NABU: „Die Stunde der Wintervögel“ als Marketinginstrument

Screenshot/Bildzitat, abgerufen am 09. Jan. 2026  – https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stunde-der-wintervoegel/index.html

Heute ist in mehreren Tageszeitungen in Niedersachsen im redaktionellen Teil zu lesen: „Nabu ruft auf zur Zählaktion“. „[…] der Naturschutzbund (Nabu) Deutschland [ruft] vom 9. bis 11. Januar erneut zur bundesweiten Zählaktion ´Stunde der Wintervögel´ auf, der größten wissenschaftlichen Mitmachaktion dieser Art in Deutschland.“ Die „Stunde der Wintervögel“ ist seit Jahren ein Marketinginstrument des Naturschutzbundes, um an die Adressen von potenziellen Neumitgliedern zu gelangen, die dann gezielt einen Mitgliedsantrag zugeschickt bekommen.

Im Frühjahr wird die Aktion zur „Stunde der Gartenvögel“. Die Aktionen mit diesem Marketing-Hintergrund werden kritiklos von den Medien übernommen. Mit „Wissenschaft“ haben winterliche Vogelzählungen am Futterhaus nichts zu tun: Die Artenkenntnisse der Aktionsteilnehmer sind sehr unterschiedlich, die Struktur der Gärten unterscheidet sich mit regional unterschiedlichen Vogelarten ebenfalls, dazu kommen die völlig unterschiedlichen Wetterbedingungen in Deutschland an den Zähltagen. Das Endergebnis dieser winterlichen NABU-Zählungen darf jetzt schon vermutet werden: Spitenzreiter der Beobachtungen werden wieder Haussperling, Kohlmeise und Blaumeise sein, wer hätte das gedacht!

Umweltkonzern NABU am Tropf von Bund und Ländern

Der NABU hat sich inzwischen zu einem Umweltkonzern entwickelt, der Verein soll mehr als 900.000 Einzelmitglieder haben. Hauptamtliche Mitarbeiter arbeiten auf  Vollzeitstellen. Zudem hängt der NABU am Tropf von Bundesmitteln: Der Verein erhält als NGO Fördergelder in mehrfacher Millionenhöhe für Naturschutzprojekte, z.B. für das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) und EU-Fördermittel (z. B. LIFE), die über Bund und Länder ausgezahlt werden.

Der NABU als Drehtür für Funktionäre

Derzeit ist Jörg-Andreas Krüger, ein aktiver Jäger, Präsident des NABU. Sein Vorgänger war Olaf Tschimpke mit einem Jahresgehalt von ca. 150.000 Euro, der 2019 nicht ganz freiwillig den NABU als Präsident verließ. Im Herbst 2019 übernahm Tschimpke den Hauptvorsitz der Stiftung „NABU International Naturschutzstiftung“, ein ebenfalls üppig dotierter Posten auf politisch korrekter Klimalinie.

Einige ehemalige Spitzenfunktionäre des NABU wechselten in die Politik: Jochen Flasbarth als ehemaliger NABU-Präsident bekam den Posten des Umweltbundesamt-Präsidenten (UBA), er wurde später Staatssekretär im Bundesumweltministerium (BMU). Der frühere NABU-Landesvorsitzende in NRW, Josef Tumbrinck, wechselte als Unterabteilungsleiter ins Bundesumweltministerium. Später wechselte er zurück nach NRW, als Abteilungsleiter für Naturschutz im Landesumweltministerium.

Drückerkolonnen und Karteileichen

NABU Mitglieder werden auch von studentischen Drückerkolonnen an den Haustüren geworben, angeheuert von einer Werbeagentur. Die Studenten erhalten bei erfolgreicher Mitgliederwerbung pro Abschluss eine Prämie. Viele NABU-Mitglieder bleiben anschließend zahlende Karteileichen. Hier in Ostfriesland ist vom NABU kaum etwas zu den massiven Eingriffen in Natur- und Landschaft durch die Windenergienutzung oder den dramatischen Verlusten von Wiesenbrütern durch die Intensivlandwirtschaft zu hören.

Mehrfach in die Schlagzeilen kam der ostfriesische NABU durch die Misswirtschaft mit anvertrauten wetterfesten Robustrindern und -pferden, die durch mangelnde Aufsicht und Pflege erkrankten oder verendeten. In den Ortsvereinen beschäftigt man sich überwiegend mit dem Nistkastenbau, dem Bau von Insektenhotels, Fledermausexkursionen oder, wogegen es keine Einwände gibt, den Schutz von Kröten bei Krötenwanderungen.

Marketing statt Naturschutz

Warum durchschaut man den Marketing-Trick des NABU mit den jährlich wiederkehrenden Zählaktionen in den Redaktionen nicht und macht damit kostenlose Werbung „copy & paste“ für den Umweltkonzern? Ist es der unverfängliche „Naturschutz light“, inhaltlich konfliktfrei, vom NABU per Mail in die Redaktionen geschickt? In der heutigen Zeit des politisch gesteuerten Abbaus von Naturschutzstandards, z.B. für den weiteren Ausbau der Windkraft, gäbe es ganz andere brisante Naturschutzthemen, über die mit Rechercheeinsatz zu berichten wäre, die  aber in den Redaktionen unter die Tische fallen.

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