22. Oktober 2013

Geht doch: Meyer Werft in Papenburg baut fünf Flusskreuzfahrtschiffe

Screenshot (Bildzitat): Rheiderland Zeitung, Weener, online, 21. Okt. 2013

In Papenburg sollen fünf Flusskreuzfahrtschiffe für eine Reederei in Basel gebaut werden. Die Meyer Werft in Papenburg ist eigentlich bekannt für ihre riesigen seegehenden Kreuzfahrtschiffe, die aus vorgefertigten Sektionen der Neptun-Werft (ebenfalls zu Meyer Werft gehörend) in Rostock-Warnemünde zusammengeschweißt werden. Diese Sektionen werden über die Ostsee, den Nord-Ostsee-Kanal, die Nordsee und dann in die Ems bis ins binnenländische Papenburg geschleppt, zum fertigen Luxusdampfer zusammengeschweißt und dieser dann wieder zurück an die Nordsee geschleppt. Dafür muss der Fluss regelmäßig bis über 8m tief ausgebaggert werden, mit allen katastrophalen Folgen für das Fluss-Ökosystem. Zur Überführung der fertigen tiefgehenden Kreuzfahrtschiffe wird die Ems mit dem Ems-Stauwerk auf eine bestimmte Höhe aufgestaut, damit die Schiffe überhaupt noch in den Fluss passen. Geschieht dies im Frühjahr oder Sommer, können Gelege oder Jungvögel in den Emsauen ertrinken, in einem EU-Vogelschutzgebiet! Die Meyer Werft im Konzert mit Politik, Verwaltungen und der anzeigengeneigten Presse macht´s möglich. In Rostock-Warnemünde werden dagegen Flusskreuzfahrtschiffe mit sehr geringem Tiefgang gebaut, Schilda lässt grüßen.

Nun hat die Meyer Werft zur „Sicherung der Produktionskapazitäten“ Aufträge für den Bau von fünf Flusskreuzfahrtschiffen nach Papenburg geholt, an die Ems, dort, wo Flusskreuzfahrtschiffe eigentlich gebaut werden sollten. Der Schiffstyp heißt „Viking-Longship“, angelehnt an den Namen der Drachenboote der Wikinger. Jedes Schiff ist ca. 135m lang, 11,45m breit, mit einem Tiefgang von nur 1,65m, perfekt also für einen Fluss. Nur wird die Meyer Werft in Papenburg nicht vollständig auf den Bau von Flusskreuzfahrtschiffen umsteigen, Aufträge für neue große Kreuzfahrtschiffe liegen bereits vor. Diese werden aber nicht in Rostock-Warnemünde am seeschifftiefen Wasser der Ostsee gebaut, sondern wieder am viel zu engen Fluss in Papenburg, dem Schilda an der Ems.

Anzeiger für Harlingerland, Wittmund/NDS (und andere Lokalzeitungen),  S. 9, 16. Okt. 2013

Papenburger bauen Wikinger-Flotte

WIRTSCHAFT Fünf Flusskreuzfahrtschiffe entstehen bis Frühjahr 2014 auf der Meyer Werft

Die Schiffe vom Typ Viking Longship“ sind jeweils rund 135 Meter lang, 11,45 Meter breit und haben einen Tiefgang von 1,60 Metern.

PAPENBURG/KAH – […] Fünf Flusskreuzfahrtschiffe entstehen dort gerade für die Reederei „Viking River Cruises“ mit Hauptsitz in Basel. „Im kommenden Frühjahr sollen die Schiffe abgeliefert werden“, erklärte Werftsprecher Peter Hackmann auf Nachfrage. Die Schiffsaufträge sind im Rahmen des „Paktes der Arbeit“ von der Neptun-Werft in Warnemünde (ein Meyer- Unternehmen) nach Papenburg geholt worden, um hier die Produktionskapazitäten zu sichern. Die Schweizer Reederei hatte Ende 2012 insgesamt zehn Neubauten bei Neptun in Auftrag gegeben. […] Zum Auftragsvolumen machte die Werft keine Angaben. Zum Vergleich: Für vier Neubauten aus dem Jahr 2011 hatte die Reederei seiner Zeit über 100 Millionen Euro an die Neptun Werft gezahlt. Die Auftragssumme für die fünf Schiffe aus Papenburg dürfte also etwas darüber liegen. […]

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