9. September 2020

Windenergie: NABU und Windenergiebranche gemeinsam für Abbau von Genehmigungshemmnissen

Umweltminister Olaf Lies (links) bei der Übergabe an Marie Kollenrott (LEE) und Dr. Peter Best (NABU). (Bildzitat: LEE aus topagrar vom 04.09.2020)

Der NABU ist mal wieder nach allen Seiten offen, oder nicht mehr ganz dicht? Auf der einen Seite initiierte der NABU zusammen mit den Grünen das niedersächsische Volksbegehren Artenschutz (und parallel dazu den „Niedersächsischen Weg“, auf dem mit Bauern und Landespolitik gekungelt wurde), auf der anderen Seite macht der NABU gemeinsame Sache mit der Branche der „Erneuerbaren“, also auch der Windenergie, die mit derzeit mehr als 30.0000 wetterabhängigen Anlagen in Deutschland Lebensräume zerstört, Vögel und Fledermäuse tötet und Anwohner um die Gesundheit bringt.

Am 04. Sept. 2020 berichtet die Landwirtschaftsseite „top-agrar“ dies:

Naturschutz und Windbranche wollen schnellere Genehmigungen

Umweltminister Lies überreicht einen Förderbescheid für ein Kooperationsprojekt vom Landesverband Erneuerbaren Energien und NABU Niedersachsen. […]

Zitat daraus: „Unser gemeinsames Ziel ist es, im Spannungsfeld von Arten-, Umwelt und Klimaschutz die sozialverträgliche Beschleunigung von Genehmigungsprozessen für EE-Anlagenzubau zu erreichen und Hemmnisse zu beseitigen“, sagt Dr. Peter Best, Mitglied des NABU-Landesvorstand. Marie Kollenrott, stellvertretende LEE- Geschäftsführerin, ergänzt: ´NABU und LEE sind sich in der Sache einig: Wir müssen gemeinsam alles tun, damit das Klima effektiv geschützt wird, dazu gehört auch eine stark beschleunigte, einhundertprozentige Energiewende. Wir wollen verhindern, dass Artenschutz und Energiewende gegeneinander ausgespielt werden.´“ Zitat Ende

Blick aus dem Windpark Ochtersum/LK Wittmund/Nds. auf den Windpark Utgast – Foto (C): Manfred Knake

Dr. Peter Best (nein, nicht der mit der Zahnbürste aus der Fernsehwerbung) ist Jurist und war viele Jahre im niedersächsischen Justizministerium und später in der Europaabteilung der niedersächsischen Staatskanzlei tätig. Sein Fachgebiet ist die Europapolitik und die EU-Förderstruktur.

Der NABU ist ein Naturschutzverband, kein Energieförderverein wie der Landesverband Erneuerbare Energien (LEE), der ausschließlich wirtschaftliche Interessen verfolgt, auch gegen die von der Windkraft gesundheitlich beeinträchtigten Anwohner und gegen den Artenschutz. „Inhaltlich und moralisch entkernt“ warfen bayerische Naturschützer den „großen deutschen Umweltverbänden“ bereits 2018 in einem offenen Brief im Zusammenhang mit der Unterstützung der Windindustrie vor: hier. Siehe auch hier: Krüger (NABU-Präsident) und Krischer (MdB, B90/Die Grünen): windige Brüder im Geiste?

Auf Bundesebene arbeitet die Umweltministerkonferenz (UMK) ebenfalls beharrlich am Abbau von artenschutzrechtlich bedenklichen Genehmigungshemmnissen für den beschleunigten Ausbau der Windkraft.

Was also hält die echten Naturschützer noch im NABU (oder BUND), der Nistkasten? Der Austritt aus diesem Verband erscheint als die „nachhaltigste“ Lösung.

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