Haus- und Feldsperlinge: dramatische Bestandsrückgänge – Ursachen?

Feldsperling, kleiner als Haussperling, erkennbar am schwarzen Wangenfleck – Foto: Andreas Trepte – Eigenes Werk, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5964819

Die sog. „Allerweltsvögel“ Haussperlinge oder Feldsperlinge, kurz nur „Spatzen“ genannt, verschwinden langsam und von vielen unbemerkt aus Städten und dem ländlichen Bereich. Der Rückgang ist dramatisch, an den Ursachen wird geforscht. Eine Studie aus der Schweiz „Chronic exposure to tebuconazole impairs offspring growth and survival in farmland birds: An experiment in captive housesparrows“ aus 2025 nennt das Fungizid Tebuconazol als Ursache, das die Nestlinge der Sperlinge (und vermutlich auch bei anderen Vögeln der Agrarlandschaft)  verkümmern lässt und so die Reproduktion unterbricht:

„Highlights

Parental exposure to tebuconazole at 550 μg.L−1 in water had no effect on clutch traits.

Chicks showed reduced growth in response to tebuconazole.

Chicks showed higher mortality in response to tebuconazole.

Tebuconazole had a greater impact on females than males.

Tebuconazole exposure may affect the reproduction of farmland birds.“

Die vogelkundliche Zeitschrift „Der Falke“ berichtet ebenfalls ausführlich zum bekannten Sperlingssterben im Aprilheft 2026: 

„Zum Rückgang der Feldsperlingsbestände“ 

Auszug: 

“Keiner der Vögel war von Krankheiten wie dem Usutu-Virus, Aviäre Influenza (Geflügelpest/Vogelgrippe) oder dem West-Nil-Virus betroffen. Auch 
bei weiterführenden bakteriologischen und histologischen Untersuchungen ergaben sich zunächst keine Hinweise auf eine Infektion als Rückgangsursache. […] Darüberhinaus wurden die Fungizide Tebuconazol und Epoxiconazol in jeweils einer Leberprobe nachgewiesen, wobei letzteres in der EU keine Zulassung mehr hat. […] Da aber manche Infektionen lediglich an frischtoten Tieren nachweisbar sind sowie sterbende Tiere sich oft zurückziehen und so kaum gefunden werden, können Infektionskrankheiten noch nicht gänzlich ausge schlossen werden und es besteht unbedingt 
die Notwendigkeit, weiterhin vor allem frischtote Tiere zu untersuchen.“ 


Es ist erschreckend, wie vogelstumm es in der Agrarlandschaft zwischen den Städten und Dörfern geworden ist. Es sind nicht nur die Sperlinge, die sich langsam aus dem ländlichen Raum „verabschieden“: Rebhühner, Feldlerchen, Goldammern, Rohrammern, um nur einige Arten zu nennen, sind rar geworden. Die früher häufigen Wiesenbrüter wie Kiebitz oder Uferschnepfe sind Opfer der häufigen Mahd des Grünlandes für das Milchviehfutter geworden, dabei werden Nester zerstört oder flugunfähige Jungvögel ausgemäht. Die Greifvogelart Wiesenweihe hat als Brutvogel kaum noch Überlebenschancen durch die industrialsierte Lndwirtschaft.

„Lebendig“ und wird die Agrarlandschaft an der Küste erst wieder mit dem einsetzenden arktischen Gänsezug. Nur werden die bei uns überwinternden Gastvögel wie Weißwangengänse, Blässgänse oder Graugänse, die z.T. tausende Zugkilometer aus ihren arktischen Brutgebieten zurückgelegt haben, seit Jahren von Bauern als „Schädlinge“ verteufelt, weil sie Gras fressen und den Ertrag beim ersten Schnitt im Frühjahr schmälern können. Die energiereichen ausgesäten Grassorten des Grünlandes für die Milchviehhaltung („Industriegras“) schmecken auch den Gänsen. Nur bekommt der betroffene Bauer staatliche Entschädigungen für nachgewiesenen Fraßschäden. Und drei bis vier weitere Schnitte nach dem Rückflug der Gänse folgen je nach Witterung im Jahr!

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