10. Oktober 2020

Noch ein Neuer am Wattenmeer: Ficopomatus enigmaticus

Ficopomatus enigmaticus, der Tüten- oder Australische Kalkröhrenwurm – Foto (C): B.Voß

Noch ein Neuer an der Nordsee: Ficopomatus enigmaticus (engimaticus= der Rätselhafte), oder der Tüten- oder Australische Kalkröhrenwurm, breitet sich nun auch in den Häfen der Nordsee aus. F. enigmaticus wurde erstmals 1921 in Nordfrankreich entdeckt und 1922 in den Londoner Docks festgestellt, ist also eine invasive Art, wie z.B auch die Pazifische Auster, die aus Zuchtkulturen auf Sylt „entkam“. Der Ursprung dieser Röhrenwurm-Art ist nicht ganz geklärt, da sie in Gewässern mit unterschiedlichem Salzgehalt und in gemäßigten Gebieten der nördlichen und südlichen Hemisphäre vorkommen kann.

Der Wurm wurde vermutlich mit Schiffen aus dem Pazifik, möglicherweise aus Australien eingeführt. Es wird angenommen, dass der Kalkröhrenwurm aus der südlichen Hemisphäre stammt und auch nach Australien eingeschleppt wurde. Ficopomatus enigmaticus siedelt auf Hartsubstrat und bildet Riffe. Der Röhrenwurm bevorzug ruhige, küstennahe Gewässer und meidet offensichtlich die offene, kältere Nordsee mit ihrem bewegten Wasser. Ein beliebter Ansiedlungsort sind Spundwände, Propeller, Schiffsrümpfe und Ruderanlagen. Da werden sie für die Boots- und Schiffseigner richtig lästig. Innerhalb weniger Wochen können sie auch die Wasserein- und -auslässe der Schiffe verstopfen. Unser Mitarbeiter Eilert Voß holte gerade sein Segelboot nach der Sommertour im Wattenmeer aus dem Wasser – und hat jetzt richtig Arbeit, diese lästigen und unerwünschten Mitsegler wieder zu entfernen.

Tüten-Kalkröhrenwurm – Foto (C): Eilert Voß

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