14. Dezember 2016

Rezension: „Geopferte Landschaften“

Windpark Ochtersum/SG Holtriem/LK Witmund/NDS, Ausschnitt, Okt. 2016, Foto (C): Manfred Knake

Windpark Ochtersum/SG Holtriem/LK Witmund/NDS, Ausschnitt, Okt. 2016, Foto (C): Manfred Knake

Zum Lesen empfohlen: ETSCHEIT, G. (Hrsg.): Geopferte Landschaften. Wie die Energiewende unsere Umwelt zerstört. 367 Seiten. Heyne. 2016, ISBN 978-3-453-20127-9, 16,99 Euro

Die Rezension haben wir mit freundlicher Genehmigung von der WebSeite der Europäischen Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen (EGE) übernommen:

BuchcoverDas Buch mit Beiträgen von 18 Autoren aus unterschiedlichen umweltrelevanten Disziplinen ist eine eindrucksvolle Abrechnung mit der im Namen der Energiewende fortschreitenden Industrialisierung, der zum angeblichen Schutz der Atmosphäre immer mehr Teile der Biosphäre geopfert werden. Dabei sind die Zerstörungen größer, die Folgen für bestimmte Arten dramatischer und die Vorgehensweisen der Branche bisweilen kritikwürdiger, als sie im Buch beschrieben werden. Das liegt auch daran, dass der 20jährige Erfahrungsvorsprung des Nordens mit der Windenergiewirtschaft gegenüber dem Süden Deutschlands und die Innenansichten aus dem komplexen Zusammenspiel von Staat und regenerativer Energiewirtschaft nur unzureichend ins Buch eingeflossen sind. Das Buch bestreitet nicht den anthropogenen Einfluss auf das Klima; es kritisiert faktenbasiert die Energiewende als ein teils auf Lebenslügen gestütztes Unterfangen, als eine postfaktische Heilserwartung zugunsten weniger Profiteure. Es ist ein Plädoyer für die dringend notwendige Integration der Anforderungen des Naturschutzes und der Landschaftspflege in eine, auch im Falle der regenerativen, nicht per se umweltverträgliche Energieerzeugung. Das Buch ist ein Stachel im Fleisch der Anhänger der „erneuerbaren Energien“, zumal in den Umweltverbänden, die sich in eine bedenkliche Nähe zu diesem Teil der Wirtschaft gebracht haben. Das Buch nährt die berechtigten Zweifel an einer vordergründig guten Sache. 

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