Zur Nachahmung empfohlen: Feuerwerksverbot auf Spiekeroog

Feuerwerk über dem Nationalpark Wattenmeer und "Weltnaturerbe", hier Insel Juist, 2010

Es bewegt sich was im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und „Weltnaturerbe“. Nach 29 Jahren des Bestehens des Nationalparks und nach 5 Jahren „Weltnaturerbe“ soll auf der Insel Spiekeroog mit einer Lärmschutzverordnung das Böllern zu Silvester verboten werden. Das Nationalparkgesetz und das Bundesnaturschutzgesetz untersagen zwar ebenfalls die Störungen und Beunruhigungen von wildlebenden Tieren, und die Nationalparkverwaltung weist in jedem Jahr mit mit hilf- und wirkungslosen Appellen auf das Feuerwerksverbot hin, aber nun ist das auch endlich in der Kommunalpolitik angekommen. Auf anderen Inseln und den Küstenbadeorten am Festland werden sogar im Sommer zur Touristenbespaßungen Höhenfeuerwerke am Nationalpark gezündet, die weit in das Großschutzgebiet hineinwirken, auch diese Feuerwerke müssten abgestellt werden. Der nachstehende Bericht der Lokalzeitung enthält eine unrichtige Meldung: Es mag ja sein, dass den „Natur- und Umweltschutzverbänden“ die Feuerwerke „ein Dorn im Auge“ sind, die großen Verbände wie BUND oder NABU oder alle weiteren 13 „anerkannten“ Verbände in Niedersachsen haben sich aber bisher nicht öffentlich zu den Feuerwerken im Nationalpark geäußert. Es ist der Wattenrat Ostfriesland, der seit Jahren – auch mit im Sande verlaufenden Strafanzeigen- auf diesen Missstand hingewiesen hat. Wattenrat wirkt! weiter »

Nachrichten aus dem ostfriesischen Sommerloch 2013

von Manfred Knake

Wer in diesen Tagen die Lokalzeitungen an der ostfriesischen Küste liest, kann den Eindruck bekommen, in Ostfriesland ist Dauerjahrmarkt angesagt, man feiert sich einen Wolf: Schützenfest in Esens, Weinfest in Aurich, Bürgermarkt in Wittmund, Spiel ohne Grenzen in Spetzerfehn, Hafenfest in Emden, Stadtfest in Leer, um nur ein paar der zahlreichen Bespaßungsaktionen mit Massenauftrieben zu nennen.  Die Lokalpresse zelebriert derzeit überwiegend Brot und Spiele. Ist das schon eine Variante der „spätrömischen Dekadenz“ zur Sedierung des Volkes, die nun auch die ostfriesische Halbinsel erreicht hat?

Aber das Sommerloch bot bisher weitaus mehr, vor allem Politisches und Windiges: weiter »

Spiekeroog: 10 km Stacheldraht gegen Elektrozaun ausgetauscht

Sumpfohreule im Stacheldraht

Vor einem Jahr berichteten wir von einer löblichen Maßnahme auf der Insel Borkum im Nationalpark Wattenmeer, wo für Vögel tödliche Stacheldrahtzäune gegen glatte Elektrozäune ausgetauscht wurden. Diese Maßnahme wird sukzessive seit mehreren Jahren von der Nationalparkverwaltung auch auf anderen Inseln durchgeführt. Aktuell wurden jetzt auf der Insel Spiekeroog  10 Kilometer Stacheldrahtzäune ausgetauscht. Gerade für tieffliegende Greifvögel wie Weihen oder Sumpfohreulen bedeuten Stacheldrahtzäune eine tödliche Gefahr. Die Maßnahme kommt auch privaten Pferdehaltern auf der Insel zugute, da man Pferde wegen der Verletzungsgefahr eigentlich nicht hinter Stacheldraht hält. Nur beteiligen sich die Pferdehalter finanziell nicht an der Austauschmaßnahme, die auch zur Unversehrtheit ihrer vierbeinigen Sportgeräte beiträgt.  Eigentum sollte auch in diesem Falle verpflichten. Die Kosten des Zaunaustausches trägt ausschließlich der Steuerzahler: Aus dem ohnehin sehr mageren Naturschutzhaushaltes des Landes wird die Maßnahme mit 90.000 Euro bezahlt. Bei geschätzten mehreren hundert Kilometern Stacheldrahtzäunen auf den Inseln und am Festland, bei dem geringen Tempo des Austausches sowie der mageren Naturschutzkassenlage des Landes werden die beauftragten Firmen noch einige Jahrzehnte zu tun haben, um auch noch den letzten Stacheldrahtzaun zu entfernen. Hoffentlich gibt es bis dahin noch Weihen und Sumpfohreulen an der Küste.

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Spiekeroog: Anlegerruine als Naturschutzmaßnahme kostengünstig entsorgt

Der nachfolgende Beitrag gehört eigentlich in den Herbst 2009. Das damalige Geschehen ging aber irgendwie im täglichen Nachrichtengetöse aus dem schlickigen Wattensumpf an den Wattenratmitarbeitern vorbei und wurde erst jetzt wiederentdeckt. Deshalb kommt der Beitrag verspätet, aber er kommt. Es geht um Offshore-Windenergie, die Anbindung der Wind“parks“ auf See mit Kabeltrassen durch den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und den Abriss eines abgängigen Anlegers auf der Insel Spiekeroog, und „natürlich“ um den Naturschutz im Wattenmeer, oder was man dafür hält.

Der abgerissene Anleger auf Spiekeroog

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