Weihnachtlicher Bettelbrief

Alle Jahre wieder weist der Wattenrat auf seine Spendenseite hin, immer wenn es weihnachtet. So auch in diesem Jahr. Zwar arbeiten wir ehrenamtlich, für „Gottes Lohn“, wenn er uns denn wahrnimmt, aber Geld wird dennoch benötigt. Wir zahlen für den Internetauftritt, Telefon- und DSL-Provider, für PC-Software, Druckertinte, Büromaterial und hin und wieder auch für den Ersatz abgängiger Hardware, also in der Regel überschaubare Ausgaben, aber eben Ausgaben. Falls Sie an eine Spende denken sollten und ihren Gedanken auch in die Tat umsetzen wollen, hier geht es zu unserem Spendenkonto. Danke!

Ostfriesische "Windbarone" im Visier der Staatsanwaltschaft

Tempus vincit omnia – Symbolfoto: Pixabay

Heinz Böttcher aus Westerholt im Landkreis Wittmund ist neben Johann Eisenhauer – ebenfalls aus Westerholt – einer der bekanntesten „Windbarone“ in Ostfriesland. Beide sind Betreiber mehrerer Enercon-Windparks und mit ihren verschachtelten Firmen wie Freesen-Wind und der Norderlandgruppe breit aufgestellt. Böttcher und Eisenhauer sind gut mit den Lokalpolitikern der Samtgemeinde Holtriem, zu der Westerholt gehört, und darüber hinaus vernetzt. Deutlich wird das an der großen Zahl der Windkraftanlagen im Gemeindegebiet. Die Holtriemer Ratsmitglieder stellten per mehrheitlicher Abstimmung die Windkraftflächen im Flächennutzungsplan zur Verfügung und sind teilweise auch an einigen Windkraftanlagen der beiden Investoren als Kommanditisten finanziell beteiligt.

weiter »

Windpark Utgast im Landkreis Wittmund: Klage wird neu vorbereitet

Windpark Utgast (Ausschnitt), Gemeinde Holtgast, Foto (C): Insa Bock

Die Lokalzeitung „Anzeiger für Harlingerland“ aus Wittmund berichtete ausführlich über die Windkraft-Lärmbetroffenen Insa Bock und Hermann Oldewurtel, die direkt am Windpark Utgast/Gemeinde Holtgast in der Samtgemeinde Esens/LK Wittmund wohnen (s.u.). Der Artikel verweist auch auf den ZDF- Beitrag vom 04. Nov. 2018 „Infraschall-Unerhörter Lärm“ (planet.e) über die Auswirkungen des Infraschalls durch WEA auf den menschlichen Organismus. Insa Bock und Hermann Oldewurtel kommen in dem ZDF-Beitrag ausführlich zu Wort.

weiter »

Netzausbau: tödliche Offensive

Stromseil mit Uhufeder © Siegmar Bergfeld

Foto (C): Dr. Siegmar Bergfeld

Hochspannungsleitungen sind, gerade in Durchzugsgebieten, eine große Gefahr für Vögel. Anders als bei falsch konstruierten Mittelspannungsmasten, an denen es zu tödlichen Stromschlägen zwischen Mast und Leitungen kommen kann, sind es die Seile der hochaufragenden Hochspannungsleitungen, die beim Anflug tödlich wirken, mit oder ohne Stromführung. Bei unsichtigem Wetter wie Regen, Nebel oder Schnee wächst das Kollisionsrisiko. Außerhalb von EG-Vogelschutzgebieten soll nach Plänen der Bundesregierung nun die Pflicht zur Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP-Pflicht) beim Anbringen weiterer Seile auf bestehende Leitungstrassen (sogenannte Zubeseilungen) in Zukunft entfallen. Das Ganze nennt sich „Netzausbauoffensive“ zur Ableitung des Stromes aus Windenergie. Durch jedes weiteren Seil am Mast wird aber das Kollisionsrisiko deutlich ansteigen. Die Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen (EGE) hat darüber berichtet. Wir übernehmen das Titelfoto von Dr. Bergfeld und den Text der EGE vom November 2018, mit freundlicher Genehmigung.

weiter »

"Das Miteinander von Naturschutz und Tourismus"

Viel Wind und warme Luft: Strand auf Norderney – Foto (C): Eilert Voß

Und wieder eine aufgeblasene und endlose Pressemitteilung der Verwaltung des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer, ohne viel Inhalt, wohlfeile Sprüche, copy and paste von der Lokalpresse gedruckt. Wieder eine „Kooperationsvereinbarung“ mit den Naturnutzern und -vermarktern dieses Großschutzgebietes, 32 Jahre nach Inkrafttreten des Nationalparks. Hier einige Kostproben des Geschwurbels:

weiter »

10. Zugvogeltage-heile Welt im Nationalpark?

Austernfischer im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, 07. Oktober 2018  – Foto (C): Eilert Voß

Die „Zugvogeltage“, wie sie seit nun 10 Jahren im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer veranstaltet werden, gingen mit einem „Fest“ im Haus des Gastes der Wangerland Touristik GmbH in Horumersiel, Landkreis Friesland, zu Ende. Zugvogeltage können eine feine Sache sein, wenn sie denn ehrlich informieren. So stromlinienförmig, wie Vögel sich durch die Luft bewegen, agiere aber auch nach Meinung von Kritikern der Nationalparkleiter Peter Südbeck, wenn er sich wieder einmal windschnittig mit dem „Finale“ und  „Fest“ an die Medien wendet. Als Meister der inhaltsleeren Naturschutzrhetorik sei er erneut zur Hochform aufgelaufen. Die Medien berichteten dann bequemerweise weitgehend 1:1, copy and paste, und übersahen dabei, wie es tatsächlich in diesem Großschutzgebiet aussieht. Steigerungen der Südbeckschen PR-Schreibtischarbeit sind wohl kaum noch möglich. Die Beobachtung von Zugvögeln wurde zu Superlativen inszeniert, mit integrierter Verkaufsveranstaltung für optische Geräte und der Einbeziehung von sog. „Flugbegleitern“. Sind das die neudeutsch so bezeichneten „embedded Journalists“?

weiter »

„Austritt“aus dem Nationalpark Wattenmeer: Baltrumer CDU rudert zurück

Der von der Baltrumer CDU-Inselfraktion beantragte Nationalpark-Austritt der Insel hat sich erledigt, die Inselposse lief per dpa-Meldung durch die gesamte Republik, ganz ohne Sommerloch. Nun will die CDU-Fraktion doch keine Umwandlung der kleinen Nordseeinsel von einem Nationalpark in einen weniger geschützten „Naturpark“ mehr. Der Initiator des Antrages, Insel-Gastronom und Freizeit-Vogeljäger Jann Bengen (CDU), der die geschossenen Vögel in seinem Hotelrestaurant „Strandburg“ vermarket, ruderte und zog den Antrag im Rat der Gemeinde Baltrum zurück. Er fühle sich „mit Dreck beworfen“.

weiter »

Der Hambacher Wald, aus dem fernen Ostfriesland betrachtet

Symbolfoto -(C): Manfred Knake

aktualisiert am 22. Okt. 2018

Die Vorgänge um die heißen Tage bei der Besetzung des Hambacher Waldes durch auch gewalttätige Demonstranten ließen auch den Wattenrat mit der Wattenpresse im fernen Ostfriesland nicht kalt. Die Medienberichte stellten das Thema nicht selten zu kurz dar, hier wird einiges nachgeholt. Seit dem Aufschluss des Braunkohletagebaus 1978 wurden mehr als 4000 Hektar wertvoller (!) nacheiszeitlicher Waldstandort vernichtet, fast unbemerkt von der Öffentlichkeit (und bevor ein Schlaumeier ein Haar findet: die Bäume sind selbstverständlich nicht so alt, die wachsen nach – und es wurden sehr alte Bäume). Auch Ortschaften wurden dafür weggebaggert und die Bewohner umgesiedelt. Der Standort des Kernforschungszentrum Jülich verhinderte noch Schlimmeres.

weiter »

Baltrum und der Nationalpark Wattenmeer: Austrittswünsche

Achtung, Satire! Montage: Wattenrat

Jann Bengen (CDU), Hotelier, Gastronom und Freizeitjäger, der auf der Insel Baltrum geschossene Wasservögel im eigenen Restaurant vermarktet (Hotel Strandburg), will mit der kommunalpolitischen Gruppe CDU/Baltrum21 aus dem Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer „austreten“ und aus der Insel einen „Naturpark“ machen. Am 02. Oktober 2018 kündigte er dies mit einer Mail an den parteilosen Baltrumer Bürgermeister Berthold Tuitjer an. Den Antrag fügte er bei (pdf.: Antrag zum Austritt der Insel Baltrum). Tuitjer selbst wurde im Sommerloch 2016 „berühmt“, als er allen Ernstes eine Seilbahnverbindung vom Festland nach Baltrum forderte. Daraus wurde außer öffentlichem Spott nichts.

weiter »

Hüben wie drüben: gedankenloses Vogelvertreiben

Die Meeresbucht „Dollart“ und die angrenzenden Emsbereiche sind bekannte Rastgebiete von Enten, Gänsen und Watvögeln. Der Dollart gehört zur europäischen Schutzgebietskulisse Natura-2000 und ist damit auch EU-Vogelschutzgebiet, ebenso wie der Emsabschnitt von Leer bis Emden als EU-Vogelschutzgebiet V10 „Emsmarsch von Leer bis Emden“. Das hält einige Zeitgenossen nicht davon ab, in und an diesen Gebieten heftige Störungen zu verursachen.

Ems-Vorland bei Terborg/LK Leer, 16. Sept. 2018: Kitebuggy-Fahrer als Vogelscheuche – Foto (C): Eilert Voß

weiter »