Inhaltsleere Sander-Propaganda statt Naturschutz
Tempus fugit
Beiträge suchen und finden
Tourismus und Vogelschutzgebiete vertragen sich in der Regel schlecht. Schon ein einziger Mensch kann bei Annäherung zu erheblicher Unruhe in Brutgebieten sorgen; geschieht dies öfter, werden Bruten auch verlassen. Auf der niederländischen Insel Ameland kann man erleben, dass es auch anders geht. Hier waren Profis am Werk, um eine Lachmöwen- und Brandseeschwalbenkolonie wirkungsvoll vor Mensch und Fuchs zu schützen und die ungestörte Brut dieser Arten zu gewährleisten.
Alle Jahre wieder pünktlich zu Saisonbeginn macht die „Badewasserqualität“ in Badegewässern die Runde, wird in den Medien flugs zur „Wasserqualität“ umdeklariert und suggeriert einwandfreies Wasser, auch in der Nordsee. Erfunden hat´s die EU-Kommission:
„Saubere Badegewässer sind für wichtige Wirtschaftszweige wie den Fremdenverkehr und für die Pflanzen- und Tierwelt von entscheidender Bedeutung. Der jährlich erscheinende Badegewässerbericht der Europäischen Kommission und der Europäischen Umweltagentur zeigt, dass 95 % der Küstenbadegewässer und 90 % der Badegewässer der Flüsse und Seen 2009 den Mindestvorschriften entsprachen. Außerdem informiert der Bericht darüber, wo genaue und aktuelle Informationen über die Badeorte zu finden sind, “
lässt die European Environment Agency (EEA) im Internet verlauten.
Der „mitgliederstärkste“ Naturschutzverband NABU ist an Beliebigkeit kaum noch zu überbieten. Während sich lokale und regionale Naturschützer vehement gegen den weiteren Ausbau der Windkraft und die Industriealisierung ehemals unbebauter Kulturlandschaften wenden, während eine große Zahl von direkt betroffenen Bürgerinnen und Bürgern in zahlreichen Initiativen als Anwohner von lärmenden Windparks gerade in Brandenburg Front machen gegen den völlig überzogenen Ausbau der Windkraft, die nur für die Betreiber und die Kommunen über die Gewerbesteuer lukrativ ist, während sich die „Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten“ für größere Abstände zu Vogelbrut- und Rastgebieten ausspricht, macht sich z.B. der NABU-Brandenburg zusammen mit dem BUND gemein mit den Nutzerinteressen. Der NABU Niedersachsen zieht nach und macht sich ebenfalls zum Windkraft-Propagandisten mit Sowohl-als-auch-Rhetorik.
Spiegel-online berichtetam 02. Juni 2010 unter dem Titel
Baulärm hat Schweinswale vertrieben
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,698372,00.html
über die Lärmauswirkungen auf das empfindliche Gehör der Schweinswale
Zur Todesursache bitte edit vom 18.Juni 2010 beachten (ganz unten)
Zwei weitere Männchen verschwunden (edit 17. Juli 2010 am Ende ganz unten)
Wiesenweihen (Circus pygargus) gehören zu den bestandsbedrohten Vogelarten in Deutschland und sind daher streng geschützt. In Deutschland gibt es nur noch ca. 400 Brutpaare, ein Verbreitungsschwerpunkt liegt in Ostfriesland in den küstennahen Bereichen und auf den Inseln. In Ostfriesland schossen in den letzten Jahren auf Grund der Zwangsabgabe aus dem Erneuerbaren Energiengesetz für alle Stromkunden, mit der die Windkraftbetreiber üppige Subventionen einstecken, viele Wind“parks“ mit hunderten Anlagen in den vorher nicht industriealisierten Marschenbereichen in die Höhe, auch in EU-Vogelschutzgebieten. Anfangs waren die Windkraftanlagen 40 bis 50 m hoch, wurden dann durch ca. 70 m hohe Anlagen ersetzt. Die neue Generation der Anlagen ist bis zu fast 200 m hoch. Der Anlagenhersteller ist überwiegend die Firma Enercon im ostfriesischen Aurich. Weiterlesen
Im Juni 2009 berichtete der Wattenrat über die Schiffsüberführung der „Celebrity Equinox“ und dem damit verbundenen schiffstechnisch notwendigen Sommerstau der Ems. Die Dokumentation finden Sie hier.
Durch das Aufstauen der Ems ertranken ungezählte Jungvögel in diesem EU-Vogelschutzgebiet, oder deren bodennahen Nester wurden weggespült. Landwirte beklagten Schäden auf ihren Grünlandbereichen. Nun soll die Meyer Werft für die angerichteten Schäden auf landwirtschaftlichen Flächen aufkommen.
Der Beitrag des Wattenrates vom 15.Mai 2010 “Welt(w)erbe”-Etikett Wattenmeer: Vermarktung mit “Naturtourismus” fand breite Resonanz in den niedersächsischen Medien und darüberhinaus (mit üblicher Ausnahme der Ostfriesen Zeitung, die die Arbeit des Wattenrats weitgehend ignoriert). Bemerkenswert die Reaktion des Fraktionsvorsitzenden der CDU-Fraktion im Niedersächsischen Landtag, David McAllister, der den Wattenrat Ostfriesland direkt anschrieb, um auf den Entschließungsantrag der Landtagsfraktionen von CDU und FDP zu „UNESCO-Weltnaturerbe: Das Wattenmeer-Chancen für den Tourismus nutzen-Naturschutz stärken“ hinzuweisen. Das Letztere hört man beim Wattenrat gerne, gibt es doch seit Jahrzehnten erhebliche Defizite beim Schutz des Nationalparks Niedersächsisches Watttenmeer.