Deichbau bei Campen, LK Aurich: Wie man aus der Not eine Tugend machte

Gemähter Bereich im Vorland Campen, Februar 2015. Foto: NLWKN

Gemähter Bereich im Vorland Campen, Februar 2015. Foto: NLWKN

Die Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven preist die Renaturierung eines ehemaligen Spülfeldes in der strengsten Schutzzone bei Campen im Landkreis Aurich. Renaturierung klingt gut, ist es eigentlich auch. Nur wäre es dazu wohl nie gekommen, hätte man nicht Sand, jawohl Sand!, für die Deichverstärkung im nahen Upleward gebraucht. Der Sand wird als Kern für Deiche eingebracht, der dann mit einer Schicht aus elastischem, weitgehend wasserresistenten Kleiboden abgedeckt wird, damit der Deich nicht wie ein Kartenhaus zusammenbricht. Vor ca. dreißig Jahren wurden in das Deichvorland bei Campen große Mengen Spülgut gepumpt, illegal soll das gewesen sein, durch das Wasserschifffahrtssamt, nichts Seltenes im Lande, wenn sich Behörden Rechte herausnehmen, die sich gar nicht haben. weiter »

Upleward: Halli Galli im Schlick des „Weltnaturerbes“ mit SPD-MdB

Schlickschlittenrennen ("Kreier") im Watt bei Upleward vor der Kulisse des Kohlekraftwerkes Eemshaven/NL

Upleward in der Gemeinde Krummhörn (Greetsiel) im Landkreis Aurich ist ein besonderer Ort: Hier stoßen sich Naturschutz und die Spaßgesellschaft hart im Raum des „Weltnaturerbes“ Wattenmeer. Direkt südlich von Upleward schließt die strengste Schutzzone des Nationalparks, die Ruhezone, mit einer natürlich gewachsenen Muschelschillbank an, die Brut- und Rastplatz zahlreicher Vögel des Wattenmeeres ist. Upleward verfügt über einen – nein, kein Ostfriesewitz –  „Trockenstrand“ binnendeichs, zum Baden geht man über den Deich ins Watt. Auch Kitesurfer nutzen das Wattenmeer vor Upleward und können sich hier in einer Surfschule ausbilden lassen. Ab und zu verliert ein Kiteschüler die Kontrolle über sein Zugsegel und findet sich dann an der Muschelschillbank wieder, was die dortigen Vögel zur Flucht veranlasst. Und etwas weiter nördlich von Upleward bei Hamswehrum wird derzeit vom Watt aus gebohrt, horizontal, mit Deich- und Vorlandquerung für die Offshore Netzanbindungen des Windparks BorWin 3 und 4, im Auftrag der TenneT. Die Arbeiten erfolgen wattseitig in der Zwischenzone des Nationalparks. weiter »

Kitesurfer im Wattenmeer: zu Lande, zu Wasser und in der Luft

Kitesurfer aus der Luft: Naturschutz im freien Fall

Kitesurfer in Schutzgebieten stören keine Vögel, sagen jedenfalls die Kiter. Die Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven sieht jedoch sehr wohl „erhebliches“ Störungspotenzial, genehmigte aber trotzdem viele Flächen ausgerechnet in den eigentlich dafür verbotenen Zwischenzonen des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer („Weltnaturerbe“) von Cuxhaven bis Emden und sieht das gar als „Lösung“ des Konfliktes an. Das ständige Auf und Ab der sich schnell bewegenden Drachensegel, verbunden mit Sprüngen und rasanten Wendungen der Kitesurfer, machen diese Sportgeräte für störungsempfindliche Vogelarten völlig unberechenbar, sie fliehen weiträumig, oft völlig unbemerkt von den Wassersportlern. weiter »

Kitesurfer im Nationalpark: Bündnisgrüne Kritik an Nationalparkverwaltung

Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, strengste Schutzzone (Ruhezone), Campen/Upleward, 22. Mai 2012: Rastvögel werden durch Kitesurfer gestört

Seit Jahren weist der Wattenrat Ostfriesland auf die befremdliche Genehmigungspraxis der Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven bei der Ausweisung von Flächen für Kitesurfer in der eigentlich dafür verbotenen Zwischenzone des Nationalparks hin. Eine besonders umstrittene Fläche wurde im Watt vor Upleward im LK Aurich ausgewiesen, sogar gegen den öffentlich Protest und die naturschutzfachlichen Begründungen des Landkreises Aurich als Untere Naturschutzbehörde. weiter »

Leuchtturm: Campen will Paris werden

Leuchtturm Campen, Gem. Krummhörn, LK Aurich

Im Dorf Campen, Gemeinde Krummhörn, LK Aurich, will man mit Paris gleichziehen, wegen des Fremdenverkehrs. In Campen steht ein Leuchtturm, der höchste Deutschlands, direkt am „Weltnaturerbe“ Wattenmeer. Er dient als weithin sichtbare Tagesmarkierung an der Ems und wird nachts als Leitfeuer zur Fahrt durch das Randzelgat in der Westerems vor Borkum befeuert. Und er steht und nicht weit von einer herausragenden Brut- und Rastfläche in der strengsten Schutzzone des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer, der auch „Weltnaturerbe“ ist. Der Leuchtturm soll nun für den Tourismus aufgemotzt und zusätzlich auch noch angestrahlt werden, man will einen „Eiffelturm“ im Dorfe, so ein Campener Bürger. Nur ist Campen nicht Paris und wird es auch nicht werden. In Paris werden durch den Eiffelturm keine Brut- oder Rastvögel in einem Schutzgebiet gestört. In Campen wäre das der Fall, denn hell erleuchtete Objekte an Zugrouten von Zugvögeln werden leicht zu Todesfallen. Ohnehin verunglücken schon viele geblendete Tiere leicht an den Leuchtfeuern, die der Schiffssicherheit dienen. Die zusätzliche Spaßbeleuchtung wird das Problem für die Tiere verschärfen. Die Tourismusmacher der Gemeinde Krummhörn haben sich schon andere „Späße“ an diesem Ort ausgedacht und mit Hilfe der Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven umgesetzt: Kitesurfer, auch ungeübte Kiteschüler, dürfen in unmittelbarer Nähe der Rast- und Brutfläche, eine natürlich gewachsene Muschelschillbank, in Upleward ihren Sport ausüben und vertreiben auch so die geschützten Vögel von ihren geschützten Flächen. Alles ist möglich im Tourismus-Spielplatz „Weltnaturerbe“, nur kein ordentlicher und fachlicher Naturschutz.

 

weiter »

Schutzzonen für Kitesurfer: Rechtsbeugung im „Weltnaturerbe“ Wattenmeer

Kitespot Upleward/LK Aurich: fliehende Pfeifenten, 03. Okt. 2009

Ein Kommentar von Manfred Knake zu den Genehmigungen von Kitesurfflächen in den Schutzzonen des Nationalparks durch die Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven:

So steht es auf der WebSeite der Nationalparkverwaltung:

Weitere Regelungen

Kitesurfer üben durch ihre Zugdrachen eine besondere Störwirkung auf Brut- und Rastvögel aus. Die Vögel nehmen die Drachen, die sich am Himmel bewegen, als Greifvögel wahr und ergreifen die Flucht. Deshalb ist das Kitesurfen – wie alle Drachensportarten – in der Ruhe- und Zwischenzone des Nationalparks grundsätzlich verboten. Erkundigen Sie sich bei den Gemeinden nach speziell zugelassenen Kitesurf-Flächen.“

Nun ist alles anders; es gibt auf einmal, gutachterlich festgestellt, keine negativen Auswirkungen durch Kiter mehr:

weiter »

Upleward: „Karneval“ im Weltnaturerbe

Gaudi im "Weltnaturerbe" für den guten Zweck

Upleward in der Gemeinde Krummhörn (LK Aurich) entwickelt sich zum Gaudizentrum des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer im „Weltnaturerbe“. Nicht nur, dass hier Kitesurfer auf vielen Hektar Fläche Vögel des Wattenmeeres vertreiben, nein, auch das Brauchtum (oder was man dafür hält) wird hier gepflegt. In diesem Jahr war es wieder das Schlickschlittenrennen, das die Massen lockte. Als „Karneval im Watt“ wurde diese Nummer angepriesen, das hier abgebildete Plakat war als Aushang im NABU-Nationalparkhaus in Greetsiel zu sehen. Der NABU ist eigentlich ein Naturschutzverband, zu dessen satzungsgemäßen Aufgaben es gehört, Schaden von der Natur abzuwenden, eigentlich.

Kein Event ohne den „guten Zweck“: Vom „Karneval im Wattenmeer“ soll die Niedersächsische Krebsgesellschaft profitieren. Wie viele Schlickkrebse allerdings durch dieses Treibenim Watt der Zwischenzone Erholungszone des Nationalparks ihr Leben ließen, ist nicht gezählt worden. Die Tagespresse berichtete ausführlich über das Spektakel; dass es sich hier um ein Stück eines Großschutzgebietes handelt, war weder der Regionalpresse noch den berichtenden Rundfunk- und Fersehsendern eine Erwähnung wert. Die dortige kleine Erholungszone wurde den Wünschen des Uplewarder Tourismusgeschäfts angepasst: Sie liegt im Watt direkt vor dem Deich und ist 900 m lang und geht nur 200m weit ins Watt hinein, südlich schließt umittelbar die strengste Schutzzone „Ruhezone“ mit einem herausragenden Brut- und Rastgebiet an. Westlich und nördlich grenzt sie an die Zwischenzone.  In der Erholungszone oder den angrenzenden Zonen ist es laut § 6 , § 12 und § 15 des Nationalparkgesetzes  verboten:

– lärmintensive Veranstaltungen durchzuführen

– lärmintensive Veranstaltungen können mit Ausnahme von Motorsportveranstaltungen im Einzelfall zugelassen werden, soweit der Schutzzweck es erlaubt (gilt für die Erholungszone)

– die Ruhe der Natur durch Lärm oder auf andere Weise zu stören, weiter »

Kitesurfer: Genehmigung bis 2013 verlängert

Vogelscheuchen: Kitesurfer im Nationalpark an der Muschelschillbank bei Campen/Upleward

Was zu erwarten war: Die Nationalparkverwaltung hat die Genehmigung für den umstrittenen Kiter-Spot in Upleward im Landkreis Aurich (und anderswo!) bis 2013 verlängert, Probleme werden nicht gesehen. Das sieht der Wattenrat anders. Die Fläche für die Kitesurfer liegt in der Zwischenzone des Nationalparks, und da ist die Verwendung von Drachen („Kites“) aller Art einfach nur verboten. Die Nationalparkverwaltung hob dieses Verbot mit einer „Befreiung“ auf und machte sich damit zum Erfüllungsgehilfen der Tourismusindustrie, die damit das Geschäft an diesem Ort ankurbeln will.

weiter »

Siegerfoto

Siegerfoto von Bernd Theeßen

Heute erscheint im Emder Teil  der Ostfriesen Zeitung das Siegerfoto zum Thema „Wasser“, fotografiert von Bernd Theeßen aus Hinte in der Nähe der Muschelschillbank von Upleward im Nationalpark Wattenmeer. Herr Theeßen hat uns sein schönes Foto zur Verfügung gestellt, der kunstsinnige Fotograf Eilert Voß aus Widdelswehr hat es kommentiert. Wir danken Herrn Theeßen für die Überlassung des Bildes.

weiter »

„Weltnaturerbe“ Wattenmeer: das Sommerloch mit Abschlussdeich und neuen Stränden gestopft

Die hochsommerlichen Temperaturen schlagen bei einigen Zeitgenossen wohl aufs Hirn. Das Sommerloch gebar im derzeit  subtropischen Ostfriesland absonderliche Vorschläge, die direkt das „Weltnaturerbe“ Wattenmeer, ganz nebenbei auch Nationalpark, Biosphärenreservat, FFH- und EU-Vogelschutzgebiet, tangieren. Nationales und internationales Naturschutzrecht sind für einige Mitbürger vernachlässigbare Kriterien, wenn es um die eigenen Erholungsinteressen geht. Die Ostfriesen Zeitung in Leer heizt damit wieder einmal die Diskussion um noch mehr Nutzungen in einem ohnehin vom Massentourismus gebeutelten Gebiet an. Jeder Hans und Franz  hat eine Meinung und einen Vorschlag, wie man noch mehr Nutzungen  im „Weltnaturerbe“ Wattenmeer unterbringen könnte, ohne aber die Rechtsgrundlagen zu kennen.

Fun und vertriebene Brandenten im "Weltnaturerbe": Norderney, Juli 2010

weiter »