27. Januar 2014

Hage/Ostfriesland: Investoren „retten“ mit 100 Meter hohen Windkraftanlagen „das Landschaftsbild“

Auch in Hage soll das Landschaftsbild mit WEA „gerettet“ werden. Hier im Bild Stedesdorf/LK Wittmund

 Eine ganz dreiste Posse der ostfriesisch-sozialdemokratischen Art wird gerade in Hage bei Norden/LK Aurich gespielt. Zwei Windbarone, der adelige Tido Graf zu Inn- und Knyphausen und der nicht adelige Immobilienmakler „Bobby“ Claashen, beantragten ursprünglich vier 179m hohe Enercon-82 im Gemeindegebiet. Das sorgte für Anliegerproteste wegen der damit verbundenen Befeuerung der Anlagen. Windkonverter über 100m Höhe müssen aus Flugsicherungsgründen am Tag und in der Nacht mit blinkenden Lichtern beleuchtet werden. Nur das angeblich gute „Erinnerungsvermögen“ der beiden Investoren an „zurückliegende Vereinbarungen“ entschärfte die Bauvorhaben, aber nicht wesentlich. Nun sollen daraus sieben (!) „kleine“ Anlagen von 100m Gesamthöhe werden. Dafür lassen sich die Investoren als „Retter des Landschaftsbildes“ von der (Arbeiterpartei?) SPD feiern. Da rektoskopieren ausgerechnet die kommunalen sozialen Demokraten im Investorengedärm des tatsächlichen und des Geldadels. Insgesamt sollen in der Samtgemeinde nun 25- 30 neue Anlagen von 100m Gesamthöhe statt der ursprünglich geplanten achtzehn 179m hohen Anlagen errichtet werden. Der einzige „Vorteil“: Die „kleinen“ Anlagen sind nicht befeuert. Das nennt man auch nebenbei eine „Verhinderung von Wildwuchs“….Nüchtern betrachtet gibt es im Landkreis Aurich, dort wo Enercon produziert, kaum noch etwas zu retten: Dort stehen derzeit mindestens 550 Windkraftanlagen (genaue aktuelle Angaben waren nicht zu erhalten, andere Zahlen gehen von mehr als 800 WEA im Landkreis Aurich aus) Tendenz weiter steigend. Auch die Nachbarlandkreise sind vollgestellt, die ehemals weite ostfriesische Landschaft, touristisch immer noch so vermarktet, gibt es nicht mehr. Sie ist einem riesigen rotierenden Industriegebiet gewichen.

Der Windwahn ist schon so weit gediehen, dass Dutzende von „kleinen“ Anlagen mit 100m Gesamthöhe nicht mehr als Beeinträchtigung des Landschaftsbildes wahrgenommen werden, aber nur von willfährigen blinden Kommunalpolitikern, die auf die Gewerbesteuer schielen und Investoren, die eine satte Rendite aus der Zwangsabgabe für alle Stromkunden aus dem Erneuerbare Energien Gesetz erwarten. Liegt das an der offensichtlich weit fortgeschrittenen Negativauslese derer, die uns, legitimiert durch eine geringe Wahlbeteiligung, regieren? Es fehlt nur noch, dass der Öffentlichkeit diese Dreistigkeiten als „Klimaschutz“ verkauft werden….

Ostfriesischer Kurier, Norden, LK Aurich, 23. Jan. 2014

[…] „Wir mussten, um einen Wildwuchs bei den Windkraftanlagen zu verhindern, einen gültigen Flächennutzungsplan beschließen“, schreibt Sell. Der Hager Bürgermeister lobt in der Pressemitteilung die Investoren als „wahre Retter des Landschaftsbildes der Samtgemeinde“. Sell: „Das Umdenken der Investoren ist nicht durch die beabsichtigte Verweigerung des gemeindlichen Lütetsburger Einvernehmens ins Rollen gebracht worden. Vielmehr haben sich die Investoren an zurückliegende Vereinbarungen erinnert.“ […]

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