20. Oktober 2014

Tote Zonen und Krabben in Benzoesäure

Tote Meereszonen in der Deutschen Bucht (C) google earth

„Tote Zonen“ werden bei Google-Earth u.a. im niedersächsischen Wattenmeer angezeigt, das Symbol ist ein Fischskelett. Dazu muss unten links in der „Primären Datenbank“  das Kästchen „Ozean“ und „Tote Zonen“ angeklickt werden. Das hat was: Das Wattenmeer ist als Nationalpark und „Weltnaturerbe“ ausgewiesen, ein schöner Schein. Hier wird intensiv gefischt, mit Muschelkuttern, die mit schweren Ketten Miesmuschelbänke abrasieren oder mit den malerischen Krabbenkuttern, die auch in einigen Küstenbadeorten die touristischen Hingucker sind und zur umsatzfördernden Hafenkulisse gehören. Nur wissen die Touristen in der Regel nichts davon, was sich unter Wasser abspielt. Die Fanggeschirre der Krabbenkutter mit den Kufen und Rollen der Fangnetze radieren über den Wattenboden, ins Netz gelangen nicht nur die begehrten Speisekrabben, sondern im Verhältnis 1:7 auch der Beifang von Jungfischen und anderen Krebstieren. In Zahlen heißt das: Für ein Kilogramm Krabben werden 7 Kilogramm Beifang ins Netz geholt, der verletzt oder tot wieder zurück ins Meer gekippt wird. Man sieht es an den großen Möwenschwärmen, die den Kuttern beim Fang folgen. Die an Bord gekochten Speisekrabben werden anschließend mit großen LKW nach Marokko in Nordafrika gefahren und dort gepult.  Anschließend werden die Krabben wieder zurück in die Niederlande gefahren. Das Krabbenfleisch wird für den Transport in Benzoesäure konserviert, d.h. die Krabben schwimmen tagelang in einer nicht gerade gesundheitsförderlichen Benzoesäureflüssigkeit. Benzoesäure kann Asthma und Nervenschäden auslösen.

Fischereifreie Zonen im Großschutzgebiet und „Weltnaturerbe“ gibt es nicht, wären aber wünschenswert, da Naturschutz unter Wasser nicht aufhört. Nur traut sich bisher kein Politiker daran, in diesem Schutzgebiet fischereifreie Zonen durchzusetzen, noch nicht einmal die Grünen als Mitregierungspartei in Niedersachsen. „Wohl bekomm´s“ also, wenn Sie demnächst in Ihre Krabbenbrötchen beißen!

Im ZDF-Film können Sie den Transportirrsinn und noch einiges mehr zum Krabbenfang hier nachsehen: Vorsicht Krabbe!

 

Comments are closed.