Rheiderland/Ostfriesland: Milchbauer wird Gänsebauer

Foto: Pilsak, Wikipedia CC BY-SA 3.0

Ich habe es satt“, wird der Milchbauer Ambros Veenstra aus dem Rheiderland in der neuesten Ausgabe der Lokalzeitung „Rheiderland Rundschau“ zitiert. Er habe es satt, ständig gegen den Gänsefraß auf seinen Grünlandflächen durch überwinternde arktische Wildgänse anzugehen: Ärger mit dem Umweltministerium in Hannover wegen der Ausgleichszahlungen, Ärger mit Naturschützern, die ihm ständige Hetze gegen die arktischen Zugvögel vorwerfen, das sei für ihn zu viel geworden.

Ich werde aus der Not eine Tugend machen, die Milchviehhaltung gebe ich auf, meine 150 Milchkühe aus dem Boxenlaufstall sind schon fast alle verkauft, ich stelle jetzt um auf Gänsemast“, so Veenstra in der Zeitung. Die Wildgänse hätten ihm das Gras für die Kühen weggefressen, behauptet Veenstra, obwohl wissenschaftliche Untersuchungen das so nicht bestätigen konnten. Er habe sich im vergangenen Jahr in Polen und Ostdeutschland umgesehen und dort einige Gänsemastbetriebe besucht. „Das kann ich auch“, so Veenstra. Nun werden seine Laufställe gänsegerecht umgebaut, die angrenzenden Weideflächen für den Gänseauslauf fuchssicher umgestaltet. „Früher wurde die Gülle aus der Milchviehhaltung auf das Grünland gesprüht, nun werde ich den Gänsekot mit einem aus Polen bestellten Geflügelmistkompaktstreuer als Dünger auf meinem Grünland verteilen“, so Veenstra weiter. Die Landwirtschaftskammer hat ihm bereits Fördermittel in sechsstelliger Höhe als „Pilotprojekt“ in Aussicht gestellt. Zu Weihnachten sollen die ersten Mastgänse aus dem Betrieb Veenstra markt- und schlachtreif sein und verkauft werden.

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