Naturschützer auf der ostfriesischen Halbinsel: Onno Poppinga (SPD) und Landrat Sven Ambrosy (SPD)

Screenshot_Bildzitat: Anzeiger für Harlingerland, Wittmund, 16. März 2019

Wo Naturschutz draufsteht, muss nicht immer Naturschutz drin sein. Beispiel: der Naturschutzhof in Wittmund, sein neuer Besitzer sowie die Naturschutzstiftung Friesland, Wittmund, Wilhelmshaven, in der auch die Jever-Brauerei mitmischt (siehe auch Wattenrat vom September 2006, hier). Der Käufer und Besitzer des im nachfolgenden Presseartikel genannten „Naturschutzhofes“ im Wittmunder Wald  ist Onno Poppinga, SPD (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Agrarwissenschaftler!). Hier fand unlängst eine Ehrung statt (Zeitungsartikel s.u.), die aber hier nicht kommentiert werden soll.

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Biosphärenreservate an der Küste: noch ein UNESCO-Etikett?

Foto: Pixabay

Seit einiger Zeit bewirbt der Leiter des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer, Peter Südbeck, den Beitritt von Küstenkommunen zu einem UNESCO-Biosphärenreservat außerhalb des Nationalparks hinter den Deichen im Binnenland. Der Nationalpark wurde bereits mit den Etiketten „UNESCO-Biosphärenreservat“ und „UNESCO-Weltnaturerbe“ versehen. Biosphärenreservate sind von der UNESCO anerkannte großräumige und für bestimmte Landschaftstypen charakteristische Gebiete, die in wesentlichen Teilen ihres Gebiets die Voraussetzungen eines Naturschutzgebiets oder eines Landschaftsschutzgebiets erfüllen, in den der Mensch wirtschaftet, in denen Bildung betrieben und geforscht werden soll und – man lese und staune – beispielhaft der Entwicklung und Erprobung von die Naturgüter besonders schonenden Wirtschaftsweisen dienen. Die UNESCO nennt das „Modellregionen“- „Man and his Biosphere“ (MAB) – die man aber nicht, wie die europäischen Natura-2000-Gebiete, einführen muss, sondern kann. Mit diesem Etikett wäre dann der Küstenraum von Wilhelmshaven bis Emden beispielhaft geschützt, zumindest auf dem UNESCO-Papier.

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Kornweihe kurz vor dem Aus, im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer

Kornweihe, männlich (Circus cyaneus) – Foto: Wikipedia

Die Kornweihe ist ein Greifvogel, der in Deutschland kurz vor dem Aussterben steht. Nein, nicht das immer wieder bemühte „Klima“, sondern die Zerstörung der natürlichen Lebensumwelt ist die Ursache für das langsame Verschwinden dieser Art. Als Bodenbrüter leidet dieser Vogel besonders unter der Intensivierung der Landwirtschaft, Rückzugsgebiete waren daher Moore oder die Dünenlandschaften der Inseln. Aber auch auf den Inseln, im Großschutzgebiet Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, europäisches Vogelschutzgebiet und „Weltnaturerbe“, schwindet die Art dramatisch. Bereits 2013 legte die Nationalparkverwaltung ein auf vier Jahre befristetes Schutzprogramm auf, vergeblich. Jetzt, 2019, kam die Ernüchterung: In einer Pressemitteilung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) zusammen mit der Nationalparkverwaltung (Pressemitteilung ganz unten) und deren Leiter Peter Südbeck wird erneut der dramatische Rückgang der Kornweihe auf den Ostfriesischen Inseln beklagt, „trotz optimaler Brut- und Nahrungsbedingungen – Die Ursachen des Rückgangs wurden nicht untersucht“. weiter »

Emsschlick auf geschützte Salzwiesen des Nationalparks?

Planungsflächen für die Aufschlickung der Salzwiesen bei Pogum, Dollart, LK Leer, Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und „Weltnaturerbe“ – Foto (C): Voß

Emsschlick aus der Flussvertiefung, aufgebracht auf die geschützten Salzwiesen im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer? Diese Nummer hatten wir schon einmal auf dem Schirm: Eigentlich war die Sache schon 2009 durch den damaligen niedersächsischen Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) „aus Naturschutzgründen nicht genehmigungsfähig“ vom Tisch: Vor neun Jahren, im Februar 2010, berichteten wir von einem FDP-Politiker aus Emden (Erich Bolinius) und einem Deichrichter und Landwirt aus dem Rheiderland (Meint Hensmann), die trotz Einstellung des Projektes 2009 durch das Niedersächsische Umweltministerium weiterbohrten, das geschützte Deichvorland im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer zwischen Pogum und Dyksterhusen, Gemeinde Jemgum, mit Emsschlick aufzuspülen, aus „Küstenschutzgründen“, selbstverständlich, das verfängt in Ostfriesland immer wenn alles andere versagen sollte. Die Salzwiesen des Deichvorlandes sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz aber „geschützte Biotope“. weiter »

Windenergie: Die Werbung ist die Schwester der Lüge - Akzeptanzkampagne des BWE

Gesehen in Emden am 24. Februar 2019 – Foto (C): Eilert Voß/Wattenrat

Die Werbung ist bekanntlich die Schwester der Lüge, wie die Akzeptanzkampagne des Bundesverbandes Windenergie (BWE) mal wieder deutlich macht: „Windparks tragen Früchte“ wird wohl nur den ahnungslosen Lesern suggeriert, die entweder „windenergiegläubig“ sind oder sich die Hose noch mit der Kneifzange zumachen. Geschickt werden landschaftszerstörende Windparks (allein das Wort „Park“ ist in diesem Zusammenhang schon eine Zumutung) als Schöpfer von „Naturprojekten wie Obstbäume und Biotope“ schöngeschrieben. weiter »

Nationalparkgesetz aufweichen: Inselbürgermeister bei Umweltminister Olaf Lies (SPD)

Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer wieder unter Beschuss – Strand von Borkum – Foto: privat

Es begann mit einer Inselposse auf der ostfriesischen Insel Baltrum im Oktober 2018. Nachdem die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Otte-Kinast (CDU) klammheimlich an ihrem Koalitionskollegen und Umweltminister Olaf Lies (SPD) die Jagdpachtverträge auf vier Inseln verlängert hatte, fingen einige Baltrumer Lokalpolitiker der CDU wegen vermeintlicher „Einschränkungen“ im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und „Weltnaturerbe“ an zu maulen und wollten zunächst gar aus dem Nationalpark „austreten“. weiter »

Das Bundesamt für Naturschutz und die Erneuerbaren Energien: am Artenschutz vorbei

Halber Mäusebussard, Brutzeit 2014, im Windpark Utgast/Holtgast/LK Wittmund/NDS – Foto (C): Manfred Knake

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Selbstverständlich ist das Amt damit voll auf der politischen Linie der Förderung der „Erneuerbaren“. Am 13. Februar 2019 veröffentlichte das Bundesamt die Pressemitteilung „Naturschutz und Energiewende: Einklang ist möglich“ (s.u). Das muss allerdings bezweifelt werden.

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NABU-Mitgliederwerbung: Wem die Stunde schlägt

Alles nur Show – Foto (C): Manfred Knake

Der Winter 2018/19 ist noch nicht vorüber, die Stunde der Wintervögel jedoch schon. Die medienwirksame Kampagne des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) brachte nach Zahl und Art beobachteter Wintervögel das vorhersehbare Ergebnis: Auf Platz eins der Mitmachaktion am Futterhaus landete der Haussperling. Platz zwei belegte die Kohlmeise, wer hätte das gedacht! Einen wissenschaftlichen Wert haben diese Zufallsbeobachtungen nicht, aber der NABU gelangt so an die Adressen der einsendenden Personen, die zum Abschluss von Mitgliedschaften aufgefordert werden. Fachleute der Werbebranche nennen das ein „Mailing“ – geschickt eingetütet.

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Tausende Trottellummen in den Niederlanden angespült

Angespülte Trottellummen auf Borkum, Archivbild – Foto (C:) Eilert Voß

In den letzten Wochen wurden tausende Trottellummen (Uria aalge), eine Alkenart , an der niederländischen Küste tot oder geschwächt angespült. Inzwischen wurden auch Kadaver auf der Insel Borkum gefunden. Bisher wurden vom Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) in Oldenburg zwei Kadaver untersucht. Nach Angaben des LAVES waren die Tiere geschwächt, hätten jedoch keine Fremdkörper wie Plastik im Magen-Darm-Bereich gehabt. Endgültige Ergebnisse zur Todesursache der Vögel soll es im März geben. Trottellummen brüten in Deutschland nur auf Helgoland. Große Brutkolonien gibt es auch in Schottland, England und im Atlantik in der Bretagne und in Irland.

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Update: Karbidschießen an EU-Vogelschutzgebieten bei Pogum, Polizei ermittelt

Screenshot-Bildzitat: Rheiderland Zeitung, Weener/LK Leer, 21. Jan. 2019

Das Silvester-Karbidschießen an den EU-Vogelschutzgebieten am Deich bei Pogum im Landkreis Leer wird derzeit von der Polizeiinspektion Emden-Leer untersucht, „es laufen Befragungen und Zeugen werden gehört, mehrere Ordnungswidrigkeitsverfahren seien eingeleitet“, berichtete die Rheiderland Zeitung aus Weener am 21. Januar 2019. Weiter: „Grundsätzlich untersucht die Polizei, wie das Karbidschießen rechtlich einzuordnen ist. Unklar ist es, ob es unter das Sprengstoff- oder Waffengesetz fällt. ´Wir klären das intern noch – auch, um für die Zukunft eine Rechtsgrundlage zu haben`, kündigte die Polizeisprecherin an“. Der Wattenrat hat inzwischen weitere Fotos von einem Karbidrohr, das in der Nähe in einem Schilfgebiet entsorgt wurde, geliefert.

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