30. April 2017

Enercon: Herr Kettwig und das CO2

Screenshot-Bildzitat: Hans-Dieter Kettwig auf der Hannover-Messe. Quellle: Ostfriesische Nachrichten (ON), Aurich, online, 27. April 2017, https://www.on-online.de/-news/artikel/276905/Windkraft-Enercon-fordert-mehr-Anlagen

Hans-Dieter Kettwig arbeitet beim Windkraftanlagenhersteller Enercon in Aurich. Und er ist dort nicht irgendwer: Er ist der Geschäftsführer der Enercon GmbH. Zu Herrn Kettwigs Aufgaben gehört es daher auch, das Unternehmen am Markt zu positionieren, Kontakte mit der Politik zu pflegen und die Firma positiv in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Das Letztere geschah gerade auf der Hannover-Messe.

Die Boomjahre der Herstellung von Windkraftanlagen neigen sich anscheinend dem Ende zu, der Markt schrumpft, wie die Auricher Tageszeitung „Ostfriesischen Nachrichten“ (ON) am 27. April 2017 aus Hannover berichtete. Nach dem ON-Bericht geht Enercon 2017 von rund 3800 bis 4000 Megawatt (MW ) neuer Windrad-Leistung in Deutschland aus, 2018 von 2900 MW und 2019 nur noch von 2300 MW installierter Leistung. Enercon hat einen Marktanteil,von derzeit ca. 40 Prozent, und den wolle man mindestens halten, lieber aber wieder ausbauen auf bis zu 50 Prozent, so die Zeitung. Da der Markt in Deutschland kaum weiter wachsen wird, will Enercon vor allem im europäischen Ausland weiter expandieren. Dort hat Enercon mit 26 Prozent nach dem dänischen Vestas-Konzern (29 Prozent) den zweithöchsten Marktanteil. Der Weltmarktanteil liege laut Kettwig derzeit bei knapp sieben Prozent; weltweit bedeute das Platz Fünf nach den Herstellerfirmen Vestas, General Electric, Goldwind und Gamesa. Und weil der deutsche Markt absehbar schrumpfen wird, nebelte Herr Kettwig wieder geschäftsfördernd mit dem bösen CO2, das in nicht wenigen Medienberichten sogar schon zum Giftgas umgeschrieben wurde und angeblich für den Klimakollaps sorgen soll. Mit Angstszenarien lassen sich bekanntlich gute Geschäfte machen. So meldete die Auricher Zeitung weiter aus Hannover:

Zitat: „Der Auricher Windkraft-Konzern Enercon will die Bundespolitik dazu bewegen, die Ausbauziele für die Windenergie zu erhöhen. Das sagte Geschäftsführer Hans-Dieter Kettwig am Donnerstag auf der Hannover-Messe. ´Wir müssen die Politik motivieren und ihr sagen: Das genügt nicht, um die Ziele für die CO2-Reduzierung zu erreichen.´ Das forderte Kettwig beim Vortrag am Messe-Donnerstag vor mehreren Hundert Zuhörern. Denn laut Enercon-Prognose wird der Kernmarkt Deutschland schrumpfen.“

Inwieweit Windkraftanlagen überhaupt zur CO2-Reduzierung taugen, ließ Hans-Dieter Kettwig offen. Ohne Wärmekraftwerke, die die Grundlast und die notwendige Regelenergie für den nur unregelmäßig eingespeisten Windstrom bereitstellen, können Windkraftwerke gar nicht ins Netz einspeisen. Auch bei starkem Wind müssen die Wärmekraftwerke im Standby mitlaufen; das weiß auch Herr Kettwig.

Schon einmal instrumentalisierte der Gründer von Enercon, Aloys Wobben, das Spurengas CO2, das einen Anteil von 0,04 Prozent an der Atemluft hat, auf der Hannover-Messe. Vor zehn Jahren ließ er dort verlauten,

„[…] Dr. Aloys Wobben sagte auf der Hannover Messe, der schnellstmögliche Ersatz fossiler Brennstoffe durch regenerative Energien sei vollkommen alternativlos. Man könne nicht darüber diskutieren, um welche Prozentzahlen man den CO2 Ausstoß verringern wolle. CO2 dürfe überhaupt nicht mehr in die Atmosphäre geblasen werden. Genauso wie die Flurkohlenwasserstoffe zerstöre CO2 die Atmosphäre. Auf drei Weisen schädige und zerstöre dieser Stoff das Leben auf der Erde: […] zerstöre CO2, ähnlich wie FCKW, die Schutzfunktionen der Atmosphäre. Schon heute seien die diversen Filter der Atmosphäre durch das CO2 angegriffen. Für den menschlichen Organismus schädliche Strahlung dringe vermehrt durch; die hohe Menge von CO2 in der Atmosphäre sei schon heute mitverantwortlich für das starke Anwachsen der Krebsrate. Wobben forderte die Besucher der Hannover Messe auf, endlich über diesen Zusammenhang zu diskutieren. […]“ (Ostfriesische Nachrichten, online,vom 22.04.2007; 22:00:00 Uhr)


Da muss Herr Wobben damals wohl etwas durcheinandergebracht haben. CO2 in der natürlichen Konzentration ist unerlässlich für das Pflanzenwachstum; dass CO2 die Krebsrate erhöhe, ist eine Irreführung von Herrn Wobben gewesen. Und ob CO2 überhaupt einen wesentlichen Anteil an der „Klimaerwärmung“ hat, ist auch in der Wissenschaft nicht unumstritten.

Es ist sicherlich nicht abwegig, dass die politischen- und damit eng verbandelten Brancheneinflüsterer der Energiewende Herrn Kettwigs aktuelle CO2-Warnung dankbar aufgreifen werden. Der Propagandaapparat der Branche wird seine Lobbykanäle nutzen, um sich neue Anreize der Windenergieförderung im Lande auszudenken, von der auch Enercon weiter profitieren wird. Es muss ja nicht aus Steuergeldern finanziert werden. Die derzeit fast 30 Milliarden Euro (im Jahr!) aus der Zwangsabgabe des Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) für alle Stromkunden, die die Branche mästet, ließen sich locker weiter steigern. Viele Stromkunden durchschauen noch nicht einmal, dass sie mit jeder verbrauchten Kilowattstunde durch das EEG mit aktuell 8,19 Eurocent (inkl. Mehrwertsteuer!) zusätzlich zum Strompreis abgezockt werden, für die Fiktion der Energiewende und für das Geschäftsmodell der Profiteure. Frau Merkel wusste schon 2004: „Auf die Dauer gibt es so viele Profiteure der Windenergie, dass Sie keine Mehrheiten mehr finden, um das noch einzuschränken“ (Energiekonferenz am 29.10.2004 im Hyatt-Hotel in Köln).

 

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