Schweinswale und WKA-Rammarbeiten: Probleme mit den Dezibel

Wartung einer Offshore WKA; Windpark "Alpha Ventus" vor Borkum, (C) Pressefoto Alpha Ventus

Technische Analphabeten oder wieder nur ein X für ein U? Die Pressemitteilung des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg als Genehmigungsbehörde für Offshore-Wind“parks“ bringt es an den Tag. „Der Grenzwert des BSH zum Schutz des Schweinswals konnte nahezu verlässlich eingehalten werden“, stellt BSH-Präsidentin Monika Breuch-Moritz erfreut fest. „Wir haben bei der Reduktion von Lärmwerten beim Bau von Offshore-Windparks spürbare Fortschritte zu verzeichnen. Es ist beeindruckend, was die Kreativität von Ingenieuren zu Wege gebracht hat und welche innovativen Lösungen zur Schallminderung in den letzten Jahren entwickelt werden konnten“ Der Wert liegt bei 160 Dezibel. Selbst Kim Detloff vom kritischen Naturschutzbund Nabu lobt: „Der technische Schallschutz hat eine positive Entwicklung genommen.“ (Pressemeldungen weiter unten):

Fakt ist: Direkt an den Rammstellen der Windkraft-Offshore-Rammstellen liegt der Lärmwert bei ca. 200 Dezibel.  weiter »

Schweinswale und BUND: beim Unterwasserlärm auf einem Ohr taub

Gerammter Monopile als Windkraftanlagen-Fundament im Windpark Borkum-Riffgat, rechts Kranhubschiff "Bold Tern", Foto (C): EWE-Matthias Ibeler, 2013

Schweinswale haben bekanntlich feine Ortungsorgane für den Fischfang, von dem sie leben. Die Kleinen Tümmler, wie sie auch heißen, reagieren daher sehr empfindlich auf Unterwasserlärm aller Art, die Zerstörung der Ortungsorgane führt zum Tod der Tiere. Die BUND Mitarbeiterin Nadja Ziebarth vom BUND-Projektbüro Meeresschutz in Bremen wandte sich daher besorgt an die Presse. Die Nachrichtenagentur dpa/lni berichtet u.a. am 13. August 2014

„[…] Lautstarke Schallkanonen in der niederländischen Nordsee haben Naturschützer in Deutschland alarmiert. Der Einsatz von dröhnenden Knallapparaten zur Erforschung von Gasvorkommen gefährde Schweinswale und Fische, kritisierte der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND). Gesucht wird in einem Gebiet in den Niederlanden, das direkt an das deutsche Schutzgebiet Borkum Riffgrund grenzt […]“ weiter »

Zu wenig Schallschutz für Schweinswale: „was auf die Ohren“ von den Umweltverbänden!

Die erste fertige Anlage im Windturbinenfeld "Alpha Ventus". (C) DOTI, 2009, Matthias Ibeler

Ein fassungsloser Kommentar von Manfred Knake

Die ganze Welt liebt Wale: Whale-Watching ist der Tourismus-Renner, gegen den Walfang in Norwegen oder Japan wird demonstriert, Boote von Greenpeace oder Sea Shepherd fahren zur Anti-Waljagd aus und stören Walfänger auf See. In Deutschland ist alles ganz anders: Da spendet man gerne z.B. für Greenpeace oder die „Umweltverbände“, unterstützt aber damit gleichzeitig die weitgehende Untätigkeit dieser Verbände beim „nachhaltigen“ Schutz  des Kleinen Tümmlers oder Schweinswals vor dem Verletzungs- oder Tötungsrisiko durch eine enorm laute Dauerbeschallung unter Wasser für eine vorgeblich „ökologische“ Energiewende. weiter »

Schweinswale und Offshore-Lärm: Wahrnehmungsstörungen der Umweltorganisationen?

Nicht hören, nicht sehen, nicht sprechen: Wahrnehmungsstörungen der Naturschutzorganisationen?

Eigentlich müssten um die Offshore-Baustellen der Wind“parks“ in der Nordsee Greenpeace-Schlauchboote kreisen und sich Aktivisten an die Fundamente ketten. Denn eigentlich und angeblich „kämpft“ Greenpeace seit Jahren spendenwirksam für den Erhalt des stark bedrohten Kleinen Tümmlers oder Schweinswals, aber nur, wenn es um die Bedrohung durch die Fischerei geht. Die „Energiewende“ mit der Industrialisierung der Nordsee mit gigantischen Windkraftwerken führt offenbar zu Wahrnehmungsstörungen nicht nur bei Greenpeace, sondern auch bei den Naturschutzorganisationen wie WWF, BUND oder NABU, um nur einige zu nennen:

In der vergangenen Woche tagten in Brighton/UK die Teilnehmer von ASCOBANS, des Abkommens zum Schutz von Kleinwalen (Engagement on the Conservation of Small Cetaceans of the Baltic, North East Atlantic, Irish and North Sea). Die deutschen Umweltverbände und Greenpeace empörten sich über das Ergebnis der Tagung in einer gemeinsamen Presseerklärung  vom 22. Okt. 2012.

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Tote Schweinswale: dröhnendes Schweigen!

Toter Schweinswal an der Ems, Juni 2012

Am 15. September 2012 griff der Wattenrat Ostfriesland eine Meldung des Nationalparkamtes in Tönning/S-H auf, wonach „ungewöhnlich“ viele tote Schweinswale im Sommer 2012 an der Nordseeküste Schleswig-Holsteins angetrieben wurden; von einem NABU-Mitarbeiter in Schleswig-Holstein wurde die Totfunde bestätigt. Die Herkunft der Wale und die Ursache des Sterbens sind nach wie vor nicht bekannt. Wer nun meinte, dass die überregionale Presse dieses mysteriöse Sterben der Kleinwale näher beleuchten werde, wurde enttäuscht. Auch von Greenpeace, wo man sich spendenheischend in der Öffentlichkeit als Schweinswalschützer geriert, kamen bis jetzt keine Stellungnahmen. Die Naturschutzverbände blieben ebenfalls stumm. Auf den Webseiten der Wattenmeernationalparks ist bis heute nichts zu diesem beunruhigenden Phänomen zu lesen. Während der einzelne Schweinswaltotfund  an der Ems vom Juni 2012 noch durch die Gazetten der Republik lief, hörte man nun, nach den deutlich gehäuften Totfunden, nichts mehr, nur dröhnendes Schweigen. weiter »