28. April 2014

Energiewende: die „Bekloppten Europas“

Auch Wirtschaftsminister Gabriel (SPD) hat erkannt, dass diese „Energiewende“, basierend auf Wind- oder Solarstrom in einer Industriegesellschaft, die auf eine verlässliche und bezahlbare Stromversorgung angewiesen ist, nicht funktionieren kann. In hessischen Kassel sprach er Mitte April 2014 vor Mitarbeitern der SMA Solar Technology AG die bemerkenswerten Sätze zum Erneuerbare Energien Gesetz (EEG), zitiert in der Online-Zeitung lokalo24.de im Beitrag  (.pdf): „Die Bekloppten Europas“: „Die Energiewende steht kurz vor dem Aus. Für die meisten anderen Länder in Europa sind wir sowieso Bekloppte.“ Die Online-Zeitung schrieb weiter: „Eine ungekürzte Weiterzahlung der EEG-Förderung? Mit ihm nicht. Diese Aussage war ebenso kurz wie unbequem. Das SMA-Geschäftsmodell der gesicherten Förderung sei zwar schön, aber nicht mehr zeitgemäß. Sprach`s und verließ nach neunzig Minuten die gastliche Stätte, die sich weiter auf schlechte politische Rahmenbedingungen einstellen kann.“

Trotz Gabriels Worten geht aber die „Energiewende“ derzeit vehement weiter, enorm teure Offshore-Anlagen und weitere Onshore-Anlagen sollen ans Netz gehen, gigantische neue Stromtrassen werden die Republik zerschneiden. Zwischen Gabriels kritischen Worten und der Realität klafft eine gewaltige Lücke. Seine vorher angekündigte „Entlastung für die Verbraucher“ blieb im Sumpf der Lobbyisten stecken. Für die „politischen Rahmenbedingungen“ zahlt der deutsche Stromkunde durch die gesetzliche EEG-Vorgabe immer mehr: derzeit 7,7 ct (brutto) für jede verbrauchte Kilowattstunde (kWh) zusätzlich zum Strompreis. Für eine vierköpfige Familie mit ca. 5000 kWh Verbrauch im Jahr kommen dadurch noch einmal ca. 370 Euro jährlich als Zwangsabgabe aus dem EEG zu den Stromkosten hinzu, macht fast 31 Euro im Monat, für nichts, für kaputte Landschaften, neue Hochspannungsmasten und für das gute Klima auf den Betreiberkonten! Die Summe dieser erbrachten Subvention für die EEG-Profiteure betrug allein Jahre 2013 ca. 23 Milliarden (23.000.000.000.) Euro! Und diese steigende Strompreise gibt die produzierende Industrie an die Verbraucher weiter, die Lebenshaltungskosten steigen auch dadurch weiter an.

Langsam spricht sich das also herum, bis in die hohe Politik, die das Desaster „Energiewende“ verursacht hat. Wer Atomkraftwerke abschalten und diese ausgerechnet mit unstet einspeisenden Windkraftanlagen ersetzen will, muss in der Tat „bekloppt“ sein. Dagegen spricht die Physik. Wer Atomkraftwerke abschaltet, kann die Stromlücke eigentlich nur mit Kohle- und Gaskraftwerken ersetzen oder mehr Atomstrom aus den Nachbarländern Frankreich oder Tschechien importieren. Auch der bereits 1977 in Betrieb genommene Reaktor Fessenheim, der „Schrottreaktor“ an der Grenze in Frankreich, lieferte schon nach Deutschland, bis er nach einer erneuten Panne im April 2014 wieder stillgelegt wurde, 2016 soll er nun endgültig vom Netz gehen.

2004 verkündete der ehemalige Umweltminister Jürgen Trittin, für einen Durchschnittshaushalt werde das EEG monatlich nicht teurer als eine Kugel Eis. Der Speiseeispreis muss seitdem enorm angestiegen sein. Und Frau Merkel sprach als damalige CDU-Vorsitzende zum EEG den bemerkenswerten Satz im Kölner Hyatt-Hotel am 29. Oktober 2004 vor Managern der Deutschen Energiewirtschaft: “Auf die Dauer gibt es so viele Profiteure der Windenergie, dass Sie keine Mehrheiten mehr finden, um das noch einzuschränken“. Sigmar Gabriel hat die Zeichen der Zeit sehr viel später  erkannt, zur Reform des EEG sagte laut Welt am Sonntag vom 09.  Februar 2014: “In diesem Bereich sind unheimlich viele unterwegs, die ihr Eigeninteresse zum Gemeinwohl erklären.” Diese Profiteure sind mit Sicherheit nicht die „Bekloppten Europas“, es sind die kalkulierende Abzocker, deren unglaublich raffinierter Propagandaapparat, der bis in die Regierungsämter hineinreicht, der Bevölkerung weismachen will, ohne Wind- und Solarenergie drohe der Klimakollaps. Und das wird sogar geglaubt.

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