1. April 2012

Naturschutz: mit dem Kitesegel nach Memmert, neues touristisches Angebot

 

Kitersurfer mit angelockten robusten Silbermöwen

Die Pressestelle der Verwaltung des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer kündigte einen besonderen Leckerbissen für die umworbene Zielgruppe der Kitesurfer im Nationalpark an: Ab April 2012 sollen geführte Kitesurfexkursionen von Juist zur Insel Memmert veranstaltet werden, um den Kitern auch diese Insel mit dem Surfbrett nahe zu bringen.

Bisher hat die Nationalparkverwaltung nur zahlreiche Kiterflächen von Cuxhaven bis Emden in den Schutzzonen des Nationalparks freigegeben, auch auf einigen Inseln und sogar im Rückseitenwatt von Norderney darf nun der Kitesport ausgeübt werden. Kiterschutzverbände hatten aber bisher immer moniert, dass die Vogelinsel Memmert nicht Teil ihres Naturerlebnissports ist, das soll sich nun ändern. Von der Westspitze Juist soll ab 01. April 2012 der Kitesurferbeauftragte der Nationalparkverwaltung, Amandus Meyer-Wendebeck, diese Exkursionen führen. Wie aus der Pressestelle  der Verwaltung verlautete, wird mit Störungen oder Beeinträchtigung von Seehunden oder Vögeln durch die rasanten Kiter nicht gerechnet. Ein Auftragsgutachten der Nationalparkverwaltung, vorgelegt durch den derzeit arbeitslosen Biologen Melchior Kohlebrech, kommt zu dem Ergebnis, dass sogar sonst störempfindliche Vögel und Seehunde durch die bunten Kitesegel aufgrund ihrer natürlichen Neugier angezogen werden. Die Tierbestände im Nationalpark ließen sich durch die ohnehin naturverbundenen Kitesurfer noch steigern, diese Sportler seien also ein „Gewinn für das Großschutzgebiet“, so der Gutachter. An der Anlandestelle auf Memmert soll in Eigenarbeit der Kiterschutzverbände ein Informationszentrum mit Mitteln der „Internationalen Tourismus Weltwerbekommission“ (ITW) und der Stiftung „Funsport ist angewandter Naturschutz“ (FAN) errichtet werden. Der Nationalparkleiter Peter Südbeck hat sich bereiterklärt, die Eröffnungsrede zu halten.

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