28. November 2011

Umweltminister Sander und die fernöstlichen Mandschurenkraniche

 

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Ja, da lacht er, „unser“ Noch-Umweltminister Hans-Heinrich Sander. Worüber nur?
Über den gelungenen „Scherz“ seines Hauses, mit den schönen Kranichen im Bild Naturschutzwind im Lande zu machen? Wo er die wohl fotografieren ließ? Heimische Kraniche (Grus grus) sind es jedenfalls nicht, die über ihn und Niedersachsen hinwegrauschen. Es sind Mandschurenkraniche (Grus japonensis), sehr seltene Vögel aus Ostasien, die mit Sicherheit ihren Lebensraum nicht in das vermaiste und mit Windpropellern gespickte Niedersachsen verlegen wollen.

Mandschurenkraniche sind im Gegensatz zu unseren heimischen Kranichen wesentlich heller, haben einen ausgeprägten schwarzen Hals und ein kontrastreiches schwarzes Schwanzgefieder. Bereits 1992, als die norwegische Erdgasleitung „Europipe“ durch den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer geplant wurde, war es die norwegische Staatsfirma „Statoil“, die mit ihrem vorgeblich umweltfreundlichen Vorgehen im Watt mit der Zeitungsanzeige „Was uns am Herzen liegt, behalten wir im Auge“ Wind machte und warb. Abgebildet waren ebenfalls Mandschurenkraniche, die Statoil ausgerechnet im niedersächsischen Wattenmeer „am Herzen lagen“. Diese falsche Herzensangelegenheit kostete damals der Statoil-PR-Dame den Job. Mit Herrn Sander, der im Januar 2012 endlich in Rente gehen will,  muss es der Naturschutz im Lande noch ein paar Tage aushalten, mit oder ohne Mandschurenkraniche.

#edit 01. Dez. 2011: Seit heute sind die fernöstlichen Mandschurenkraniche von der Webseite des niedersächsischen Umweltministerium weitergezogen, das Startbild wurde durch herbstliches Ahornlaub ersetzt.

 

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