18. April 2020

17. April 2020: Plattmachen im Wiesenvogelbrutgebiet

Weenermoor, LK Leer: Walzen von Grünland am 17. April 2020, die Rabenkrähen schauen zu, ob etwas für sie übrigbleibt -Foto (C): Eilert Voß

Nach weit verbreiteter Bauernmeinung beginnen Wiesenvögel exakt jeweils „am 10. April in normalen Jahren“ mit dem Nestbau. Deshalb würden Bauern eben vor diesem Termin die Böden schleppen, striegeln oder walzen, um die Bodenbrüter zu schützen, man sei ja für den Umweltschutz. Ein entsprechendes Video aus dem Ostfriesischen mit diesen Worten  kursierte am Ostersonntag, 12. April 2020, beim Messenger WhatsApp.

Ausschnitt aus dem WhatsApp-Video vom 12. April 2020

 

Hinter dem WhatsApp-Autor schleppt gerade ein Traktor ein Stück Grünland, „vom NABU“, wie der wiesenvogelbesorgte Landwirt süffisant anmerkt. Wenn das wahr sein sollte, sollten sich die NABUben, die das auf ihrer Pachtfläche veranlassten, schämen. Nur: Damit sind die Bauern eben nicht die besseren Wiesenvogelschützer. Es wird auch nach dem 10. April auf Grünland noch geschleppt, gestriegelt, gewalzt oder gespritzt- und dann mehrfach im Jahr die Flächen gemäht oder begüllt. Das überleben weder Wiesenvogelgelege noch die nicht flüggen Jungvögel. Entsprechend desolat und artenarm sieht es nicht nur in Ostfriesland mit den Wiesenbrütern aus. Bauerpropaganda, auch mit WhatsApp verbreitet, ersetzt eben keine Fakten.

 

 

 

Nachträge:

13. April 2019: Totspritzen von Feuchtgrünland, Jarßum bei Emden – Foto (C): Eilert Voß

21. April 2020: mehr als 30t Gewicht, Gülle auf Grünland, Holtgast/LK Wittmund  – Foto (C): Manfred Knake

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