
H.G. Wells, 1920
Der britische Schriftsteller H.G. Wells (1866 – 1946) wurde u.a. bekannt als Verfasser utopischer Literatur, z.B. „Die Zeitmaschine oder „Der Krieg der Welten“. Er war ein Kritiker der fortschreitenden Technisierung der Menschheit, die zum Verlust der Kontrolle und schließlich zur Vernichtung führen werde. Die Neue Zürcher Zeitung aus der Schweiz widmete ihm am 05. September 2026 einen Artikel zum 160. Geburtstag: „Science-Fiction-Autor H. G. Wells: Er nahm die Welt von heute präzise vorweg“. Darin werden Passagen aus seinem dystopischen Roman „Wenn der Schläfer erwacht“ zitiert.
In diesem Roman entwirft er ein beklemmendes Zukunftsbild, das bereits teilweise tatsächlich wahr geworden ist: So werde es als Folge der technischen Entwicklung keine Dörfer oder Kleinstädte mehr, geben, sondern nur noch riesige Grossstädte. Die Technik habe „die Zeitung, das Buch, den Lehrer und den Brief verdrängt“, der Stromproduktion werde alles andere untergeordnet: „Über das ganze Land hin, wo es einst Farmen mit ihren Hecken und Bäumen gab, Dörfer mit Gasthöfen und Kirchen, standen nun auf jedem Hügel, wie Symbole der neuen Zeit, gigantische Windräder und speicherten unablässig die Kraft, die das Stromnetz der Stadt belieferte“.

Windpark Wybelsumer Polder/Stadt Emden, gebaut in einem faktischen Vogelschutzgebiet – Foto: Eilert Voß/Wattenrat
Das Ergebnis dieser Entwicklung sei eine „Maschinenwüste“, die sich „nach jeder Himmelsrichtung in endlosen Reihen“ ausdehne . Der erwachte „Schläfer“ seines Romans warnt vor einer autoritäre Regierung, die den Strom gezielt abschalte, um Demonstrationen zu verhindern. Dazu kämen „Schwätzmaschinen“, die die Bevölkerung auch mit Falschmeldung manipulierten. H.G. Wells: Welch ein Visionär!