25. August 2013

Die Nordsee-Saubermänner: Propagandamüll

Kegelrobbe mit Netzrest

Im Februar 2013 berichteten wir von der NABU-Aktion „Fishing for Litter“, mit der angeblich das Problem der Nordseevermüllung mit Plastik angegangen werden kann. Mit Hilfe der Kutterfischer soll die Nordsee nun „sauber gemacht“ werden (plattdeutsch: schoon moken). Mit ganzen 60 Kuttern mit sehr begrenzter Ladekapazität – Fische oder Krabben sollen ja auch noch an Bord geholt werden – will man tatsächlich der Öffentlichkeit einreden, man könne so wirksam gegen die unglaublich hohe Plastikvermüllung im Meer vorgehen. Auf den Inseln und an den Badestränden des Festlandes wird der angespülte Plastikmüll ohnehin schon regelmäßig seit Jahrzehnten aufgesammelt und entsorgt. Was tatsächlich abgefischt werden kann, ist nur ein sehr geringer Bruchteil des Mülls, der in den Netzmaschen hängenbleibt. Der größte Teil des Mülls wird von Wind und Wellen zerfetzt, sinkt auf den Meeresgrund oder wird fein bis in den Mikrobereich zerrieben. So gelangen diese Mikropartikel auch in die Nahrungskette von Fischen, Krebsen und Meeressäugern. Mit wenigen kleinen Netzen und einer bunten Flagge im Mast ist gegen diese Müllflut nichts auszurichten. Es wäre schon viel gewonnen, würde die Fischerei selbst darauf achten, dass keine Fangnetze aus Kunststoff mehr über Bord gehen und dann jahrelang als Geisternetze im Meer Vögel und Meeressäuger gefährden. Dieser 66.000 Euro teure Aktionismus dient nur der Imagepflege der Kutterfischerei, des NABU und der niedersächsischen Landesregierung mit den nachgeordneten damit befassten Behörden.

Beispiel Dornumersiel: Mit solchen Containern soll die Nordsee "sauber" gemacht werden

Mit „Flaggezeigen“ und diesem „Schoon moken“ wird sich aber nichts an dem vermüllten Zustand der Nordsee ändern, das ist noch weniger als der bekannte „Tropfen auf den heißen Stein“; kurz und knapp: Propagandamüll!

Pressemitteilung des Niedersächsischen Umweltministeriums vom 15. Aug. 2013:

Kutterfischer zeigen Flagge gegen Meeresverschmutzung:

„Wi moken de Nordsee schoon“

HANNOVER. Immer mehr Fischer an der niedersächsischen Nordseeküste unterstützen die Abfallsammelaktionen gegen die Verschmutzung der Meere und zeigen neuerdings auch Flagge  dafür. „Wi moken de Nordsee schoon“ steht auf den vom Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz finanzierten Fahnen, die mittlerweile auf mehr als 60 Kuttern gehisst werden. „Wir freuen uns über die gute Zusammenarbeit zwischen Fischern, Verbänden, Nationalpark und Ministerium“, sagte Umweltstaatssekretärin Almut Kottwitz bei der Vorstellung des Flaggen-Aufdrucks am heutigen Donnerstag in Hannover. Die Aktion ist Teil der internationalen Kampagne („Fishing for Litter“) gegen die Belastung der  Meere mit Plastikmüll, die in Niedersachsen in Kooperation von Fischern, NABU und Landesregierung geführt wird. „Bis zu 75 Prozent des Mülls im Meer besteht aus Plastik. […]

Die vollständige Pressemitteilung können Sie hier nachlesen: Kutterfischer zeigen Flagge

 

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