1. Januar 2011

Erich Bolinius (FDP) will Dollart abriegeln

Der Jahresendknaller von Erich Bolinius aus Petkum: Eine Brücke über den Dollart!

Nein, es war nicht der 1. April, als Erich Bolinius (FDP) aus Petkum (Emden) wieder zur Hochform auflief. Kurz vor Jahresschluss ließ er noch einen Knaller auf seiner WebSeite der FDP-Emden ab: Nun will Erich B. mit niederländischen Gesinnungsüberzeugten, dem Honorarkonsul der Niederland in Emden, Johannes Riepma und Rikus Jager, dem Bürgermeister der niederländischen Gemeinde Westerveld, ein neues Sperrwerk mit einer Brücke über den Dollart.

Die Brücke über den Dollart?

Geht´s noch, Herr Bolinius? Gebechert wird normalerweise am 31. Dezember zu Silvester und nicht schon vorher. Das bisherige Sperrwerk, richtiger Weise ein Stauwerk für die Meyer Werft in Papenburg, hat schon zu erheblichen Kosten und vor allem zu erheblichen Verschlickungen der Ems geführt. Der Steuerzahler durfte zahlen, und Herr Meyer seine überdimensionierten Musikdampfer die Ems herunter quälen, durch ein EU-Vogelschutzgebiet! Nun will Herr Bolinius den gesamten Dollart vom Meerwassereinfluss abriegeln lassen und damit sogar das „Ökosystem im Dollart verbessern“. Über die Kosten und die Folgen schweigt er sich aus, er ist ja auch Politiker, der in wenigen Jahren in den Ruhestand gehen wird und für die Folgen nicht mehr verantwortlich gemacht würde. Der Dollart gehört, ganz nebenbei, zu den letzten großflächigen Brackwasser-Gezeitenbereichen Deutschlands mit riesigen Brackwasserröhrichtgürteln. Der deutsche östliche Teil des Dollarts ist Bestandteil des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer und des „Weltnaturerbes“. Ein großer Teil des Dollarts liegt auf niederländischem Staatsgebiet. Der Dollart ist eines der bedeutendsten Rast- und Brutgebiete für verschiedene Gänse- und Entenarten und Limikolen, Liegeplatz für Seehunde und unterliegt dem Schutz der FFH- und EU-Vogelschutzrichtlinie. Solche Petitessen stören einen Lokalpolitiker wie Erich Bolinius nicht, solchen Politikern sind auch nationale und internationale Schutzbemühungen und – verpflichtungen nicht nahezubringen, sie gehen glatt am lokalpatriotischen Allerwertesten vorbei. Hauptsache man kann sich in der Zeitung wiederfinden, mit welchem Schwachsinn auch immer.

Emden, den 30. Dezember 2010

An die

Niedersächsische Staatskanzlei
Presse- und Informationsstelle der Landesregierung
Planckstraße 2
30169 Hannover

Lenkungsgruppe „Emskanal“

hier: Vorschlag zum Bau eines Sperrwerkes/Staudamms in Höhe der Knock

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit über 10 Jahren setzen wir uns für den Bau einer Brücke über den Dollart ein. Sowohl in den Delfzijl als auch in Emden wurden mit maßgeblichen Vertretern aus der Politik, Wirtschaft und des öffentlichen Lebens Versammlungen durchgeführt. Die Resonanz war überwältigend positiv. Ein Gutachten von der Hanze Hoogeschool in Groningen liegt vor.

Die Stadt Emden hat offiziell verkündet, dass sie großes Interesse an einer Brückenverbindung hat. Bisher konnten leider keine Erfolge auf Verwirklichung erzielt werden. […]

Edit: Der Blödsinn des liberalen Herrn B. aus P. hatte nur eines sehr geringe Halbwertszeit, er wurde als solcher sogar in Hannover erkannt,  die „Ems-Lenkungsgruppe“, die eigentlich auch immer am Rad dreht, lehnte seinen Vorschlag ab:

Emder Zeitung 10.2.2011

Idee von einem Damm über den Dollart ist vom Tisch

Der deutsch-niederländische Vorschlag ist laut Ems-Lenkungsgruppe zu teuer. Auch das Emskanal-Projekt wurde erst einmal zurückgestellt.

Emden. Einen Damm in der Dollartmündung wird es – zumindest in absehbarer Zeit – nicht geben. Einen entsprechenden Vorschlag aus Emden und den Niederlanden hat die Ems-Lenkungsgruppe verworfen.

Die Idee, einen Damm mit Schleuse und Straße in Höhe der Knock zu bauen, hatten der niederländische Honorarkonsul Johannes Riepma, der niederländische Bürgermeister von Westerveld, Rikus Jager, und der Emder FDP-Fraktionsvorsitzende Erich Bolinius eingebracht. Dies war als Alternative zu den aktuellen Plänen für einen Emskanal und eine Schleuse im bestehenden Emssperrwerk bei Gandersum gedacht. […]

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