaven: alles Show, keine Inhalte

"H2S": Umweltminister Hans-Heinrich Sander hält die Eröffnungsrede

In der Kugelbake-Halle in Cuxhaven tanzte am 07. Mai der Knutt. Das letzte Aufgebot im niedersächsischen Wattenmeer-Nationalpark, die „Junior-Ranger“, brachte die geladenen Gäste mit einem Tanz dieses Watvogels in Bewegung, der Rest war fast ausschließlich platteste Selbstbeweihräucherung. Der Dampfplauderer des Norddeutschen Rundfunks, Ludger Abeln, führte launig durch das Programm, in der Veteranen des Nationalparks zu Wort kamen. Mitglieder des Wattenrates, schon vor der Gründung des Nationalparks im Wattenmeer aktiv, waren offiziell nicht eingeladen, wen wundert´s!

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25 Jahre Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer: Bausteine für ein Qualitätsmanagement

Kein Grund zum Feiern: 25 Jahre Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer

Am 10. Februar 2011 veröffentlichten wir diesen Beitrag:

Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer: Qualität soll “unabhängig” überprüft werden, frisches MakeUp nach 25 Jahren

Anlass ist eine bundesweite Initiative zur Überprüfung der Managementqualität in Großschutzgebieten. Die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer nimmt daran freiwillig teil.  Dazu hatte ein Fachkomitee aus Vertretern von Land und Bund, von Universitäten und Naturschutzverbänden, aus Nationalparks sowie vom Dachverband der Nationalen Naturlandschaften (Europarc) den Nationalpark bereist. Wir hatten Zweifel daran geäußert, ob hier wirklich „unabhängig“ geprüft wird, zumal die Akteure z.T. direkt Abhängig von politischen Entscheidungsträgern wie dem Bundesumweltminister sind. Und von dort bekam der Naturschutz selten Gutes, sieht man von bedrucktem Papier ab.

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25 Jahre Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, war da was?

Freizeitpark oder Nationalpark? Kitesurfer in strengster Schutzzone, Foto (C): Voß

Hat es jemand gemerkt? Der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer wurde am 01. Jan. 2011 genau 25 Jahre alt. Es ist ruhig um ihn und seine Schutzinhalte geworden. Als der Nationalpark 2009 „Weltnaturerbe“ für noch mehr Tourismus wurde, überschlugen sich die Naturschutzverbände, die Politik und fast alle Medien vor Begeisterung, nur der Wattenrat Ost-Friesland nannte das einen “Etikettenschwindel“.  Zu den vergangenen Jubiläen erschienen immerhin noch die „Nationalparkbilanzen“ mit kritischen Anmerkungen und Empfehlungen durch die großen Naturschutzverbände wie BUND und NABU und die Stiftung WWF, zuletzt 2006 unter erheblicher Mitarbeit des Wattenrates. Bisher hört man nichts von einer neuen „Bilanz“, die dringend nötig wäre.