13. Mai 2010

Bundesverband Windenergie: Propaganda fürs Betreiberportemonnaie

Rechtzeitig zur angekündigten Kundgebung gegen die Zerstörung von Mensch und Natur durch Windkraftanlagen am 15. Mai 2010 in Berlin macht auch der Bundesverband Windenergie (BWE)  mobil: Für den weiteren Ausbau der Windenergie, selbstverständlich.

Windenergie in Eemshaven/NL

Die Broschüre des BWE „A bis Z Fakten zur Windenergie“ verschweigt mehr, als sie propagandistisch herbeilügt:

„Die große Mehrheit der Bevölkerung steht der Windenergie außerordentlich positiv gegenüber. Unabhängige Umfragen der führenden Meinungsforschungsinstitute Allensbach, Emnid und forsa belegen dies.“

Mag ja sein, die Umfragen belegen aber auch eine große Unkenntnis der „Normalbürger“ über die tatsächliche „Leistung“ von WKA, die in der Regel von der Mainstreampresse im PR-Stil der Betreiber-Verlautbarungen übernommen wird.  Fakt ist auch, dass die Ablehnung der lauten Mühlen-Monster um so größer wird, je näher die Anlagen an die Wohnbebauung heranrücken; und es kommt immer auf den Inhalt der Fragen an, die zu gewollten Antworten führen.

Nun kommt es ganz dick beim BWE:

„Die forsa-Studie vom November 2009 zeigt außerdem, dass die Zustimmung zu Windenergieanlagen gerade bei denen besonders hoch ist, die solche Anlagen in ihrer Nachbarschaft bereits kennengelernt haben. Dort erfolgte daher auch der größte Zubau [sic] mit neuen Windenergieanlagen, von 952 Neuanlagen gingen allein 210 in Brandenburg […] ans Netz.“

Gerade aber in Brandenburg gibt es, neben hunderten anderen Initiativen gegen die Windkraft nur in Deutschland, eine starke organisierte Ablehnung von Windkraftanlagen:

Die „Volksinitiative gegen die Massenbebauung Brandenburgs mit Windenergieanlagen“ macht auch schon politisch gegen den Windwahn mobil.

Und es wird weiter vom BWE mit Halbwahrheiten gelogen, das sich die Rotoren biegen:

„Wichtige Gründe sind die Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen wie Kohle, Uran, Öl und Gas, positive Auswirkungen auf Umwelt und Klimaschutz, die Schaffung von Arbeitsplätzen […] somit langfristig sinkende Energiepreise. Außerdem berge die Windenergie kaum Gefahren für Mensch und Natur.“

Hier wird vom BWE suggeriert, die Stromerzeugung mittels Wind sei ein Ersatz für die Grundstoffindustrie, die Kohle und Öl benötigt, ein Ersatz für fossil betriebene Kohle- oder Gaskraftwerke oder gar ein Ersatz für die Schmier- oder Antriebsstoffe. Genau das Gegenteil ist richtig. Für jedes Megawatt installierte Windkraftleistung muss als Faustregel ein Megawatt Regelenergie aus Wärmekraftwerken bereitgestellt werden, um das Stromnetz stabil zu halten  (siehe unser Beitrag zum Offshore-„Park“ Alpha Ventus:  Ohne Wärmekraftwerke läuft nichts!) . Ohne ein vorhandenes stabiles Netz kann die additive, nicht alternative (!) Windenergie gar nicht eingespeist werden, ist also abhängig von verlässlich einspeisenden Kohle- oder Gaskraftwerken. Bei Schwachwind oder Windstille können auch 25.000 MW installierte Windenergie in Deutschland noch nicht einmal eine einzige Energiesparlampe zur Erleuchtung bringen. Durch die wachsende Windenenergienutzung wird der zusätzliche Import von Erdgas nötig werden, um die nötige Regelenergie bereitstellen zu können. Dazu gibt es schon einen bösen Spruch:

In  der DDR fragte man einst bitter was passiere, wenn man einen sozialistischen Ökonomen in die Wüste schicke: drei Jahre nichts, und dann wird der Sand knapp. Heute könnte man gleichermaßen fragen was uns bevorsteht, wenn man die Ökonomen der „erneuerbaren Energie“ auf die Energiewirtschaft loslässt: erst wird die Landschaft verschandelt und dann wird der Strom knapp.

Die Gefahren für Mensch und Natur druch den rigorosen Ausbau mit Windkraftanlagen sind hinlänglich bekannt: Industrialisierung ländlicher Lebensräume vom Flachland bis auf die Bergkuppen, zusätzliche Höchstspannungsleitungen, Vertreibungseffekte für  bestimmte Vogelarten, Entwertung von Schutzgebieten und bei Wind Dauerbeschallung der Anlieger, auch mit gefährlichem Infraschall. Und das alles, ohne ein einziges Wärmekraftwerk überflüssig werden zu lassen oder die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern.

Zweifellos werden Arbeitsplätze generiert, die aber hochsubventioniert sind und auf tönernen Füßen stehen. Das „Erneuerbare Energien Gesetz“ als Zwangsabgabe für alle Stromkunden, die den Betreibern an Land satte 9 ct pro eingespeister kW/h und auf See gar 15 ct pro kW/h garantieren, machen es möglich. Mit dieser haushaltsneutralen Subventionspolitik, auf den Verbraucher umgelegt, lassen sich trefflich gute Geschäfte für Wenige machen, zu Lasten von Mensch und Natur; mit diesem Geschäftsmodell, das als „Klimaschutz“ verkauft wird, ließe sich jede Branche zum Boomen bringen, sogar der Brötchenverkauf.

Was gerne verschwiegen wird: Durch diese Förderpolitik gehen auch Arbeitsplätze anderswo verloren, jede Suchmaschine mit den Stichworten „Vernichtung Arbeitsplätze Windenergie“ bringt es an den Tag.

Mit dem von weiten Teilen der  Presse gepflegtem Zeitgeist-Horrorthema „Klima“ hat das alles nichts zu tun. Windenergie verhindert keine Stürme, Starkregen oder heiße Sommer, Windenergie ist wetterabhängig und verändert nicht das Wetter und in der Folge auch nicht das Klima als statistischem Wert von 30 Jahren Wetteraufzeichnung. Was verändert werden kann ist das Mikroklima im Bereich der Wind“parks“ durch veränderten Luftaustausch. Es geht den Betreibern  allerdings allein um ein  Klima, das angenehme auf ihren  Betreiberkonten, sonst nichts.

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