Norderney: Inselsicherung durch Strandaufspülung - ´Building with Nature´

Norderney: Strandaufspülung 2012 – Foto: Screenshot, Bildzitat, Archiv NLWKN, abgerufen am 17. Juli 2019

Es wird wieder gespült und gebaggert im Nationalpark, diesmal auf der Insel Norderney. Aus der nahen Robbenplate im Watt wird das Sediment entnommen. Zur Verwendung kommt schweres Gerät: Saugbagger, Spühlrohrleitungen, LKWs, Radlader und Kettenbagger werden zur Inselsicherung eingesetzt. Damit es ein bisschen nach Natur klingt, verkauft der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLKWN) die notwendigen Sandaufspülungen auf Norderney im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und „Weltnaturerbe“ mit dem angelsächsischen Begriff „Building with Nature“ (Großbritannien liegt ja auch nur 370 km von Norderney entfernt…). Das Kind bekommt den nach Natur klingenden Öko-Namen, obwohl dies in Wirklichkeit ein schwerer und wenig dynamischer Eingriff in das Ökosystem dieses Großschutzgebietes ist.

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Heiße Luft: ´Wir verlieren die Kontrolle über das Klimasystem´

Tagesschau bei Facebook

Öffentlich-rechtlicher Irrsinn mit Methode: Die ARD-Tagesschau zitiert unkommentiert Prof. Dr. Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK, eingetragener Verein), das vom Bund und den Ländern anteilig finanziert wird. Zitat Rahmstorf: „Wir verlieren die Kontrolle über das Klimasystem“. Das PIK gilt als Klima-Think-Tank und Einflüsterer der Politik und wird von den unkritischen Medien immer wieder gerne genommen.

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Dornumersiel will Schleuse für den Mahlbusen - im EU-Vogelschutzgebiet

Der Mahlbusen (gelbe Markierung Bildmitte) in Dornumersiel – Foto: google earth

Im Küstenbadeort Dornumersiel (Gemeinde Dornum im Landkreis Aurich) möchte man den Mahlbusen – ein Süßwassersee und Vorfluter – mit einer Schleuse an das Fahrwasser im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer („Weltnaturerbe“) anbinden. Das Projekt gärt schon seit Jahren, scheiterte aber immer an der Finanzierung. Den niedersächsischen Landespolitikern des Unterausschusses für Häfen und Schifffahrt, die nun das Projekt begrüßen (siehe Pressebericht unten), ist in ihrer Euphorie aber offensichtlich einiges entgangen: Der Mahlbusen ist Teil des europäischen Vogelschutzgebietes V63 „Ostfriesische Seemarschen von Norden bis Esens“ und darf ohne vorhergehende und nach dem Bundesnaturschutzgesetz vorgeschriebene FFH-Verträglichkeitsprüfung (Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU) baulich nicht nachteilig verändert werden.

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10 Jahre Weltnaturerbe Wattenmeer: Worthülsen und Feiern für einen Freizeitpark

Die letzten ihrer Art: Seeschwalben und Regenpfeifer werden zu ihrem Schutz in ihrem Schutzgebiet eingezäunt, Insel Norderney, Juni 2019 – Foto (C): Eilert Voß/Wattenrat

„Nationalparks sollten der Schöpfung verpflichtet sein, nicht der Wertschöpfung.“

Mark Twain, der US-amerikanische Schriftsteller, Spötter und akribische Kritiker alltäglicher Heucheleien, soll einmal gesagt haben: „Als sie das Ziel aus den Augen verloren hatten, verdoppelten sie ihre Anstrengungen.“ Nur wusste er vor über einhundert Jahren noch nichts vom UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer und dessen zahllosen Gesundbetern. Anlass zu inhaltsleeren Elogen von Berufschönrednern aus Politik und Verwaltungen, unterstützt von großen Teilen des unkritischen Medienbetriebes, war denn auch die Feier zum zehnjährigen Bestehen dieses Etiketts, das 2009 auf die Wattenmeer-Nationalparks in Deutschland aufgeklebt wurde. Ein Rückblick zeigt, worum es in Wirklichkeit ging und wie es tatsächlich in diesem hochgelobten Welterbegebiet aussieht:

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Ausstellung: gefährdete Sumpfohreulen im Nationalpark

Durch einen Stacheldrahtzaun verletzte Sumpfohreule, Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer – Foto: privat

Wie andere Vogelarten auch, gehen die Sumpfohreulen (Asio flammeus) als Brutvögel im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer stark zurück. Sie brüten in Restbeständen in feuchten Dünentälern auf den Inseln. Im Binnenland sind sie als Bodenbrüter vor allem durch die Intensivlandwirtschaft gefährdet, weil die Brutflächen schon ab Mai gemäht werden. Eine zusätzliche Gefährdung, nicht nur für die Sumpfohreulen, sind die vielen Windparks an der Küste, die in den Jagdgebieten dieser Eulenart entstanden sind. Um auf die Gefährdung dieser auch tagaktiven Eulenart hinzuweisen, hat die Europäische Gesellschaft zum Schutz der Eulen (EGE) im Waloseum in Norden-Osterloog in einer Ausstellung Informationstafeln mit dem Titel „In Norddeutschland Sumpfohreulen schützen“ aufgestellt.

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Kitesurfen im Nationalpark: Fachaufsichtliche Prüfung im Umweltministerium verlief form-, frist- und fruchtlos

Spiekeroog: fliegende Vogelscheuche. Das Kitesurfen ist hier nicht genehmigt! – Foto (C): Eilert Voß

Die fragwürdige Genehmigung von Flächen für Kitesurfer im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, der zum größten Teil auch dem Schutz der FFH-Richtlinie und gänzlich der europäischen Vogelschutzrichtline unterliegt, ist ein Dauerbrenner an der Küste. Kurz nach der Ausweisung des Wattenmeeres als „UNESCO-Weltnaturerbe“ 2009 genehmigte die Nationalparkverwaltung zahlreiche Kite-Spots von Cuxhaven bis Emden in den zweitstrengsten Schutzzonen, den Zwischenzonen. Antragsteller waren jeweils die Insel- und Küstenkommunen, die das Weltnaturerbe touristisch vermarkten und damit eine neue Zielgruppe bewerben wollen. Einige Kite-Spots wurden bereits vorher jahrelang illegal ohne Genehmigung genutzt, so z.B. in Cuxhaven oder in Dornumersiel. Diese Flächen wurden später nachträglich legalisiert. Ob Ordnungsmaßnahmen gegen den vorhergehenden illegalen Betrieb eingeleitet wurden, ist nicht bekannt.

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Bericht aus dem Nationalpark Wattenmeer, Insel Norderney: ´Der alltägliche Wahnsinn´

Screenshot-Bildzitat: Ostfriesischer Kurier, Norden, 08. Juni 2019

Unser Mitarbeiter Eilert Voß, der seit Jahrzehnten ehrenamtlich Vogeldaten für die Staatliche Vogelschutzwarte im Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) erhebt, verbrachte mit seiner Ehefrau ein paar Tage auf der Insel Norderney. Die Insel ist zum größten Teil Bestandteil des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer und „Weltnaturerbe“. Norderney liegt, wie die anderen Ostfriesischen Inseln auch, in einem Fauna-Flora-Habitat- (FFH) und einem europäischen Vogelschutzgebiet. Der Nationalpark wurde 1986 eingerichtet und 2009 mit dem Etikett „Weltnaturerbe“ geadelt, für noch mehr Tourismus. Auf dem Papier klingt das gut, die Realität sieht das jedoch anders aus. Kurz vor Pfingsten und  vor dem gewaltigen Touristenansturm reiste Voß wieder ab, er wusste warum, siehe Zeitungsausschnitt oben. Hier ein Auszug aus seinem Bericht vom „alltäglichen Wahnsinn“ in diesem Naturschutzgebiet:

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Insel Langeoog: Bürgermeister Uwe Garrels spricht Klartext zu Natur- und Küstenschutz

Langeoogs Bürgermeister Uwe Garrels, rechts am Rednerpult (Sreeenshot-Bildzitat, Anzeiger für Harlingerland, Wittmund, 04. Juni 2019)

Bemerkenswerte Worte des Langeooger Bürgermeisters Uwe Garrels (parteilos) anlässlich eines Ärztekongresses auf der Insel im Juni 2019 zum Thema „Medizinethik und praktische Medizin“ („Anzeiger für Harlingerland“, Wittmund, 04. Juni 2019):

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NABU: Verbandspräsident Olaf Tschimpke muss gehen

Olaf Tschimpke, NABU-Präsident – Foto (C): Bayerischer Rundfunk, Mediathek (Screenshot-Bildzitat, abgerufen am 02. Juni 2019)

Noch ist Olaf Tschimpke Präsident des Naturschutzbundes Deutschland (NABU), früher Deutscher Bund für Vogelschutz (DBV). Er muss den Verband verlassen, nicht ganz freiwillig, mehr hier. Olaf Tschimpke war vor seinem Posten als NABU-Bundesvorsitzender zunächst ab 1985 Geschäftsführer und 2000 Vorsitzender des NABU-Landesverbandes Niedersachsen. Nach Insider-Angaben soll er damals den Niedersachsen-NABU finanziell an die Wand gefahren haben. Der NABU ist längst nicht nur mehr „ehrenamtlich“ tätig, er ist ein Naturschutzkonzern, der seinen hauptamtlichen Mitarbeitern Gehälter zahlt und seinen ehrenamtlichen Mitgliedern auch das gute Umweltgewissen vermittelt.

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Meyer-Schiff ´Spirit of Discovery´ überführt

Noch ein schwimmender Luxus-Plattenbau: „Spirit of Discovery“ der Meyer Werft in Papenburg – Foto (C): Eilert Voß

Am 12. Mai 2019 wurde das neue Kreuzfahrtschiff „Spirit of Discovery“ der Meyer Werft im binnenländischen Papenburg aus dem Baudock geschleppt. In der Nacht vom 26. auf den 27. Mai wurde das Schiff über die enge Ems an das seeschifftiefe Wasser der Nordsee überführt. Dafür musste die Ems mit dem Ems-Stauwerk, genannt Ems-Sperrwerk, aufgestaut werden, damit das Schiff genug Wasser unter dem Kiel hatte. Für die Überführungen der Kreuzfahrtschiffe der Meyer Werft darf die Ems zukünftig im Sommer höher als bisher aufgestaut werden.

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