Langeoog: märchenhafte Naturschutzführungen mit WWF-Siegel

Auf nach Langeoog, im Ein- bis Zweistundentakt – Foto (C): Eilert Voß

Auch auf der Urlaubsinsel Langeoog wird die Naturschutz-Wahrheit verbogen, dass die Schwarte kracht. Nun gibt es die Naturvermarktung sogar mit WWF-Siegel (siehe Ankündigung unten)! Ein Wattführer der Insel, vom WWF „zertifiziert“, zeigt dabei, „wie man die Vogelwelt der Insel seit über 140 Jahren beispielhaft schützt“, für stolze 42 Euro pro Führung und Person. Nur ist da nichts dran, wo WWF draufsteht, ist oft auch Vermarktung drin.

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Klima und Meeresspiegel: "Grüner" Besuch auf Langoog - viel heiße Luft

Heiße Klima-Luft auf Langeoog – Foto: Pixabay

Der Meeresspiegel der Nordsee steigt, ganz dramatisch? Am 03. August 2018 wurde ein Bericht im „Anzeiger für Harlingerland“ (Wittmund) über den Besuch von Lisa Badum (MdB), klimapolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen auf der Insel Langeoog veröffentlicht. Die Politikerin war am 01. August auf Einladung des Langeooger Ortsverbandes der Grünen auf der Insel zu Gast, um sich über die Küstenschutzmaßnahmen auf der Insel zu informieren. Hintergrund des Besuches der Bundespolitikerin ist die Klage von zehn Familien gegen die Europäische Union wegen der deren Meinung nach zu geringen Anstrengungen in der Klimapolitik; eine Klägerin ist die Langeooger Familie Recktenwald. Der Wattenrat berichtete hier. Dazugeladen als Fachmann war auch Frank Thorenz, der Leiter der Betriebsstelle Norden des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).

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Sommer 2018

Foto (C): Eilert Voß

Sommer 2018: Dieser Sommer wird zu den Ausnahmesommern in unseren Breiten gezählt, weil es in den letzten Wochen warm, sehr warm, und sonnig war. Die Politik und die recherchearme Presse machten daraus wieder eine Klimanummer und verwechselten, wie so oft, das Wetter mit dem Klima. Nur gab es immer mal wieder sehr warme Sommer in den letzten Jahrzehnten oder Jahrhunderten, die Suchmaschinen geben über die Jahreszahlen Auskunft. Die Touristiker sind von der aktuellen Wetterlage begeistert, der Urlauberansturm auf die Küste und das Großschutzgebiet „Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer“ war und ist enorm. Das freut die Reedereien mit den Fährschiffen, die Beherbergungs- und gastronomischen Betriebe. Die Lokalzeitungen sind voll mit „Events“ der Touristenbespaßungen, vom lautstarken Musikveranstaltung am Strand bis hin zu den unvermeidlichen und überflüssigen sommerlichen Feuerwerken in einigen Kommunen, ein Horror für die Brut- und Rastvögel. Der Schutzgedanke in diesem Naturraum ist zur Nebensache geworden. Er wird vermarktet, bis es im wahrsten Sinne des Wortes kracht.

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Nationalparkverwaltung und Artenschutz: noch alle Kaffeetassen im Schrank?

Foto: Pixabay

Bier trinken für den Naturschutz hatten wir schon 2005: * Saufen für den Naturschutz? Die Jever-Brauerei startet eine „Kampagne für die Natur“ im Landkreis Friesland. Und: * Behördlicher Naturschutz hängt an der Bierflasche Friesisches Brauhaus zu Jever zahlt 40.000 Euro in Naturschutzstiftung Hängt der behördliche Naturschutz an der Flasche?
Messbar genützt hat es „der Natur“ nichts, aber es war eine gute PR für die Brauerei.

Nun macht die Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven mit Kaffee für den Artenschutz trinken weiter, mit Hilfe eines Kaffees, der auf Borkum verkauft wird, „ökologisch nachhaltig produziert“, selbstverständlich. Da freut sich doch das touristisch-urbane Öko-Gewissen. Mit jedem Kilo verkauften Kaffees sollen 50 Eurocent für den Seehund- und Strandbrüterschutz verwendet werden. weiter »

Pottwalstrandungen 2016: Tierärztliche Hochschule Hannover legt Bericht zu Schadstoffen und genetischen Analysen vor

Pottwal_Wangerooge_Jan2016_AZH

Screenshot (Bildzitat): Anzeiger für Harlingerland, Wittmund/NDS, online 08. Jan. 2016, URL: http://harlinger.de/Nachrichten/artikel/zwei-pottwale-stranden-vor-wangerooge

Am 08. Januar 2016 strandeten am Ostende der Insel Wangerooge zwei Pottwale und verendeten. Im Laufe der nächsten Wochen strandeten weitere 28 Pottwale in Großbritannien, in den Niederlanden, in Dänemark und Frankreich. Auch der Wattenrat berichtete. Nun legten Wissenschaftler der Tierärztlichen Hochschule in Hannover einen Untersuchungsbericht zu den Strandungen vor, mit überraschenden Ergebnissen:

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Vogelinsel Memmert: alte Betonplattform abgerissen, in der Brutzeit

03. Juli 2018: Abriss der alten Plattform auf Memmert durch TenneT – Foto (C): Eilert Voß

Aktualisiert am 02. August 2018

In der ersten Juliwoche 2018, also in der Brutzeit, wurde vom Netzbetreiber TenneT die alte Plattform auf der Vogelinsel Memmert abgerissen. Dies wurde von der Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven als „Renaturierungsmaßnahme“ in der strengsten Schutzzone des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer und „Weltnaturerbe“ bezeichnet. Der Abriss dieses noch nicht einmal 100 (!) Quadratmeter großen Betonfundaments soll als Kompensation für die Eingriffe in das Wattenmeer für die Kabelanbindung für Offshore-Windparks dienen.

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Buchtipp des Wattenrates: „Die Uhus vom Dom“

Zugegeben: Der Wattenrat gibt eher selten Buchempfehlungen heraus. Bei diesem Buch aber macht er gerne wiederum eine Ausnahme. Wir haben schon oft Texte der Europäischen Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen (EGE) veröffentlicht, deren Geschäftsführer Wilhelm Breuer ist, der nun nach seinem ersten Titel „Wo die Eule schläft“ sein zweites Kinderbuch vorgelegt hat: „Die Uhus vom Dom. Eine Zeitreise durch zwölf Jahrhunderte“. Die Ausnahme ist gut begründet:

Erstens: Der Inhalt. Das Buch handelt von der wechselvollen Geschichte der Uhus am Hildesheimer Dom im Laufe der Jahrhunderte. Es ist ein liebevoll illustriertes Lese-, Naturkunde- und Geschichtsbuch – spannend und anrührend zugleich. Das Buch (16,0 x 23,5 cm) von Wilhelm Breuer umfasst 128 Seiten, illustriert mit mehr als 50 Aquarellzeichnungen von Bärbel Pott-Dörfer und garniert mit Gedichten von Herbert Zucchi. Es ist ein Buch nicht nur für Kinder, sondern für die ganze Familie. Und: Der Autor ist zudem ein Kenner der Kirchengeschichte. Namen und Daten fließen immer wieder in seine Zeitreise ein.

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Politiker und Wölfe

Märchen sollten Märchen bleiben: Rotkäppchen und der Wolf – Foto: Pixabay

Glaubt man einigen Politikern, stehen uns außerordentlich gefährliche Zeiten durch die Wiederausbreitung des Wolfes in Deutschland bevor. Da geht es oft um Angstmache statt um nüchterne Information. Auch in Ostfriesland wurden in den letzten Jahren hin und wieder Wölfe gesehen, immer als Einzeltiere. Und auch hier machen Politiker und vor allem Landwirtschaftsfunktionäre in Panik und fordern bereits eine Bestandsregulierung. Es gibt also vermutlich mehr „Problempolitiker und -funktionäre“ als „Problemwölfe“. Stattdessen sollten gerade jetzt vorausschauend Herdenschutzmaßnahmen wie z.B. wolfssichere Einzäunungen, die zudem finanziell von Land gefördert werden, initiiert werden. Ob es überhaupt zur Ansiedlung von Wolfsrudeln an der Küste kommen wird, bleibt abzuwarten.

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Enoch Freiherr zu Guttenberg verstorben

© Superbass / CC-BY-SA-3.0 (via Wikimedia Commons)

Enoch Freiherr zu Guttenberg – Foto: Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Gestern, am 15. Juni 2018, verstarb im Alter von 71 Jahren Enoch Freiherr zu Guttenberg nach kurzer und schwerer Krankheit in München. Er hatte sich nicht nur als Musiker und Dirigent einen Namen gemacht. Den im Naturschutz Tätigen wurde er als Mitbegründer des Naturschutzverbandes BUND bekannt. Er verließ den Verband „mit Pauken und Trompeten“ nach jahrzehntelanger Mitgliedschaft im Mai 2012 und erläuterte seinen Schritt anlässlich eines Protestkonzertes in Kulmbach.

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Langeooger Ehepaar klagt wegen "Klima" gegen die EU

Langeoog: Strandaufspülungen vor dem Pirolatal zur Dünensicherung,  Juli 2017 – Foto: privat

Die jahrelang politisch befeuerte und verbreitete Klimahysterie treibt schon seltsame Blüten: Nun will das Langeooger Gastronomen-Ehepaar Recktenwald zusammen mit zehn Familien aus fünf EU-Staaten, Kenia und Fidschi sowie einer Jugendorganisation aus Schweden gegen den Europäischen Rat und das EU-Parlament klagen. In der Klage werfen sie der EU vor, dass die Klimaziele bis 2030 unzureichend und sie damit in ihren Grundrechte verletzt seien, weil die „Klimaziele“ nicht eingehalten würden, man befürchtet offenbar den Ertrinkungstod durch den steigenden Meeresspiegel.

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