Ukraine-Krieg: windige Kriegsgewinnler und andere Illusionisten

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Der Krieg in der Ukraine und die damit verbundenen Sanktionen gegen den Aggressor Russland werden Auswirkungen auf die deutsche und westeuropäische Wirtschaft haben: Kein Gas aus Russland hat enorme Folgen, die nicht nur der Normalverbraucher in der Geldbörse spüren wird. Die Kriegs- und Krisengewinnler sind derzeit die Lobbbyisten der „erneuerbaren Energien“, die nun vehement als „Alternative“ zum bald fehlenden Gas den noch stärkeren Ausbau der Wind- und Solarenergie unter weitgehendem Wegfall der Genehmigungshemmnisse fordern, zum Nachteil der Anwohner und des Natur- und Landschaftsschutzes, so, als ob Wind und Sonne für eine verlässliche und grundlastfähige Stromversorgung taugten.

Nur: Der Wind weht bekanntlich unbeständig, nachts ist es dunkel, im Winter sind die Sonnentage kurz, Wind- und Solarkraftwerke können kein stabiles Stromnetz mit den erforderlichen 50 Hertz erzeugen. Sie sind auf verlässlich einspeisende Wärmekraftwerke als Regelkraftwerke angewiesen, die Spannung und Netzfrequenz stabil halten. Bezahlbare und effiziente Speicher gibt es nicht, obwohl die Branche ständig das Gegenteil behauptet. Derzeit drehen sich mehr als 30.000 Windkraftwerke in Deutschland, die bei Schwachwind oder Flaute NICHTS in Stromnetz einspeisen können, eine Vervielfachung der Anlagen wird darin nichts ändern. Null mal null ergibt immer noch null, nur nicht bei den Lobbyisten – und auch nicht in den zahlreichen windkraftgeneigten Redaktionen.

Umweltminister Olaf Lies (SPD) will am Watt und „Weltnaturerbe“ nach Öl und Gas bohren lassen:

Einer der Lobbyisten ist „unser“ niedersächsischer Umwelt- und Energieminister Olaf Lies (SPD), der als politischer Hardliner der Erneuerbaren umgeht, ein diplomierter Elektroingenieur, der es eigentlich besser wissen müsste. Die Energieversorgung des Industrielandes Deutschland beim Wegfall russischer Gasimporte will Lies mit zusätzlicher Windkraft sichern, die Laufzeitverlängerung von bestehenden Atomkraftwerken lehnt er ab. Ein bisheriges Tabu soll gebrochen werden: Zusätzlich soll nun doch Öl und Gas aus der Nordsee unmittelbar angrenzend an den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer (Flächengröße 3460 qkm, Teil des Weltnaturerbes Wattenmeer) gefördert werden dürfen. Als 2014 in Australien die Planung eines Kohleumschlaghafens 20 km entfernt vom Weltnaturerbe  „Barrier Reef“ (Flächengröße 348.700 qkm, fast so groß wie Deutschland) bekannt wurde, gab es einen weltweiten Aufschrei.

Ex-Bundespräsident Gauck will „für die Freiheit“ frieren:

Ein anderer zynischer Mainstream-Schwätzer zu den fehlenden Gasimporten ist der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck, der im Ernst in der Maischerberger-ARD-Talkshow am 09. März 2022 absonderte: „Wir können auch einmal frieren für die Freiheit“. Herr Gauck mit seiner üppigen post-präsidialen Alimentierung  („Ehrensold“) durch den Steuerzahler wird sicherlich nicht frieren, Bewohner von Mietwohnungen ohne weitere Heizmöglichkeiten schon.

Habeck (Grüne) und Lindner (FDP) und die „Freiheitsenergien“:

[…] Wirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck hatte den beschleunigten Ausbau auch als zentrales Element bezeichnet, um sich unabhängiger von russischen Lieferungen fossiler Energien zu machen. Finanzminister Christian Lindner (FDP) hatte von „Freiheitsenergien“ gesprochen. […]“ (FAZ: Krieg in der Ukraine : Bundesregierung will 100 Prozent Ökostrom bis 2035, 28. Februar 2022).

Das Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK):

Der Leiter des staatlich finanzierten Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK), Ottmar Edenhofer, sieht die „Klimakrise“ durch den Ukraine-Krieg verdrängt und erwartet durch fehlende Gasimporte gar eine „Treibhausgasneutralität“. So klingt es,wenn Ideologie und Ignoranz (oder mehr) sich in einer Person vereinen:

„[…] Frage: Der Krieg gegen die Ukraine ändert alles. Bringt er auch die Energiewende in Deutschland in Gefahr?

Edenhofer: Die Gefahr ist immer gegeben, weil andere Krisen die Klimakrise leicht verdrängen können. Das wäre nicht das erste Mal der Fall. Aber jeder Aufschub wäre dumm, wir müssen das jetzt gemeinsam anpacken. Wir führen zu Recht eine Debatte über einen Importstopp für russisches Gas und Öl. Wenn wir es geschickt anstellen, kann der Transformationspfad hin zur Treibhausgasneutralität trotzdem gelingen. […]“ (Mantel Nordwest Zeitung, Oldenburg, 09. März 2022)

William Shakespeare: „Das ist die Seuche dieser Zeit: Verrückte führen Blinde“. (König Lear, Graf Gloucester)

Die ohnehin schon gescheitere „Energiewende“ wird weiterhin mit Milliardenbeträgen aus der Zwangsabgabe für alle Stromkunden durch das Erneuerbare Energien Gesetz (in Zukunft aus Steuergeldern = linke Tasche, rechte Tasche) künstlich aufrechterhalten, Deutschland zahlt derzeit die höchsten Stromkosten für eine Kilowattstunde. Der Krieg in der Ukraine wird dazu benutzt, die vorgeblichen Segnungen der Energiewende weiter zu propagieren. Der deutsche Michel hält die Energiewendepropaganda mehrheitlich für die einzige Wahrheit, auch deshalb, weil ihm diese von vielen Medien gehirnwäschegleich täglich ins Hirn geblasen wird.

Eine treffende Analyse der illusionären „Energiewende“ mit realitätsentrückten Politikern findet sich beim Publico-Herausgeber Alexander Wendt. Es ist eigentlich alles gesagt, wurde aber nur noch nicht von allen verstanden, vor allem nicht von denen, die dieses Land lenken:

Die große vollelektrische Bundesillusionsmaschine

Es ist wieder einmal Energiewende-Zeit: Politiker überschlagen sich mit Ideen, russische Gas-Importe zu kappen. Ihre Pläne bestehen aus Überschriften, zu denen der Text fehlt. Nach diesem Prinzip arbeiten deutsche Energiepolitiker schon seit 20 Jahren – als Fachkräfte für den Bau von Luftschlössern

Kaum etwas wächst derzeit so deutlich exponentiell wie die Zahl der Politiker, die Deutschland in die „Energiesouveränität“ (Ricarda Lang) führen wollen.

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