Windkraft: neues Urteil aus Frankreich – Schallgeschädigte klagen erfolgreich

Wohnen mit Windparklärm: Roggenstede im LK Aurich – Foto: Manfred Knake

Hier an der Küste war es der Dauerbrenner: die akustische Belästigung mit gesundheitlichen Schäden durch den tieffrequenten Schall der Windkraftanlagen (unhörbar unter 20 Hertz), die örtlich nur wenige hundert Meter zur Wohnbebauung errichtet worden waren. Die gut vernetzte windige Wirtschaft zusammen mit ignoranten Entscheidungsträgern in den Kommunen oder den Genehmigungsbehörden ignorieren das Thema, bis heute werden Windparks rücksichtslos genehmigt- zum gesundheitlichen Nachteil für die Anwohner.

Der Schall entsteht durch die Rotoren und die Biegungsschwingungen des Mastes. Je nach Bodenbeschaffenheit werden die Schwingungen auch weit entfernt in die Wohnhäuser getragen. Der Rotorenschall dringt auch durch Dächer und Fensterscheiben, eine Dämmung ist weitgehend wirkungslos

In Frankreich gibt es mehrere Urteile im Sinne der Anlieger: Bereits 2021 stellte ein Appellationsgericht in Toulouse fest, dass der Betrieb von sechs Anlagen in einer Entfernung von 700 m bis 1.300 m zu Veränderungen des Gesundheitszustandes geführt habe, zurückzuführen auf tieffrequenten Schall der Anlagen. Die beiden Kläger berichteten über Kopfschmerzen, schmerzhafter Druck auf den Ohren, Schwindel, Müdigkeit, Herzrasen, Tinnitus oder Übelkeit. Sie bekamen schließlich eine Entschädigung zugesprochen von 128.000 Euro zugesprochen weiter.

Das Urteil stützte sich auf wissenschaftliche Veröffentlichungen der französischen Nationalen Akademie für Medizin vom 09. Mai 2017 und der ANSES (Agence nationale de sécurité sanitaire de l’alimentation, de l’environnement et du travail) vom März 2017, die die gesundheitlichen Auswirkungen von tieffrequentem Schall und Infraschall durch Windenergieanlagen untersucht hatten. Aus der französischen Stadt Rennes gibt es ein ähnliches Urteil aus 2024.

Im November 2025 gab es ein Urteil aus Straßburg , das eine ehemalige Lehrerin mit ihrem Ehemann aus dem nordfranzösischen Département Somme erstritten hatte. Ihnen wurde ein Windpark mit zwölf Anlagen etwas mehr als 500 Meter von ihrem Wohnhaus errichtet. Die Folgen: Seit der Inbetriebnahme im Jahr 2009 litten sie unter Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Stress und Angstzuständen, die sie vorher nicht hatten. Ein neurologisches Gutachten stellte das fest. Die Symptome verschwanden, sobald sich die Kläger außerhalb aufhielten oder die Anlagen abgeschaltet wurden. Das Ehepaar erhält eine Entschädigung von 13.300 Euro. Nur werden die Anlagen dadurch nicht leiser.

In Deutschland wird das Thema „tieffrequenter Schall“ immer noch heruntergespielt, es stört die Genehmigungspraxis. Vorgeschoben wird der imaginäre „Klimaschutz“. Tatsächlich geht es um die Einnahmen der auf 20 Jahre garantierten und risikolosen steuerfinanzierten Einspeisevergütung aus dem Erneuerbare Energien Gestz (EEG), der „Lizenz zum Gelddrucken“ für die Betreiber. Die finanziell klammen Kommunen erstellen zuerst die Flächennutzungspläne und profitieren dann von den Mehreinnahmen durch das Niedersächsischen Windgesetz, auch die Anlieger können Geldleistungen geltend machen. Klartext: Mit Barem werden die Betroffenen ruhiggestellt. 

Durch die Schleifung von Naturschutzauflagen und die Beseitigung weiterer gesetzlicher Genehmigungshemmnisse zunächst durch die abgewählte Ampelregierung, fortgesetzt von der schwarz-roten Koalition unter Kanzler Merz, werden derzeit in vielen Kommunen weitere Windkraftprojekte auf den Weg gebracht, zum Schaden der Anlieger und zum Nutzen der Investoren. Eine kritische Berichterstattung in den Mainstreammedien, die vor einigen Jahren noch stattfand, findet man heute kaum noch.

Hier einige Links, in der auch Betroffene zu Wort kommen:

https://www.wattenrat.de/2016/06/10/windenergie-umweltausschussmitglieder-des-niedersaechsischen-landtages-betroffen-ueber-anlagendichte/

https://www.wattenrat.de/2016/04/21/windenergie-schlafasyl-vor-laufender-kamera/

https://www.wattenrat.de/2015/06/28/windkraft-in-ostfriesland-es-reicht-bericht-von-zwei-veranstaltungen-streit-der-windbarone/

https://www.wattenrat.de/2016/05/15/im-nest-der-windenergie-samtgemeinde-holtriem-in-westerholtlk-wittmund-kluengel-und-filz-laesst-windkraftanlagen-spriessen/

https://www.wiwo.de/technologie/umwelt/windenergie-wenn-anwohner-unter-windparks-leiden/25477828.html

https://www.wattenrat.de/2015/01/08/windenergie-in-ostfriesland-wohnnutzung-wird-aufgegeben-nachrichten-aus-dem-kommunalen-sumpf/

 

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