Herbstgebet

Foto: Manfred Knake

Herbstgebet

Herbstlich zaust der Wind die Zweige
südwärts ziehen jetzt die Schwalben.
Sommerfülle geht zur Neige,
Blätter fallen allenthalben.

Aus der Hecke tönt ganz leise,
ganz verhalten, kaum zu hören,
altbekannte Amselweise-
bloß den Vogel jetzt nicht stören.

Wehmut hat mein Herz umfangen
ob der Tage, die nun enden,
und ich spüre das Verlangen,
mich an Dich, mein Gott zu wenden.

Du bist Anfang, Du bist Ende,
bist der Wind, die Amselweise,
und ich leg in Deine Hände
all mein Bangen still und leise.

Aus: Herbert Zucchi: „Was meine Seele trägt“,
Gedichte, Erzählungen, Essays, Geest Verlag, Visbeck, 2026

Prof. (i.R.) Dr. Herbert Zucchi war ab 1993
bis zu seinem Ruhestand Professor für Zoologie
und Tierökologie an der Hochschule Osnabrück.

 

Dieser Beitrag wurde unter Unsortiertes abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen für den Permalink.