EU-Kommission verklagt Deutschland: mangelnder Schutz der FFH-Gebiete

Foto: Pixabay

Am 18.02.2021 hat die Europäische Kommission mitgeteilt, Deutschland vor dem Europäischen Gerichtshof wegen des unzureichenden Schutzes der FFH-Gebiete (Fauna-Flora-Habitat-Gebiete innerhalb des Schutzgebiets-Netzwerkes Natura-2000) zu verklagen. Der Klage ging ein Vertragsverletzungsverfahren voraus, das die Europäische Kommission im Jahr 2015 eingeleitet und 2020 noch einmal verschärft hatte. Im Fall einer Verurteilung durch den Europäischen Gerichtshof drohen Deutschland hohe Strafzahlungen.

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Rheiderland: viel Wasser, wenig Hilfe

24. Dez. 2020: Wynhamster Kolk, Gem. Bunde im Landkreis Leer: sehr hoher Wasserstand – Foto (C): Reinert

Immer wieder kommt es vor, dass Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern bei Behörden entweder gar nicht, mit zeitlicher Verzögerung verschleppt oder nur unzureichend beantwortet und offensichtliche Missstände nicht abgestellt werden. Das hat man auch schon beim Wattenrat erlebt. Im nachfolgenden Beispiel greifen wir die Nöte des besorgten Anliegers Wolfgang Reinert auf, der in der Gemeinde Bunde im Rheiderland im Landkreis Leer lebt. Sein Anwesen liegt sehr tief, unter dem Meeresspiegel. Hohe Wasserstände gefährden sein Haus und sein Grundstück und können so gravierende Schäden verursachen.

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Rheiderland: Störungen mit Ansage – Landwirt vertreibt wiederholt arktische Nonnengänse aus Schutzgebiet

14. Februar 2021, 17:51 Uhr, am Deich bei Pogum/Rheiderland/LK Leer: kein ungestörter Rastplatz mehr für Nonnengänse – Foto (C): Wattenrat

Am Dollart-Deich bei Pogum im Rheiderland/LK Leer (europäisches Vogelschutzgebiet) vertrieb dieser Landwirt mit seinem Traktor am 14. Februar tausende Nonnengänse von ihrem Rastplatz, nicht zu ersten Mal. Er (oder der identische Traktor) wurde bereits seit dem letzten November dabei beobachtet, wie mit eingeschalteten  Dachscheinwerfern die Gänse vor dem Deich im Nationalpark Wattenmeer von den Schlafplätzen vertrieben wurden. Andere Landwirte benutzen Quads, um die Gänse zu vertreiben, auch außerhalb der befahrbaren Wege.

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Kahler Frost

Einsame und augenscheinlich kranke Nonnengans im vereisten Dollart-Watt, Februar 2021 – Foto (C): Eilert Voß

Es ist mal wieder kalt an der Küste. Als „kahler Frost“ wird die derzeitige Wetterlage auch beschrieben. Kalter Wind aus Ost, kein Schneefall, hart gefrorene Böden, kaum Rastvögel, Eisgang im Watt. Weiterlesen

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Niedersachsen: neue Jagdzeitenverordnung – auch Nonnengänse haben nun Jagdzeit

Verpaarte Nonnengänse, der Vogel rechts ist flügellahm, vermutlich angeschossen. – Foto (C): Eilert Voß

Nun ist es amtlich: Die Weißwangen- oder Nonnengans (Branta leucopsis) darf in Niedersachsen ab 2021 vom 01. August bis 15. Januar mit Auflagen bejagt werden. Vorher hatte diese nach Anhang I der europäischen Vogelschutzrichtlinie geschützte Gänseart keine Jagdzeit, wurde aber dennoch illegal geschossen. Damit hat sich die Bauernlobby durchgesetzt, die jahrelang auf hohem Niveau lamentierte, die Gänse würden durch Fraßschäden ihre bäuerliche Existenz gefährden.

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Der NABU, die Grünen und die Nähe zur Windenergiewirtschaft: Aufruhr im Verband

Neue Landschaften mit dem Naturschutzverband NABU? Utarp im LK Wittmund – Foto (C): Manfred Knake

Schon mehrfach hatte der Wattenrat den mitgliederstärksten deutschen Naturschutzverband NABU und seine Nähe zur Windenergie auf dem Schirm. Aktuell geht es beim NABU in den kritischeren Orts- und Kreisverbänden rund, es gab Austritte.

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Der aktuelle Energiemix in Deutschland und die „Spitzenglättung“

Screenshot – en:former.com (Bildzitat)

Bundestag und Bundesrat beschlossen Anfang Juli 2020 die Abschaltung aller Atomkraftwerke bis 2022 und die Abschaltung der Kohlekraftwerke bis 2038.  Diese grundlastfähigen Kraftwerke sind das Rückgrat der Stromversorgung in Deutschland. Schon jetzt gerät das Stromnetz oft ans Limit, wenn nur unregelmäßig einspeisende Solar- oder Windkraftwerke die Netzstabilität und damit auch die Versorgungssicherheit gefährden.

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Angeln ist angewandter Naturschutz, wirklich?

Januar 2021, in der Nähe von Köln – Foto (C): Rolf Thiemann

Angelfreunde nennen sich gerne „Sportfischer“ und sind in Fischereiverbänden organisiert. In einigen Bundesländern sind diese Verbände als „anerkannte Naturschutzverbände“ gelistet. Damit sind sie klagebefugt und können Stellungnahmen gegenüber Behörden zu Projekten abgeben, die den Natur- und Artenschutz betreffen. Nur findet man unter diesen Sportsfreunden auch Ignoranten, die es mit dem Naturschutz nicht so genau nehmen.

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Kitesurfer als winterliche Vogelscheuchen in der Leybucht – arktische Gänse werden ständig gestört

Kitesurfer vertreiben Vögel von Sandbank, angrenzende strengste Schutzzone im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer: Kitespot Upleward/LK Aurich – Archivfoto (C): Eilert Voß/Wattenrat

Gestern klingelte im Wattenrat-Büro das Telefon: Mehrere Kitesurfer übten in der Leybucht westlich der Stadt Norden bei starkem Wind ihren Sport aus, die futtersuchenden arktischen Rastgänse auf den angrenzenden Salzwiesen würden dadurch ständig kräftezehrend umhergescheucht. Gerade jetzt, in der kalten Jahreszeit, sind die Gänse auf störungsfreie Areale angewiesen, um sich ihre Fettreserven für den langen Rückflug in die arktischen Brutgebiete anzufressen.

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Windkraft vs. Artenschutz: hessische Gerichts-„Ohrfeige“ für zwei grüne Minister

Rotmilan – Foto: Pixabay

Am 19. Januar 2021 war in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zu lesen: „Hessen und die Windkraft -Ideologie im Amtsblatt: Die Energieerzeugung habe Vorrang vor Artenschutz, steht in einer hessischen Vorschrift. Sie entfalte ´gegenüber Gerichten keine Bindungswirkung´, stellt nun der Verwaltungsgerichtshof fest. Eine Schlappe nicht nur für zwei Grünen-Minister. […]“

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