Gänsewachtbericht 2025/26 aus dem Naturschutzgebiet Unterems: Anspruch und Wirklichkeit

Vorher: 12 Jan. 2026, äsende Nonnengänse am Petkumer Emsdeich – Foto: Eilert Voß/Wattenrat

Gänsewachtbericht 2025/26 aus dem Naturschutzgebiet Unterems: Anspruch und Wirklichkeit

Unser Mitarbeiter Eilert Voß stand von November 2025 bis Januar 2026 wieder mit Fernglas und Kamera, bei jedem Wetter und unterstützt von einigen Helfern aus der Region, „auf Posten“ und dokumentierte dort das Geschehen im Teilgebiet des EU-Vogelschutzgebietes „Naturschutzgebiet Unterems“ bei Petkum.Warum macht Voss das? Über die Jahre wurden dort immer wieder Jagdverstöße der Hobbyjäger festgestellt: Abschuss nicht jagdbarer Arten, Jagd ohne gebrauchsfähigen Jagdhund oder Jagd bei dichtem Nebel, ohne dass die verschiedenen Arten sicher angesprochen werden konnten, oder die Jagd mit verbotenem Bleischrot. Dies ist nur ein Ausschnitt aus einem kleinen Gebiet an der Ems. Wie wird in anderen Revieren Deutschlands auf Wasservögel gejagt, wo nicht genau hingeguckt wird? Und es ist nicht nur die Jagd, die häufig Unruhe in das Schutzgebiet bringt und die Vögel nicht zur Ruhe kommen lässt.

Nachher: 12. Jan. 2026, Nonnengänse fliehen vor einem Spaziergänger mit freilaufendem Hund. Auch diese kräftezehrende Störung der Gänse ist kein Einzelfall. – Foto: Eilert Voß/Wattenrat

Inzwischen ist das Jagdgeschehen bei Petkum wegen der ständigen Beobachtungen zwar ruhiger geworden, dennoch kommt es immer wieder zu Verstößen, wie zuletzt im November 2025 und Januar 2026, als dort Blässgänse geschossen wurden, die in Niedersachsen keine Jagdzeit haben. Derzeit ermittelt die Polizei in der Angelegenheit. In der Vergangenheit verliefen alle gemeldeten Jagdverstöße im Sande. Ein Journalist und Jäger, der für den NDR 2012 eine Reportage über die Gänsejagd an der Ems drehte (beim Wattenrat: „Gänsekrieg in Ostfriesland“ – mehr Ente als Gans, Schädlingsbekämpfer oder Jäger?), versuchte Voss darin lächerlich zu machen. Den ausführlichen Gänsewachtbericht  2025/2026 veröffentlichen wir als bebilderte .pdf-Datei.

„Versehrtentreff“ von verletzten und  damit flugunfähigen Blässgänsen, Gandersum/Ems – Foto: Eilert Voß/Wattenrat

Der Anspruch und die Wirklichkeit in diesem Schutzgebiet wird im  Bericht von Eilert Voß deutlich:

Gänsewacht in Petkum. 2025-2026

17. Periode, 01.11.2025 bis 15.01.2026

Petkum: die 17. Gänsewacht am Petkumer-Siel ist erfolgreich beendet. Neben intensiven Erlebnissen in der Natur blickt eine engagierte Gänsewacht-Gemeinschaft auf beeindruckende Momente an der Ems zurück. Im obligatorischen Abschluss-Bericht werden Ergebnisse der 76-tägigen Beobachtungszeit kritisch hinterfragt und der interessierten Öffentlichkeit hiermit vorgestellt. Nutzer des ostfriesischen Wattenrats nehmen somit am aktuellen Zugvogel-Geschehen winterlicher Vogelarten teil, dass alljährlich Petkums Emsvorländer vom 1. November bis zum 15. Januar aufwertet. Nach herbstlichem Wegzug vieler Limikolen-Arten in südeuropäische und afrikanische Überwinterungsgebiete füllen arktische Gänse entstandene Lücken in der Artenvielfalt. Gänse bereichern die Emslandschaft und nutzen Petkums Umland in einer Zeit, während die Gegend um den Polarkreis lebensfeindlich kalt ist. Dass Petkum die Erwartungen an die Qualität eines Winterquartiers nicht immer erfüllt, versteht sich von selbst, denn Wildgänsen stehen kaum noch ungestörte Landschaften zur Verfügung. […]

Hier der vollständige Bericht als .pdf-Datei: Gänsewacht_2025_2026

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