12. Januar 2011

Hubertus hilf, oder „ab in die Tonne“

Hubertuskreuz als Mahnung an die Jäger im Wattenmeer, eingesetzt 1989 am Dollart

Hubertusmessen werden jährlich zu Ehren Gottes und zur Erinnerung an den Heiligen Hubertus von Lüttich um den 3. November (Hubertustag) gefeiert. Der Überlieferung nach war Hubertus als junger Adeliger ein leidenschaftlicher und ausschweifender Jäger, der die Erlegung des Wildes als Selbstzweck sah. Im reiferen Alter, nach der Erscheinung eines weißen Hirsches mit einem Kreuz im Geweih,  sah Hubertus in allen Wesen Geschöpfe göttlichen Ursprungs und widmete sich von diesem Moment an der Hege und Pflege des Wildbestandes.

Diese Grundhaltung der „Achtung vor dem Geschöpf“ ging als sogenannte „Waidgerechtigkeit“ in die Verhaltensgrundsätze der Jägerschaft ein. Die Hubertusmesse ehrt den Schutzpatron der Jäger und mahnt zum verantwortlichen Umgang mit den Tieren in freier Natur. So jedenfalls die Legende und die jagdliche Theorie. Die Realität sieht ganz anders aus. Man muss nur die Wattenrat-Seiten über die Jagd auf Gänse während Nebel, Schneetreiben und Dunkelheit im Naturschutzgebiet „Petkumer Deichvorland“ an der Ems lesen. Es gibt Jäger der Industrie- und Wegwerfgesellschaft, die sich offenbar weit von diesen hehren Grundsätzen entfernt haben: Erlegtes Wild wird zu Abfall und kommt einfach in die Tonne. Darüber schweigt die Jagdpropaganda. Die nachfolgenden aktuellen Bilder bekamen wir aus einer Tierkörperverwertungsanlage (was für ein Wortmonstrum!). Dazu muss nichts mehr gesagt werden, außer, dass sich der heilige Hubertus mal wieder vernehmlich bei vielen Jägern bemerkbar machen sollte. Hubertus gab übrigens die Jagd auf, so die Legende.

Erlegte Hauskatze

Erlegter Fuchs

...in die Tonne, die "Achtung vor dem Geschöpf"?

Abfall oder Wildtier?

Erlegte und entsorgte Dachse, warum?

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