Prosit Neujahr: Karbidschießen am Nationalpark Wattenmeer

Karbidschießen am Emsdeich bei Pogum/LK Leer, in unmittelbarer Nähe der strengsten Schutzzone des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer und des NSG „Unterems“, 31. Dez. 2018 – Foto: privat

Tatort: Emsdeich westlich von Pogum, Rheiderland, im Landkreis Leer. Das Foto wurde am 31. Dezember 2018  nicht weit von der strengsten Schutzzone (Salzwiesenbereich) des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer aufgenommen. Die im Bild sichtbare Außendeichsfläche gehört zum Vogelschutz- und FFH-Gebiet „Naturschutzgebiet Unterems“ und grenzt unmittelbar an den Nationalpark an, der ebenfalls europäisches Schutzgebiet ist. In der Zeit vom 1. Oktober bis 30. Juni dürfen laut Naturschutzverordnung „Unterems“ die außendeichs liegenden Teekabfuhrwege (Treibselabfuhr), die an das Naturschutzgebiet angrenzen, ohne vorherige Zustimmung der zuständigen Deich- und Naturschutzbehörde nicht betreten oder auf sonstige Weise aufgesucht werden. Die Karbidkanonen wurden genau auf diesem Weg abgestellt und abgefeuert. Diese Zeitgenossen mit den aufgesetzten Ohrschützern demonstrieren lautstark ihre Verbundenheit mit dem „Weltnaturerbe“ und Nationalpark Wattenmeer. Das verwendete „Geschütz“ besteht in diesem Fall aus einem Stahlrohr, in dessen Bodenteil ein Loch gebohrt wurde. Das Rohr wird mit Karbid und etwas Wasser gefüllt und dann sehr schnell mit dem Deckel verschlossen.

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Der Jahresendknaller: Gerichte lassen es auf Spiekeroog krachen

Feuerwerk über dem Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer – Foto: Eilert Voss/Wattenrat

Statt Feuerwerk vom Wattenrat nun der Jahresendknaller 2018: Gastwirt Christian Kiesow von der Insel Spiekeroog (Restaurant „de Balken“, Ferienwohnungen „Haus Möwe“), den wir beim Wattenrat schon im letzten Jahr auf dem Schirm hatten, darf mit gerichtlichem Segen weiter zu Silvester böllern. Bereits 2017 hatte der Insulaner gegen das Böllerverbot der Gemeinde erfolgreich vor dem Verwaltungsgericht Oldenburg geklagt. Die Richter hielten damals die Lärmschutzsatzung der Gemeinde für das untaugliche Instrument der Regelung eines Böllerverbotes. Die Gemeinde überarbeitete anschließend ihre Ortssatzung sowie die Gefahrenabwehrverordnung und berief sich nun auf die Feuergefahr durch Böller und Raketen, mit denen die historischen und inseltypischen Holzveranden gefährdet seien. Gegen das erneute Böllerverbot und die kostenpflichtigen Ablehnungsbescheide der Kommune für die Antragsteller klagte Gastwirt Kiesow erneut vor dem VG Oldenburg, wieder mit Erfolg.

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Umgehungssstraße Bensersiel: Stadt Esens will das Land verklagen – Posse oder Krimi?

Gesperrter „Schwarzbau“ Umgehungsstraße Bensersiel/Stadt Esens, Foto (C): Manfred Knake

Stadt Esens/NDS: Stadt will Schadensersatzklage gegen das Land Niedersachsen einreichen: Amtshaftung durch das Land gefordert

Es gibt weitere Merkwürdigkeiten um die in einem EU-Vogelschutzgebiet illegal gebaute Umgehungsstraße in Bensersiel/Stadt Esens: Die Stadt Esens will das Land Niedersachsen auf Schadensersatz in Höhe von 4,1 Millionen Euro verklagen und fordert die „Amtshaftung“ vom Land – oder doch nicht? Jedenfalls fand am 10. Dezember eine öffentliche Sitzung des Esenser Stadtrates statt, auf der „einstimmig“ (laut Ostfriesen Zeitung online am 11. Dez. 2018) über die entsprechende Sitzungsvorlage abgestimmt wurde.

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Nachruf: Gerhard Hinze

Gerhard Hinze – Foto: Privat

Gerhard Hinze aus Schüttdorf im Landkreis Grafschaft Bentheim hat sich im Naturschutz einen Namen gemacht. Im Juli 2018 ist der gelernte Zahnarzt im Alter von 87 Jahren verstorben. Gerhard Hinze ist den Wattenrat-Mitarbeitern im Kampf gegen die unsägliche Wasservogeljagd in Schutzgebieten gut bekannt.

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Seehund verirrt sich ins Binnenland nach Holtgast

Foto: Polizei Esens

In Holtgast wurde am Freitag, 14. Dez. 2018, gegen 21:20 Uhr ein halbwüchsiger Seehund zunächst in einem Graben an der stark befahrenen Landesstraße gesehen, nicht weit vom Benser Tief. Das Benser Tief, ein künstlich angelegter breiter Wasserlauf, nimmt das Niederschlagwasser des Binnenlandes auf und mündet ca. 5km weiter nördlich in Bensersiel in das Wattenmeer. Dort wird das Wasser bei Bedarf in das Wattenmeer gesielt. Etwas später wurde das Tier in der nahegelegenen Nebenstraße im Holtgaster Tannenweg in einem Vorgarten gefunden und von den Bewohnern eines Einfamilienhauses mit Zaunelementen am Weiterrobben gehindert.

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Stallgeruch

In der Ausgabe der Zeitschrift „Nationalpark“ Nr. 4/2018 erschien der bemerkenswerte Beitrag von Wilhelm Breuer mit dem Titel „Stallgeruch oder woran es der Agrarpolitik fehlt“. Breuer ist Mitbegründer und Geschäftsführer der „Europäischen Gesellschaft zur Erhaltung“ (EGE) und als ständiger Mitarbeiter der Zeitschrift tätig. Die Zeitschrift Nationalpark wurde u.a. von Horst Stern gegründet, der sie einmal so beschrieb: „Besser kann man Papier aus dem Holz der Bäume nicht nutzen“.

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Windenergie: Abriss von „historischen“ Anlagen in Norddeich geplant, SPD dagegen

Norddeich, Fledderweg: 5 Enercon-16, Aufnahmedatum Dezember 1987 – Foto (C): Eilert Voß, Archiv Wattenrat

Vor 31 Jahren, 1987, wurden in Norddeich die ersten Enercon-16-Anlagen errichtet. Sie haben die noch bescheidene Nennleistung von 55kW bei einem Rotordurchmesser von 16,2 m und einer Gesamthöhe von etwas über 30m, die Rotorgondeln stehen auf Gittermasten. Dieser kleine Windpark mit fünf Anlagen soll der erste in Niedersachsen gewesen sein. Nun sind die Anlagen abgängig, die Wirtschaftsbetriebe Norden (WBN) als Betreiber wollen die Anlagen abreißen lassen, die Standsicherheit müsse kostenaufwendig geprüft werden, der Erhalt der Anlagen rechne sich nicht. Dagegen macht die SPD im Norder Stadtrat mobil. In ihrem Antrag an die Norder Stadtverwaltung schlagen die Politiker vor, die „Wahrzeichen“ für die serienmäßige Entwicklung von Windenergieanlagen als „Industriedenkmal“ zu erhalten.

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Windenergie und kommunale Selbstverwaltung: Stiftungsgeld von den Betreibern

Samtgemeinde Holtriem (Westerholt) im niedersächsischen Landkreis Wittmund: Die „Windbarone“ Heinz Böttcher und Johann Eisenhauer haben die Spendierhosen für Kommune angezogen. Ihre Windkraft-Stiftung für die Gemeinde startet mit zunächst 85.000 Euro „für gemeinnützige Zwecke“, im Stiftungsrat sitzen Kommunalpolitiker der Gemeinde. Über die Auszahlungsmodalitäten für spätere Antragsteller will der Rat später beschließen. Der nachfolgende Zeitungsbeitrag (ganz unten) zeigt wieder einmal deutlich die Einflussnahme der lokalen Windkraftbetreiber über diese Stiftung auf die politischen Entscheidungsträger einer Gemeinde, in der sich bereits dutzende Windkraftanlagen drehen. Zusammen mit den Nachbargemeinden im Landkreis Aurich (dort wo Enercon produziert) ergibt sich hier die höchste Windkraftdichte in Deutschland.

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Ostfriesische Windbarone im Visier der Staatsanwaltschaft

Nachtrag: Das Verfahren gegen Windkraftbetreiber Heinz Böttcher der Norderland-Gruppe wegen eigenmächtiger Abschaltung des Flight Mangagers an den Windkraftanlagen in der Nähe der Luftwaffenbasis Wittmundhafen, die laut Luftwaffe das Radar stören, wurde von der Staatsanwaltschaft Aurich (dort,  wo Enercon produziert) im Mai 2019 eingestellt. Ein Gutachten, von der der Betreiberfirma Norderland in Auftrag gegeben, sieht keine Beeinträchtigung des Radars (s.u.)…

Heinz Böttcher aus Westerholt im Landkreis Wittmund ist neben Johann Eisenhauer – ebenfalls aus Westerholt – einer der bekanntesten „Windbarone“ in Ostfriesland. Beide sind Betreiber mehrerer Enercon-Windparks und mit ihren verschachtelten Firmen wie Freesen-Wind und der Norderlandgruppe breit aufgestellt. Böttcher und Eisenhauer sind gut mit den Lokalpolitikern der Samtgemeinde Holtriem, zu der Westerholt gehört, und darüber hinaus vernetzt. Deutlich wird das an der großen Zahl der Windkraftanlagen im Gemeindegebiet. Die Holtriemer Ratsmitglieder stellten per mehrheitlicher Abstimmung die Windkraftflächen im Flächennutzungsplan zur Verfügung und sind teilweise auch an einigen Windkraftanlagen der beiden Investoren als Kommanditisten finanziell beteiligt.

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Windpark Utgast im Landkreis Wittmund: Klage wird neu vorbereitet

Windpark Utgast (Ausschnitt), Gemeinde Holtgast, Foto (C): Insa Bock

Die Lokalzeitung „Anzeiger für Harlingerland“ aus Wittmund berichtete ausführlich über die Windkraft-Lärmbetroffenen Insa Bock und Hermann Oldewurtel, die direkt am Windpark Utgast/Gemeinde Holtgast in der Samtgemeinde Esens/LK Wittmund wohnen (s.u.). Der Artikel verweist auch auf den ZDF- Beitrag vom 04. Nov. 2018 „Infraschall-Unerhörter Lärm“ (planet.e) über die Auswirkungen des Infraschalls durch WEA auf den menschlichen Organismus. Insa Bock und Hermann Oldewurtel kommen in dem ZDF-Beitrag ausführlich zu Wort.

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