27. März 2012

Ministerpräsident McAllister „liebt“ die Windkraft, Spatengang bei Enercon

Quelle: Ostfriesen Zeitung, Seite 9, 27. MÄrz 2012

Der Hauptprofiteur des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) ist Aloys Wobben mit seiner Windkraftfirma Enercon in Aurich. Wobben erdiente sich, beflügelt durch das EEG und die garantierte hochsubventionierte Windstromeinspeisung für WKA-Betreiber,  in zwanzig Jahren ein Milliardenvermögen mit der Herstellung und dem Verkauf von Windkraftanlagen. Bräche dieser strompreistreibende Stützpfeiler seines Wirtschaftens weg, müsste er kleinere Brötchen backen.

Nun baut Wobben aus, für noch größere Brötchen. In Aurich sollen ein riesiges großes neues Bürogebäude und eine neue Versuchshalle entstehen, für die gestern der erste Spatenstich erfolgte. Enercon rief und alle kamen brav zum ersten Spatenstich in Aurich: u.a. David McAllister (CDU, niedersächsischer Ministerpräsident), Roland Riese (FDP, MdL), Stefan Wenzel (Fraktionsvorsitzender der Bündnisgrünen, MdL), Meta Jansen-Kusz (Bündnisgrüne, MdL), Tilo Hoppe (Bündnisgrüne, MdB), Dieter Haase (SPD, MdL), Wiard Siebels (SPD, MdL), Werner Brinker (Manager der EWE AG, einer größeren Öffentlichkeit bekannt geworden durch eine Korruptionsaffäre).

McAllister griff in Aurich selbst zum Spaten und verkündete, dass er nicht nur „Weltmeister im Spatenstechen“ sei, sondern sprach auch von der „von mir so geliebten Windkraft“. Sein Vorgänger Christian Wulff war Mitglied im Lobbyverband „Bundesverband Windenergie“ (BWE), er nannte Aloys Wobben gar „ein Vorbild für die Jugend“.

Der aerophile Ministerpräsident sollte es mit dem früheren Bundespräsidenten Heinemann halten, der es  mit der Liebe wesentlich genauer hielt als McAllister; berühmt ist Heinemanns Satz: „Ich liebe nicht den Staat, ich liebe meine Frau.“ Die Liebe zur Windkraft indes lässt auf eine gewisse emotionale Nähe  schließen, die möglicherweise etwas mit Parteispenden zu tun haben könnten, nicht nur für die CDU.

Erwartet noch irgendjemand eine kritische Distanz zur Windkraft oder zum lukrativen Geschäftsmodell für Hersteller und Betreiber durch das Erneuerbaren Energien Gesetz durch die Politik? In diesem Lande regiert bei den „Erneuerbaren“ die „große Koalition der Willigen“, entsprechend sieht die niedersächsische Landschaft aus. In Aurich waren die Lobbykraten unter sich und ließen sich sogar gemeinsam für die Presse ablichten! Zu dieser pflegt Herr Wobben ein inniges Verhältnis, als Anzeigengroßkunde ist er König in „Enercon Country“.

Nachsatz:

Nicht nur die Politik, auch die Umweltverbände pflegen die Nähe zu Enercon, wie die Pressemitteilung der „Deutschen Umwelthilfe“ (DUH) zusammen mit Enercon vom 05. Mai 2009 beweist. Damals wogte in der Repubik die Diskussion um die Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken.

Zitat: „Besorgt über die Entschlossenheit der Bundesregierung, die Reaktorlaufzeiten gegen alle Widerstände durchzusetzen, zeigte sich auch der Windanlagenbauer ENERCON. ´Der Windbranche droht mit der Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke und neuen Kohlekraftwerken ein erheblicher Konkurrenzkampf um die Stromnetze´, sagte Ruth Brand-Schock aus dem Berliner Büro des deutschen Marktführers [Enercon].“

Die DUH mit Sitz in Radolfzell wurde 1975 gegründet und finanziert sich vor allem aus Wirtschaftskreisen; sie sammelt auch Spenden aus der Industrie und gibt diese an Umweltverbände weiter. Zitat Wikipedia: „Durch Bündnisse mit Unternehmen und Umweltpolitikern will sie umweltfreundlichere Wirtschaftsweisen und Produkte fördern.“ Eine Interessenverquickung mit der Industrie liegt also nahe.

Moderation der ZDF-Sendung „Kampfplatz Natur“ am 10.12.1995, Zitat: „Radolfzell ist klassische Anlaufstelle für Ökosponsoren. Die Stiftung Europäisches Naturerbe und die Deutsche Umwelthilfe stehen willigen und finanzkräftigen Unternehmen mit Rat und Tat zur Seite . .. .Öko-Allianzen will man schneidern“.

Unter http://www.projektwerkstatt.de/oekofilz/5_2wirtschaft.pdf wird die DUH als „Spendenwaschanlage“ für die Umweltverbände bezeichnet.

Literatur-Link: Hans-Herbert von Arnim: Korruption: Netzwerke in Politik, Ämtern und Wirtschaft

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