Abgefahren: IC der Deutschen Bahn getauft

Am 08. September 2018 wurde in Norddeich mit 350 geladenen Gästen ein IC der deutschen Bahn auf den Namen „Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer“ getauft, der Zug trägt auch den Schriftzug „Fahrtziel Natur“. Die Frage ist jedoch, ob es die Aufgabe von Naturschutzverbänden ist, den Tourismus in Schutzgebieten zu […]

Sommer 2018

Sommer 2018: Dieser Sommer wird zu den Ausnahmesommern in unseren Breiten gezählt, weil es in den letzten Wochen endlich mal wieder warm, sehr warm, und sonnig war. Die Politik und die recherchearme Presse machte daraus gleich wieder eine Klimanummer und verwechselten, wie so oft, Wetter mit Klima. Nur hatten wir immer mal wieder sehr warme Sommer in den letzten Jahrzehnten oder Jahrhunderten, die Suchmaschinen geben über die Jahreszahlen Auskunft. Die Touristiker hat die aktuelle Wetterlage begeistert, der Urlauberansturm auf die Küste und das Großschutzgebiet „Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer“ war und ist enorm. Das freut die Reedereien mit den Fährschiffen, die Beherbergungs- und gastronomischen Betriebe. Die Lokalzeitungen sind voll mit „Events“ der Touristenbespaßungen, vom lautstarken Musikveranstaltung am Strand bis hin zu den unvermeidlichen und überflüssigen sommerlichen Feuerwerken in einigen Kommunen, ein Horror für die Brut- und Rastvögel. Allerdings: In einigen Küsten- und Inselkommunen werden diese Feuerwerke inzwischen auch kritisch gesehen, in anderen wird immer noch faktenresistent das Geschäftsmodell der Pyro-Anbieter unterstützt. Der Schutzgedanke in diesem Naturraum ist zur Nebensache geworden. Er wird vermarktet, bis es im wahrsten Sinne des Wortes […]

Vogelinsel Memmert: alte Betonplattform abgerissen, in der Brutzeit

In der ersten Juliwoche 2018, also in der Brutzeit, wurde vom Netzbetreiber TenneT die alte Plattform auf der Vogelinsel Memmert abgerissen. Dies wurde von der Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven als „Renaturierungsmaßnahme“ in der strengsten Schutzzone des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer und „Weltnaturerbe“ bezeichnet. Der Abriss dieses ca. 100 (!) Quadratmeter großen Betonfundaments soll als Kompensation für die Eingriffe in das Wattenmeer für die Kabelanbindung für Offshore-Windparks […]

Strandbrüter: Ignoranz vs. Naturschutz

Alltag im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und „Weltnaturerbe“: Hinweisschilder werden nicht beachtet, vermutlich auch deswegen, weil die Texte viel zu lang sind. Kurze, aussagekräftige Piktogramme mit dem Hinweis auf das BetretungsVERBOT sind wirksamer. Die Beschriftung (unten rechts) auf dem blauen Hinweisschild auf Borkum ist zudem fehlerhaft: Ein „Niedersächsischer Landesbetrieb für Insel- und Küstenschutz“ ist ein Fehldruck (nimmt die Schilder vor dem Aufstellen niemand ab?). Korrekt muss es heißen: „Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz“ (NLWKN), wobei der Naturschutz, wer hätte das gedacht, an letzter Stelle […]

Strandbrüter – Opfer des Massentourismus

Strandbrütende Vogelarten waren nicht immer vom Aussterben bedroht. Natürliche Feinde der Bodenbrüter sind Springfluten oder Möwen, die die entdeckten Nester plündern können, aber damit konnten die Arten überleben. Dazu kommt nun der Mensch in Massen. Der Massentourismus an der Ostfriesischen Küste im „Weltnaturerbe“ und Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, zum größten Teil auch EU-Vogelschutzgebiet, fordert seine Opfer. Die kleinen, unscheinbaren und kaum bekannten Seeregenpfeifer, Sandregenpfeifer und Zwergseeschwalben sind die Leidtragenden der millionenfachen Tourismusübernachtungen vor allem auf den Inseln. Nicht nur ahnungslose Spaziergänger, auch freilaufende Hunde, Lenkdrachen und Strandsportarten tun das Übrige, um diese Vogelarten von ihren Nestern zu vertreiben. Es reichen schon kurze Störungen, durch die die Brutvögel die Nester verlassen, ein Zustand, der für ein „Weltnaturerbe“ unannehmbar ist. Die Hilflosigkeit der Nationalparkverwaltung und der Naturschutzorganisation „Mellumrat e.V.“ beim „Strandbrüterschutz“, der eigentlich keiner mehr ist, wird mit der nachfolgenden Pressemitteilung der Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven […]

Silvesternachlese – Ostfriesland wie es stinkt und kracht: Same procedure as every year

Auch der Jahreswechsel 2017/2018 ließ die ostfriesische Küste und darüber hinaus wieder mit Böllerkrachen und explodierenden Feuerwerksraketen beben, trotz des schlechten Wetters. Abertausende geschützte arktische Zugvögel hatten eine Horrornacht in ihren Nahrungs- und Schlafplätzen sowohl im Watt als auch in den deichnahen Gebieten. Da war doch was: Weltnaturerbe, Nationalpark Wattenmeer, EU Vogelschutzgebiet, Biosphärenreservat? Aber eben nur auf dem Papier!
Hier nur ein Beispiel zur angeblichen Akzeptanz dieses […]

Böllern auf Spiekeroog: Weichgespültes vom NDR, Richtiges und Falsches vom Verwaltungsgericht Oldenburg

Böllern auf Spiekeroog: Weichgespültes vom NDR, Richtiges und Falsches vom Verwaltungsgericht Oldenburg, Das NDR-Abendmagazin „Hallo Niedersachsen“ berichtete am 01. Januar 2018 über das eingeschränkte Böllerverbot auf Spiekeroog. Dabei kamen Details aus dem inseltypischen Soziotop ans Fernsehlicht. Der Gastronom Christian Kiesow (Ferienwohnungen Haus „Möwe“ und Restaurant „de Balken“), der vor dem Verwaltungsgericht Oldenburg eine Ausnahmegenehmigung vom Böllerverbot erstritten hatte, gab vor laufender Kamera an, dass dies Verfahren so mit dem Bürgermeister und dem Kurdirektor abgesprochen worden sei. Das Schreiben der Berichterstatterin des Verwaltungsgerichtes Oldenburg vom 18. Dez. 2017 an den Spiekerooger Bürgermeister wegen der Böllerklage gegen die Lärmschutzverordung der Gemeinde Spiekeroog veröffentlichen wird hier. […]

Böllern auf Spiekeroog: Insulaner verliert vor Gericht

Böller und Raketen über dem „Weltnaturerbe“, hier auf Juist. Foto C): Eilert Voß

+++ aktualisiert am 29. Dez. 2017, bitte die Ergänzung am Ende des Beitrages beachten: Nun darf er doch… +++

Der Wattenrat Ostfriesland weist seit Jahren darauf hin, dass das Böllern auf den Inseln und am Festland direkt am Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer („Weltnaturerbe“ und […]

9. Zugvogeltage: Vehikel zur touristischen Vermarkung des Nationalparks

Der Wattenrat Ostfriesland nimmt Stellung zu den „9. Zugvogeltagen“, die derzeit an der niedersächsischen Küste beworben werden. Zu begrüßen ist zunächst, so der Wattenrat, dass Zugvögel aus Nordeuropa und Asien eine große Aufmerksamkeit bekommen. Nur muss man den Eindruck haben, das es dabei weniger um die Zugvögel geht, sondern um die weitere touristischen Vermarktung der Küste mit dem Vehikel „Zugvögel“.

Wesentliche Belastungsfaktoren des Wattenmeeres und der Zugvögel werden bei der Propagierung der Zugvogeltage ausgeblendet. Der Vogelzug an der Küste beginnt bereits im Juli nach dem Abschluss der Brutzeit. In dieser Zeit boomt der Massentourismus an der Küste und auf den Inseln. Ruhige Rückzugsorte für die durchziehenden und rastenden Watvögel sind auch im Großschutzgebiet „Nationalpark Wattenmeer“ selten […]

Hubschrauber stören Brut- und Rastvögel im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer

Offshore-Windparks sind wegen des enormen Lärms bei der Fundamentrammung und der späteren Unterwasser-Dauerschallbelastung nicht nur abträglich für das Ortungssystem von Meeressäugern, sondern auch für Vögel, die auf ihren Zugrouten bei schlechten Wetterbedingungen mit den Riesenpropellern kollidieren können. Dazu kommen auch bisher weitgehend unbeachtete Sekundärauswirkungen durch die ständigen Hubschrauber-Versorgungs- und Wartungsflüge. Von den Flugplätzen in Emden, Norddeich und Norderney gibt es häufige ohrenbetäubende Starts- und Landungen mit unvermeidlichen Überflügen über die direkt angrenzenden Schutzzonen des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer, vermarktet als „Weltnaturerbe“. Diese Schutzzonen sind Brut- oder Rastgebiete von besonders- oder gar streng geschützten Vogelarten, die durch den Rotorenlärm und die Hubschraubersilhouette ebenfalls in der Luft gehalten werden: der bekannte […]