Tempus fugit
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In der Nacht zum 14. August 2012 lief der unter der Flagge der Bahamas registrierte Tanker „Katja“ im niedersächsischen Wattenmeer bei der kleinen Insel „Minsener Ooog“ bei Wangerooge auf Grund. An Bord des modernen 232m langen Doppelrumpf-Tankers befanden sich fast 90.000t Rohöl. Es gelang, den Tanker bei ruhiger See mit Schleppern freizubekommen, Öl ist nicht ausgelaufen. Vermutlich hat ein Lotsenfehler zur Havarie geführt, gegen Kapitän und Lotsen wurde ein Verfahren eingeleitet. Vor der ostfriesischen Küste im sog. Verkehrstrennungsgebiet ziehen jedes Jahr mehr als 100.000 Schiffe vorbei, darunter viele Tanker. Weiterlesen

Haushund jagt hinter Austernfischern her: Ruhezone im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, "Betreten verboten", Campen/LK Aurich, (Foto: privat)
Vor einigen Tagen wurde am Ostende von Wangerooge ein weiblicher Seehund an seinem Liegeplatz von einem freilaufenden Haushund totgebissen, Herrchen sah zu und verdrückte sich nach dieser Tat, samt Hund. Hunde im Großschutzgebiet „Nationalpark Wattenmeer“ und „Weltnaturerbe“ entwickeln sich zu einer Pest, auch deshalb, weil Hundehalter die Regeln im Nationalpark größtenteils einfach ignorieren. Anleinpflicht oder Betretensverbote gelten für diese Spezies einfach nicht, und ohne Überwachung durch fehlende Ranger wird sich daran auch nichts ändern. Thomas Schumacher, freier Journalist aus Leer, hat diese Missstände schon einmal auf der Wattenrat-Seite glossiert: Vierbeiniger Insel-Massentourismus, Hundehalters Kack- und Beißstrände als verschwiegenes Phänomen. Heute hat er nachgelegt.
Seit Jahren wird von Naturschützern vermutet, dass Greifvögel vor den vorgeschriebenen Artenerfassungen bei Windparkplanungen „vorsorglich“ vertrieben oder getötet werden, um die Durchführung eines Windparkprojektes nicht zu gefährden.Wiesenweihen können, wie andere Arten auch, wegen ihrer Seltenheit aus artenschutzrechtlichen Gründen ein Ausschlusskriterium für die Genehmigung eines Windparks sein. Es gibt dazu bereits zahlreiche Gerichtsurteile. Greifvögel verunglücken häufig an den Rotoren oder sterben ohne Kollision durch die Druckunterschiede vor und hinter dem Rotor, was zu Organschäden führt: das Barotrauma.
Mit schätzungsweise 7,8 Mio Tieren sind Katzen die beliebtesten Haustiere in Deutschland. Weniger beliebt sind sie unter Freunden der heimischen Wildvögel. Gegenüber anderen Bedrohungen der Vogelwelt wie Verschlechterung der Brut- und Lebensräume, Pestizideinsatz oder Wetter- und Klimaeinflüssen spielen frei laufende Katzen zwar global betrachtet eine nachgeordnete Rolle. Doch im Wattenmeer sieht das anders aus: „Die typischen Vogelarten der ostfriesischen Inseln sind überwiegend Bodenbrüter“, erklärt Peter Südbeck, Leiter des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer. „Von Natur aus sind sie hier vor Raubsäugern sicher, weil diese aus eigener Kraft nicht übers Meer auf die Inseln gelangen könnten.“ Weiterlesen
Dieser immature Gänsegeier (Gyps fulvus) wurde Anfang August auf den Inseln Langeoog und Baltrum gesichtet. Gänsegeier leben eigentlich in den Bergen Spaniens, Frankreichs, Portugals und Griechenlands. In Deutschland soll er im Mittelalter auf der Schwäbischen Alb gebrütet haben. Adulte Gänsegeier sind standorttreu, die Jungvögel gehen auf Wanderschaft. So wird sich dieser Jungvogel nach Ostfriesland verirrt haben. Die Vermutung, diese Aasfresser hätten die derzeit dichtgepackt und reglos am Strand liegenden Touristen mit ihren unterschiedlichen Bräunungsgraden in ihr Beutespektrum aufgenommen, ist selbstverständlich haltlos und in den Bereich der Fabel zu verweisen. Gänsegeier werden aber häufig selbst Opfer: Oft kollidieren sie mit Rotoren von Windkraftanlagen. Von 2000 bis 2006 verunglückten allein in den Windparks Nordspaniens bereits 732 dieser großen Vögel tödlich. In Ostfriesland stehen derzeit mehr als 1000 Anlagen, Tendenz zunehmend. Wir wünschen diesem Geier also allzeit guten Flug, auch durch das verpropellerte und nur optisch energiegewendete Ostfriesland.

Windkraft als Feigenblatt: Ohne Wärmekraftwerke läuft nichts! Gaskraftwerk Eemshaven/NL am "Weltnaturerbe" Wattenmeer
Die Herren Minister Philipp Rösler (Bundeswirtschaftsminister) und Stefan Birkner (niedersächsischer Umweltminister, beide FDP) treiben den Liberalismus in die Rechtsbeugung: Anlässlich eines Besuches in Norddeich und der wetterbedingt fehlgeschlagenen Propaganda-Schiffsreise im Sommerloch zum Offshore-Windindustriegebiet „Alpha Ventus“ vor Borkum ließen sie wieder einmal die umweltpolitischen Hosen herunter: Weiterlesen
Das obige Bild zeigt eine enorme Störung am „Rysumer Nacken“ bei Emden, in einem Brutgebiet des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer für u.a. hochgradig bestandsbedrohte See- und Sandregenpfeifer, von denen es in Niedersachsen nur noch wenige Exemplare gibt. Gemeint sind nicht nur die Quad- und Motorradbengel, die am Strand herumknattern, sondern auch die Spaziergänger, denen nicht annähernd bewusst ist, auf welchen Abwegen sie wandeln. Die hier brütenden Vogelarten nutzen als Bodenbrüter u.a. Sandstrände, die unter die Füße und Räder des Massentourismus an der Küste geraten sind. Gelegezerstörungen oder Dauerstress der Brutvögel mit unzureichenden Fütterungsintervallen der Jungvögel führen dann zum Brutverlust, im Schutzgebiet! Weiterlesen