Gänsejagd: Landwirtschaftsminister Meyer kündigt Änderung der Jagdzeitenverordnung an

Angeschossene Nonnengans, nicht jagdbare Art, Terborg/Ems, EU-Vogelschutzgebiet

Viel wurde beim Wattenrat und der Gänsewacht zur Wasservogeljagd in EU-Schutzgebieten geschrieben und mit Fotos dokumentiert. Vor allem das Naturschutzgebiet „Petkumer Deichvorland“ an der Ems, das auch EU-Vogelschutzgebiet ist, war jahrelang Schauplatz von bekanntgewordenen unglaublichen Jagdverstößen, die Eilert Voß akribisch bei Kälte, Dunkelheit und Nebel festgehalten hat. Gänsejagd bei dichten Nebel oder Schneetreiben, bei Dunkelheit „nach Gehör“, angeschossene oder getötete Gänse, die keine Jagdzeit haben, Jagd mit an Gewässern verbotener Bleimunition oder jagen ohne Hund – das alles kam dort vor und kommt sicherlich in anderen gänsereichen Schutzgebieten auch vor, in denen nicht beobachtet wird. Keiner dieser angezeigten Verstöße wurde von der Unteren Jagdbehörde in Emden verfolgt, die mehrfach gerufenen Polizei hatte viele Gründe, nicht an der Ort der Handlung zu kommen Weiterlesen

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Langeoog: Petition zur Legalisierung von Schwarzbauten

Fähranleger Bensersiel – auf nach Langeoog: einer geht noch rein, noch mehr Umsatz mit  „schwarzen“ Betten

In mehr als 660 Fällen sollen in den letzten Jahren auf der Urlaubsinsel Langeoog illegale Um- oder Anbauten entstanden sein – zu Vermietungszwecken, für noch mehr Inseltouristen. Dabei wurden auch Brandschutzvorschriften umgangen. Der Landkreis Wittmund ermittelt derzeit mit zusätzlich eingestellten Mitarbeitern gegen die Schwarzbauten. Langeoog hat eine registrierte Wohnbevölkerung von ca. 1731 Einwohnern (Statistisches Bundesamt, 31. Dez. 2011, andere Angaben gehen von über 2000 Einwohnern aus), jährlich besuchen mehr als 200.000 Gäste (Tagestouristen nicht eingerechnet) die Insel, die touristischen Übernachtungszahlen betragen mehr als 1,5 Millionen(Zahlen nach IHK für Ostfriesland und Papenburg). Laut Inselkirche Langeoog werden ca. 15.000 Gästebetten bereitgestellt, andere Zahlen liegen bei „nur“ 10.000 Betten. Weiterlesen

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Zugvogeltage: keine heile Welt im Nationalpark Wattenmeer

Auch ein Zugvogel: Ein junger Merlin, eine Falkenart, hat einen Alpenstrandläufer erbeutet, Dollart, 2013

 Nun kommen die Touristen wieder in Scharen, um Zugvögel an der Küste zu bestaunen, einschließlich der sportlichen Variante „Aviathlon“. Das eigentlich begrüßenswerte Werben der Tourismusindustrie und der Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven für die Zugvögel im Nationalpark Wattenmeer ist eine Sache, der desolate Zustand vieler Salzwiesen, die Rast- und Äsungsflächen der Zugvögel im Nationalpark und „Weltnatuerbe“, ist eine andere. Viele eigentlich geschützte Salzwiesen werden immer noch vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten-  und Naturschutz (!) (NLWKN) für „Unterhaltungsmaßnahmen“ mit Kettenfahrzeugen zerwalzt, unter „Abstimmung“ mit der Nationalparkverwaltung und nicht in einen angemessenen Erhaltungszustand versetzt, wie es die EU-FFH-Richtlinie vorschreibt. Spaziergänger dürfen aus Artenschutzgründen diese Schutzzonen nicht betreten. Hungrige Gänse aus Nordeuropa oder Asien weichen dann auf landwirtschaftliche Nutzflächen aus. Weiterlesen

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Windenergie im LK Wittmund: Investoren „spenden“ für Abstimmungsverhalten

Die Küstenlandschaft (Ausschnitt) als Opfer kommunaler Entscheidungen, Utgast/Holtgast im LK Wittmund

 Da sind sie wieder, unsere gewählten „Volksvertreter“ und die Windkraftinvestoren. Kommunalpolitiker wollten ihr Abstimmungsverhalten zur Zustimmung von Windparks an Geldzuwendungen für kommunale Aufgaben, „Spenden“ genannt, koppeln. Die Investoren zierten sich zunächst, willigten aber dann ein. Bis zu 3000 Euro pro Anlage und Jahr sollen in die Gemeindekassen fließen, zusätzlich zu den Gewerbesteuern,von denen auch der Landkreis als Aufsichts- und Genehmigungsbehörde seinen Anteil abbekommt. Die Nummer wird als „Ausgleich für die Anwohner“ verkauft. Mit „Klimaschutz“, „Energiewende“ oder sonstigen Nebeltöpfen hat das gar nichts zu tun. Weiterlesen

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Hauskatzen im Nationalpark Wattenmeer: Proteststurm gegen Tötung verwilderter Hauskatzen

Miezie will nur spielen: Hauskatze erlegt Mönchsgrasmücke im Garten in der Brutzeit. Damit ist die gesamte Brut verloren.

 Ein Sturm der besonderen Art rast derzeit über die ostfriesische Insel Borkum, ausgelöst von Hauskatzenliebhabern. Ein Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung hatte in der Presse auf das ungelöste Hauskatzenproblem auf der Insel aufmerksam gemacht und auf den Fang bzw. auf den legalen Abschuss nach dem Niedersächsischen Jagdgesetz zum Schutz von Wiesenvögeln verwiesen. Weiterlesen

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Hauskatzen auf Borkum: Wer wird erschossen?

Screenshot-Bildzitat, Ostfriesen Zeitung_Online_27.Sept. 2013

Wer wird erschossen?

Ein unsachlicher Kommentar für den Wattenrat von

Thomas Schumacher

„Borkum: Katzen zum Abschuss frei“ titelt die Ostfriesen Zeitung, sprachlich holprig aber diesmal immerhin orthografisch korrekt. Allerdings: Später korrigiert sie. Hauskatzen würden auf Borkum nicht abgeschossen. Das wäre auch was, Ballermann im Wohnzimmer. Igel würden aber nicht abgeschossen, so die OZ, die stünden unter Naturschutz. Als hätte das jemals gestört, wenn es ums Schießen geht. Igel würden eingesammelt und aufs Festland verbracht. Und warum das Ganze? Wegen der Uferschnepfen. Katzen und Igel fressen die Uferschnepfen, und die sterben aus. Oh je, würden alle die abgeschossen, die gefährdete Tiere töten oder ihren Lebensraum zerstören, es gäbe ein Massaker in Ostfriesland. Jäger zu Gejagten. Weiterlesen

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Norderney: gelungene Salzwiesenrenaturierung

Norderney-Ostheller, Renaturierungsfläche im gelben Bereich

Na, geht doch, möchte man sagen. „Aufgrund radikaler Maßnahmen nehmen die Salzwiesen im Inselosten [der Insel Norderney] wieder zu„, schreibt die Lokalpresse. Nein, umgekehrt, „dank“ früherer radikaler Vorlandunterhaltung mit schwerem Gerät ohne Rücksicht auf die natürliche Entwicklung wurden diese Salzwiesen auf Norderney zunächst jahrelang systematisch entwässert, durch  das Bauamt für Küstenschutz und später das Staatliche Amt für Insel und Küstenschutz in Norden, heute Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) am selben Ort. Weiterlesen

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Prof. Peter Berthold und die „Staatsfeinde“

Wohnen hier die „Staatsfeinde“? Stedesdorf, LK Wittmund/NDS – Foto (C): Manfred Knake

 Peter Berthold, Jahrgang 1939, ist Ornithologe, ein bekannter sogar. Er promovierte mit einer Fortpflanzungsstudie über Stare, 1972 wurde er habilitiert. Von 1998 bis zu seiner Emeritierung war er Direktor und wissenschaftliches Mitglied an der „Forschungsstelle für Ornithologie der Max-Planck-Gesellschaft“. Prof. Berthold bekam viele akademische Auszeichnungen, nun schoss er über das Ziel hinaus. Der Spaltpilz „Erneuerbare Energien“ hat auch ihn befallen. Eigentlich weiß „die Wissenschaft“ um die gravierenden Auswirkungen der Nutzung der Windenergie auf Menschen, Tiere und Landschaften; die Diskussion darüber dürfte auch an Prof. Berthold nicht spurlos vorübergegangen sein, oder doch? Weiterlesen

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NLWKN, die Teflon-Küstenschutzbehörde

Grüppenfräse auf den Salzwiesen von Norderney, Screenshot-Bildzitat: Anzeiger für Harlingerland, Wittmund, online und print, 16./17. Sept. 2013 (Archivfoto)

 Ein Kommentar von Manfred Knake, der sich seit 1975 über eine teflonbeschichtete Küstenschutzbehörde wundert

Herma Heyken vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) ist eine gute Pressesprecherin ihrer Behörde, in der das letzte Kürzel tatsächlich „Naturschutz“ bedeutet, und das Letzte im NLWKN ist auch der Naturschutz. Das letzte „N“ wurde dem früheren NLWK nach der Landtagswahl 2003 angehängt, als das damalige Niedersächsische Landesamt für Ökologie (NLÖ) von Ministerepräsident Christian Wulff (CDU) aufgelöst  und ausgerechnet in die Küstenschutzbehörde eingegliedert wurde. Frau Heyken als ehemalige Pressesprecherin der ebenfalls aufgelösten Bezirksregierung Weser-Ems in Oldenburg versteht die Kunst, so wie es sich für eine Pressesprecherin gehört – mit Verlaub – auch aus Scheiße Bonbon zu machen, wie es so anschaulich-griffig heißt. Das ist ihr am Beispiel eines Kettenfahrzeugs ihrer Behörde, das vor wenigen Tagen großflächig eigentlich geschützte Salzwiesen zerwalzte, wieder einmal gelungen. Weiterlesen

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Wieder mit einem Kettenfahrzeug durch die Salzwiese

Alles platt: Grüppenfräse in der strengsten Schutzzone des Nationalparks Wattenmeer ("Weltnaturerbe") bei Dornumersiel, LK Aurich, September 2013

 Ein Dauerbrenner, der heute mal wieder so richtig aufgeflammt ist: In der Salzwiese zwischen Dornumersiel und Bensersiel fräst sich ein schweres Kettenfahrzeug (Grüppenfräse) durch das geschützte Deichvorland. Hier werden Grüppen (Entwässerungsgräben) gezogen, im Bereich des Fotos alle zehn Meter eine Grüppe. Das soll den Deichfuß des angrenzenden Hauptdeiches entwässern und vor Schäden schützen. Nur: Die Salzwiesen sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz und der Flora- Fauna- Habitatrichtlinie (FFH) der Europäischen Union geschützt und gehören zur strengsten Schutzzone im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, der auch als „Weltnaturerbe“ touristisch vermarktet wird, zudem sind sie im staatlichen Besitz. Da darf man nicht so einfach mit schwerem Gerät alles platt machen, noch nicht einmal Fußgänger dürfen hier laufen. Weiterlesen

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