
Screenshot/Bildzitat: NLWKN https://www.nlwkn.niedersachsen.de/naturschutzgebiete/naturschutzgebiet-voslapper-groden-nord-43247.html
Der Naturschutzbund (NABU), der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Deutsche Umwelthilfe (DUH) haben erfolgreich beim OVG Lüneburg gegen die Industrieplanungen im Natur- und EU-Vogelschutzgebiet „Voslapper Groden Nord“ in Wilhelmshaven geklagt. Der zugrundeliegende Bebauungsplan wird als rechtswidrig bezeichnet. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Lüneburg hat dem Eilantrag der Verbände vom 18. Februar 2026 gegen die Zerstörung des Natur- und EU-Vogelschutzgebietes „Voslapper Groden Nord“ stattgegeben. Das Gericht setzte in seinem Beschluss vom 20. Mai 2026 den Bebauungsplan Nr. 225 „Voslapper Groden-Nord/Nördlich Tanklager“ vorläufig außer Kraft, das Hauptverfahren steht noch aus.
Der dort geplante sog. „„Energiepark“ soll die bestehende Hafeninfrastrukturen nutzen und für „Grüne Gase“, die schrittweise Ablösung fossiler Energieträger durch „klimaneutrales“, synthetisches Gas (e-NG), entwickelt werden, also ein vorgeblicher Beitrag zum „Klimaschutz“. Beim NDR liest sich das u.a. so: „In Wahrheit handele es sich auch nicht um ein Projekt zur Nutzung erneuerbarer Energien, sondern im Wesentlichen um eines zum Import fossilen Flüssiggases, zitiert das Gericht den NABU. Hierfür bestehe kein Bedarf, zudem könne das Projekt andernorts verwirklicht werden, wo es nicht das Vogelschutzgebiet beeinträchtige. Die Ausgleichsmaßnahmen seien außerdem mangelhaft.“
Die Frage, die sich beim Wattenrat stellt: Warum funktioniert der Widerstand der Umweltverbände in Wilhelmshaven gut, hört aber schon wenige Kiliometer weiter westlich Richtung Ostfriesland auf? Werden hier nur Nistkästen aufgehängt oder Obstbäume gepflegt? Oder geht es bei der Klage gegen den „Energiepark“ auf dem Voslaper Groden hintergründig zunächst um „Klima“ und die von den Verbänden bekämpften „fossilen Energieträger“? Nichts kam von BUND oder NABU beispielsweise (!) zum Bau der Umgehungsstraße Bensersiel/Stadt Esens (seinerzeit vom NABU-Kreisverband Wittmund unterstützt), zu den touristischen Planungen „Mahlbusenprojekt“ Dornumersiel (inzwischen eingestellt, von einem BUND-Vorstandmitglied des Landesverbandes Niedersachsen unterstützt!), zur Friesensportler-Europameisterschaft am Deich bei Neuharlingersiel oder zur Kabelanbindung für Offshore-Windparks im Bereich Dornum (und demnächst über Neuharlingersiel), alles so geschehen im EU-Vogelschutzgebiet V63, „Ostfriesische Seemarsch von Norden bis Esens“.