Hamburg: Wolf verirrt sich in Einkaufszentrum und verletzt Frau

Symbolfoto: Junger Wolf geht über dünnes Eis im LK Leer – Foto: privat/Archiv Wattenrat

Ein junger Wolf hatte sich in ein Hamburger Einkaufszentrum verirrt und fand nicht mehr heraus. Als er immer wieder gegen eine Glasscheibe lief, versuchte eine Frau, ihn ins Freie zu geleiten, das ging schief. Der verängstigte Wolf soll laut Presseberichten in seiner Stresssituation nach der Frau geschnappt und sie leicht im Gesicht verletzt haben.  Andere Berichte sagen, der Wolf habe die Frau lediglich umgestoßen und sie dabei mit der Pfote am Mundwinkel verletzt. Aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) vom 31. März 2026: „“Eine Bisswunde vermutet die Textilhändlerin [Anm.: Zeugin] dem Bericht zufolge nicht. ´Es sah eher so aus, als hätte der Wolf sie beim Anspringen mit seiner Pranke im Gesicht ge­troffen.`“

Die Frau wurde ambulant im Krankenhaus behandelt. Der Wolf entkam zunächst und wurde später von Polizisten mit einer Schlinge aus der Alster gezogen und in einen Tierpark verbracht. Auch der Wolf wurde oberflächlich leicht verletzt und versorgt. Einige Medien machten daraus einen „aggressiven Wolf, der einer Frau ins Gesicht beißt“; nur war der Wolf nicht aggressiv, sondern verängstigt. Auch Hunde hätten in dieser  Ausnahmesituation mit einem Abwehrverhalten ebenso reagieren können. Was mit ihm geschehen soll, ob er ausgewildert oder gar getötet wird, wird von der Hamburger Umweltbehörde entschieden werden. 

Der Wolfsexperte und Jäger Eckhard Fuhr plädierte ohne genaue Kenntnis des Sachverhaltes für die Tötung, warum? T-online zitiert ihn so: „Der Journalist und Jäger Eckhard Fuhr hält die Tötung für die ´vernünftigste Lösung´. Weder ein Leben in Gefangenschaft noch eine Freilassung seien aus seiner Sicht sinnvoll.“ Andere Wolfsexperten widersprachen dieser vorschnellen Empfehlung und rieten zu einer  Besenderung und der anschließenden Freilassung des Tieres.

Dieser Wolf wird Menschen nach seiner schlechten Erfahrung sicher meiden. Dass gerade unerfahrene Jungwölfe durch Städte der Dörfer laufen, ist zudem nichts Ungewöhnliches.

Nachtrag 07. April 2026:

Am Abend des Ostersonntags wurde das Tier mit einem Sender ausgestattet und erfolgreich ausgesetzt. Im Rahmen des LIFE Wild Wolf-Projektes wird der Wolf nun länderübergreifend konsequent überwacht. Sein Standort wird stehts nachvollzogen und Jäger können jederzeit kurzfristig eingreifen. Im Sinne des Tierschutzes macht die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) zum Standort des Tieres keine Angaben.“ (Quelle: Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft in Hamburg am 06. April 2026)

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