„Fischereidialog“ Niedersachsen: nur zehn Prozent des Küstenmeeres sollen fischereifrei werden

Greetsieler Krabbenkutter- Die Möwen warten auf den Beifang – Foto: Eilert Voß/Wattenrat

1986 wurde in Niederdachsen der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer ausgewiesen. 39 Jahre später, im Mai 2025, begann der „Fischereidialog“ der Niedersächsischen Landesregierung mit Küstenfischern, Naturschutzverbänden und Tourismuskommunen, um fischereifreie Referenzgebiete im Küstenmeer auszuweisen. Die Küstenfischerei planiert mit ihren Grundschleppnetzen das besiedelte Sediment des Wattemeeres, Miesmuschelfischer hobeln bei der Muschelentnahme mit stählernen Dredgen in den Wattengrund.

Für Tourismuskommunen in den Sielorten an der Küste sind Krabbenkutter die umsatzsteigernde folkloristische Kulisse.

aus: „Die Nordsee schützen und die Küstenfischerei in Niedersachsen sichern – Umsetzung der EU-Vorgaben erörtert – Vorschläge für fischereifreie Gebiete gehen ins parlamentarische Verfahren“ , 22.07.2026, Screenschot/Bildzitat https://www.umwelt.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/pressemitteilungen/die-nordsee-schutzen-und-die-kustenfischerei-in-niedersachsen-sichern-252634.html

Der  Dialog fiel erwartungsgemäß mager aus: Im Juli 2026 wurden die Ergebnisse mit dem Flächenkonzept vorgestellt: Ganze zehn Prozent des Küstenmeeres sollen als fischereifreie Zonen ausgewiesen werden, damit folgt Niedersachsen einer Vorgabe der Europäischen Union. Im Großschutzgebiet Nationalpark, ausgewiesenes geschütztes Flora-Fauna-Habitatgebiet (FFH-Gebiet) innerhalb des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura-2000 und „UNESCO-Weltnaturerbe“, soll also weiterhin auf fast allen Flächen gefischt werden dürfen, mit allen bekannten Eingriffsfolgen wie der Planierung des Wattensediments, dem hohen Beifanganteil oder der Überfischung. Nun werden die Ergebnisse des Fischereidialogs in den Niedersächsischen Landtag zur Abstimmung überwiesen. Nur haben sich die dortigen Parlamentarier in der Vergangenheit nicht gerade als Sachkundige des Naturschutzes ausgewiesen, im Gegenteil.

Beifang an Bord eines Krabbenkutters im Verhältnis 7 bis 8 Teile Beifang für 1 Teil Krabben – Foto: privat

Die Umweltverbände WWF, NABU und Schutzstation Wattenmeer spielten eine merkwürdige Rolle: (2017) Krabbenfischer erhalten MSC-Zertifizierung, mit Unterstützung des NABU und WWF!

Mit einem Nationalpark haben die Ergebnisse des Dialogs nichts mehr zu tun. Der Nationalpark besteht nach Meinung vieler Kritiker durch die vielen zugelassenen Nutzungen ohnehin nur auf dem Papier, wie auch die Etiketten „FFH-Gebiet“ oder „Weltnaturerbe“.

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