27. März 2019

´Nationalpark-Partnerschaft´: Bekennerschreiben von Spiekeroog

Foto: Pixabay

War sie etwa Scheintod, „die vor 10 Jahren besiegelte Nationalpark-Partnerschaft“ der Verwaltung des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer mit der Insel Spiekeroog, die nun „wieder mehr mit Leben gefüllt werden“ soll? Jetzt gibt es sogar ein Bekennerschreiben von der Insel: „Der Rat der Inselgemeinde steht geschlossen hinter dem Schutzgebiet“. Donnerschlag, es bedarf offenbar eigentlich inhaltsleerer „Partnerschaften“, um das auch auf den Inseln gültige Nationalparkgesetz durchzusetzen. Muss man sich in Zukunft auch zur Straßenverkehrsordnung „bekennen“, um sie einzuhalten?

Immerhin, auf Spiekeroog ticken viele Bewohner doch etwas anders als auf anderen Inseln. Dort gibt es z.B. keine Bespaßungsfeuerwerke für die Touristen in der Brutzeit. Es gab darüber hinaus ernsthafte Bestrebungen des Inselrates, auch die Silvesterfeuerwerke im Ortsbereich zu verbieten. Das scheiterte an der erfolgreichen Klage eines knallfreudigen Inselgastronoms. Ruhesuchende Urlauber, vor allem die mit Hunden, müssen nun wohl in andere Urlaubsorte ausweichen. Warum also nun die Auferstehung der „Nationalpark Partnerschaft“ mit Spiekeroog? Wie wusste schon Obelix: „Die spinnen, die Insulaner!“ – Oder so ähnlich…

Ostfriesische Inselkommunen wie Baltrum wollten unlängst gar ganz aus dem Nationalpark „austreten“, wegen der gefühlten „Einschränkungen“ durch das Nationalparkgesetz. Dann ruderten man zurück und will nun nach einem Treffen zusammen mit anderen Inselbürgermeistern vom omnipräsenten Umweltminister Olaf Lies (SPD) „Erleichterungenaushandeln. Spiekeroog ist die Vorzeigeinsel im Nationalpark; sie ist nicht so überlaufen wie die anderen Inseln. Das liegt daran, dass die Insel (wie auch Juist) nur tideabhängig, je nach Wasserstand, mit den Fähren erreicht werden kann. Die übrigen Inseln werden mit einem tideunabhängigen Fährfahrplan angelaufen, das schafft „nachhaltigen“ Umsatz, nicht nur für die Reedereien.

Gemeinsame Pressemitteilung der Gemeinde Spiekeroog und der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer, 21. März 2019

Spiekeroog bekennt sich zum Nationalpark

Der Rat der Inselgemeinde steht geschlossen hinter dem Schutzgebiet. Die vor 10 Jahren besiegelte Nationalpark-Partnerschaft soll zukünftig wieder mehr mit Leben gefüllt werden.

In den vergangenen Monaten gab es auf den ostfriesischen Inseln Auseinandersetzungen um das Miteinander von Mensch und Natur im Nationalpark. Auch auf Spiekeroog wurde das Thema intensiv diskutiert, mit klarem Ergebnis: „Der Rat der Gemeinde Spiekeroog steht zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer“.

Auf der Ratssitzung vom 14. März wurde einstimmig die „Spiekerooger Erklärung zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer“ verabschiedet. Sie nimmt Bezug auf das traditionell am Gedanken der Nachhaltigkeit orientierte Selbstverständnis der Insel, das sich „vortrefflich mit den Schutzzielen des Nationalparks verbindet“ und „ideale Voraussetzungen für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit im beiderseitigen Interesse zum Erhalt der natürlichen und kulturellen Werte der Insel“ bietet. Unterschiedliche Sichtweisen und Interessen zu einzelnen Sachfragen wurden stets konstruktiv geklärt, was auch in Zukunft gelingen wird, ist sich der Gemeinderat sicher.

Spiekeroog wurde bereits 2009 erste Nationalpark-Partnergemeinde. Der Gemeinderat will die mit einer Kooperationsvereinbarung besiegelte Partnerschaft in Zukunft wieder mehr mit Leben füllen.

Der vollständige Text der Spiekerooger Erklärung ist auf der Website der Insel nachzulesen.

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