18. August 2011

Ozeaneum in Stralsund: Greenpeace´ blaue Märchenstunde

„Giants of the Seas“: Greenpeace-Präsentation im Ozeaneum

In Stralsund steht das Ozeaneum, ein ortsfremd-kalt und futuristisch anzusehendes Bauwerk am Hafen der Hansestadt. Das Innere des Ozeanum allerdings ist sehenswert, trotz des saftigen Eintrittspreises: Eine Vielzahl von Aquarien führt in die verschiedenen marinen Lebensräume von der Ostsee, die Nordsee und das Wattenmeer, über die tropischen Meere bis in die Arktis. Das größte Becken hat ein Fassungsvermögen von 2,6 Millionen Litern und zeigt einen Nordseeausschnitt. Eindrucksvoll ist auch die riesige Halle am Ende des Rundgangs: Auf 20 Metern Höhe und 30 Metern Breite werden „die Riesen des Meeres“ präsentiert. Als Kunststoffmodelle in  Originalgröße schweben u.a. ein Blauwal, ein Orca, ein Buckelwal und ein Pottwal im Kampf mit einem Riesenkraken im wahrsten Sinne des Wortes „gewaltig“ über den Besuchern. Dieser Teil der Ausstellung wurde von Greenpeace-Deutschland  entwickelt und realisiert.

Auf Liegen und Stühlen in der dunkelblau gedimmten Halle können sich die Besucher dann in die Video-Präsentation dieser angeblichen Meeresschutzorganisation versenken. In fast sakraler Atmosphäre erzählt die Stimme aus dem Lautsprecher über die Gefährdungen der Meeressäuger, zu denen, wie könnte es heute anders sein, auch der „Klimawandel“ und die Verlärmung der Meeres gehören.

Kein Wort wird allerdings darüber verloren, dass Greenpeace selber zu den kämpferischen Förderern der Meeresverlärmung gehört, mit allen negativen Folgen für die Meeresfauna, insbesondere der Meeressäuger. Greenpeace-Energy verkauft sogenannten „Ökostrom“, der vor allem aus Windkraftwerken erzeugt wird, zunehmend auch aus Wind“parks“ auf See. Mit flotten PR-Sprüchen wie diesem geht Greenpeace auf Kundenfang und macht aus gutgläubigen Stromkunden gleich Regenbogenkämpfer:  „Woanders ist der Kunde König. Bei uns ist er Kämpfer“. Nicht nur, dass diese Riesenpropeller in der Deutschen Bucht eine enorme Gefahr für Zugvögel darstellen; beim Bau dieser Mühlenmonster auf  See gibt es durch die Rammarbeiten eine gewaltige Schallbelastung gerade für Wale und Delfine, die Greenpeace vor der Verlärmung „schützen“ will. Im Dauerbetrieb sorgt der tieffrequente Infraschall für eine ständige Verlärmung auf See. Das alles ist bei Greenpeace bekannt.

Am Schluss der Greenpeace Video-Präsentation im Ozeanum streben dann die so emotionalisierten Besucher dem Ausgang zu und können sofort ihren Ablass zahlen: Grünbejackte Greenpeace-Helferinnen unter grünen Schirmchen sammeln Unterschriften und Spenden ein,  aber dennoch ist hier nichts im grünen Bereich: Mehr Heuchelei im Namen des Meeresschutzes geht nicht!

Greenpeace: Alles öko?

Nachtrag: Die weltweit operierende Naturschutzorganisation World Wide Fund for Nature (WWF) jongliert ebenso gekonnt mit der Wahrheit und verkauft sich als Retter des Regenwaldes und der bedrohten Orang-Utans. Bei näherer Betrachtungsweise entpuppt sich auch der WWF als BWL-gesteuertes  Öko-Unternehmen: Der Pakt mit dem Panda. Es hat den Anschein, dass sich im organisierten und spendenabhängigen Naturschutz die Lüge zur Standardform der Kommunikation entwickelt hat. Oder anders gesagt: Auch der organisierte Natur- und Umweltschutz ist in der heutigen Kommerzwelt angekommen und agiert wie die Politik oder Wirtschaftsunternehmen; nur mit der Wirklichkeit hat das oft nichts zu tun.

 

 

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