Delfzjil: niederländisches Verwaltungsgericht kippt weitere Industrialisierungspläne an der Ems

Blick auf den „Chemie-Park“ (Ausschnitt) in Delfzijl/NL an der Ems, Natura-2000-Gebiet – Foto (C): Eilert Voß

Das oberste niederländische Verwaltungsgericht „Raad von State“ stoppte den Flächennutzungsplan (Bestemmingsplan) für die Erweiterung eines Industriegebietes in Delfzjil an der Ems. Der Rat der Stadt Delfzjil hatte den Plan 2017 verabschiedet. Dagegen geklagt hatten die Bürgerinitiative Saubere Luft Ostfriesland, die niederländische „Vereniging van Zuivere Energie Westerwolde“ und die „Gasunie Transport“. Wie die niederländische Zeitung „Dagblad van het Noorden“ aus Groningen am 17. Juli 2019 berichtet, liegt das geplante Industriegebiet „Oosterhorn“ südöstlich des Zentrums von Delfzijl an der Ems.

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Schlafstrandkörbe im Nationalpark zum Zweiten: aus illegal wird legal

Schlafstrandkrob, Insel Norderney, Aug. 2018 – Foto (C): privat

Mitten im Winter, in der weitgehend touristenlosen Zeit im und am Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, berichtete der Wattenrat bereits über die neueste Marketingnummer der kräftig angegrauten „weißen Industrie“: Schlafstrandkörbe: hier

Dabei werden diese speziellen Strandkörbe schon seit zwei Jahren, nicht nur auf den Inseln, vermarktet, allerdings oftmals ohne Rechtsgrundlage. Das Campen auch in der Erholungszone des Nationalparks, den Stränden, ist laut § 15 des Nationalparkgesetzes verboten, aber was heißt das heutzutage schon.

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Norderney: Inselsicherung durch Strandaufspülung – ´Building with Nature´

Norderney: Strandaufspülung 2012 – Foto: Screenshot, Bildzitat, Archiv NLWKN, abgerufen am 17. Juli 2019

Es wird wieder gespült und gebaggert im Nationalpark, diesmal auf der Insel Norderney. Aus der nahen Robbenplate im Watt wird das Sediment entnommen. Zur Verwendung kommt schweres Gerät: Saugbagger, Spühlrohrleitungen, LKWs, Radlader und Kettenbagger werden zur Inselsicherung eingesetzt. Damit es ein bisschen nach Natur klingt, verkauft der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLKWN) die notwendigen Sandaufspülungen auf Norderney im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und „Weltnaturerbe“ mit dem angelsächsischen Begriff „Building with Nature“ (Großbritannien liegt ja auch nur 370 km von Norderney entfernt…). Das Kind bekommt den nach Natur klingenden Öko-Namen, obwohl dies in Wirklichkeit ein schwerer und wenig dynamischer Eingriff in das Ökosystem dieses Großschutzgebietes ist.

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Heiße Luft: ´Wir verlieren die Kontrolle über das Klimasystem´

Tagesschau bei Facebook

Öffentlich-rechtlicher Irrsinn mit Methode: Die ARD-Tagesschau zitiert unkommentiert Prof. Dr. Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK, eingetragener Verein), das vom Bund und den Ländern anteilig finanziert wird. Zitat Rahmstorf: „Wir verlieren die Kontrolle über das Klimasystem“. Das PIK gilt als Klima-Think-Tank und Einflüsterer der Politik und wird von den unkritischen Medien immer wieder gerne genommen.

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Dornumersiel will Schleuse für den Mahlbusen – im EU-Vogelschutzgebiet

Der Mahlbusen (gelbe Markierung Bildmitte) in Dornumersiel – Foto: google earth/Airbus

Im Küstenbadeort Dornumersiel (Gemeinde Dornum im Landkreis Aurich) möchte man den Mahlbusen – ein Süßwassersee und Vorfluter – mit einer Schleuse an das Fahrwasser im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer („Weltnaturerbe“) anbinden. Das Projekt gärt schon seit Jahren, scheiterte aber immer an der Finanzierung. Den niedersächsischen Landespolitikern des Unterausschusses für Häfen und Schifffahrt, die nun das Projekt begrüßen (siehe Pressebericht unten), ist in ihrer Euphorie aber offensichtlich einiges entgangen: Der Mahlbusen ist Teil des europäischen Vogelschutzgebietes V63 „Ostfriesische Seemarschen von Norden bis Esens“ und darf ohne vorhergehende und nach dem Bundesnaturschutzgesetz vorgeschriebene FFH-Verträglichkeitsprüfung (Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU) baulich nicht nachteilig verändert werden.

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10 Jahre Weltnaturerbe Wattenmeer: Worthülsen und Feiern für einen Freizeitpark

Die letzten ihrer Art: Seeschwalben und Regenpfeifer werden zu ihrem Schutz in ihrem Schutzgebiet eingezäunt, Insel Norderney, Juni 2019 – Foto (C): Eilert Voß/Wattenrat

„Nationalparks sollten der Schöpfung verpflichtet sein, nicht der Wertschöpfung.“

Mark Twain, US-amerikanische Schriftsteller, Spötter und akribischer Kritiker alltäglicher Heucheleien, soll einmal gesagt haben: „Als sie das Ziel aus den Augen verloren hatten, verdoppelten sie ihre Anstrengungen.“ Nur wusste er vor über einhundert Jahren noch nichts vom UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer und dessen zahllosen Gesundbetern. Anlass zu inhaltsleeren Elogen von Berufschönrednern aus Politik und Verwaltungen, unterstützt von großen Teilen des unkritischen Medienbetriebes, war denn auch die Feier zum zehnjährigen Bestehen dieses Etiketts, das 2009 auf die Wattenmeer-Nationalparks in Deutschland aufgeklebt wurde. Ein Rückblick zeigt, worum es in Wirklichkeit ging und wie es tatsächlich in diesem hochgelobten Welterbegebiet aussieht:

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Ausstellung: gefährdete Sumpfohreulen im Nationalpark

Durch einen Stacheldrahtzaun verletzte Sumpfohreule, Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer – Foto: privat

Wie andere Vogelarten auch, gehen die Sumpfohreulen (Asio flammeus) als Brutvögel im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer stark zurück. Sie brüten in Restbeständen in feuchten Dünentälern auf den Inseln. Im Binnenland sind sie als Bodenbrüter vor allem durch die Intensivlandwirtschaft gefährdet, weil die Brutflächen schon ab Mai gemäht werden. Eine zusätzliche Gefährdung, nicht nur für die Sumpfohreulen, sind die vielen Windparks an der Küste, die in den Jagdgebieten dieser Eulenart entstanden sind. Um auf die Gefährdung dieser auch tagaktiven Eulenart hinzuweisen, hat die Europäische Gesellschaft zum Schutz der Eulen (EGE) im Waloseum in Norden-Osterloog in einer Ausstellung Informationstafeln mit dem Titel „In Norddeutschland Sumpfohreulen schützen“ aufgestellt.

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Kitesurfen im Nationalpark: Fachaufsichtliche Prüfung im Umweltministerium verlief form-, frist- und fruchtlos

Spiekeroog: fliegende Vogelscheuche. Das Kitesurfen ist hier nicht genehmigt! – Foto (C): Eilert Voß

Die fragwürdige Genehmigung von Flächen für Kitesurfer im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, der zum größten Teil auch dem Schutz der FFH-Richtlinie und gänzlich der europäischen Vogelschutzrichtline unterliegt, ist ein Dauerbrenner an der Küste. Kurz nach der Ausweisung des Wattenmeeres als „UNESCO-Weltnaturerbe“ 2009 genehmigte die Nationalparkverwaltung zahlreiche Kite-Spots von Cuxhaven bis Emden in den zweitstrengsten Schutzzonen, den Zwischenzonen. Antragsteller waren jeweils die Insel- und Küstenkommunen, die das Weltnaturerbe touristisch vermarkten und damit eine neue Zielgruppe bewerben wollen. Einige Kite-Spots wurden bereits vorher jahrelang illegal ohne Genehmigung genutzt, so z.B. in Cuxhaven oder in Dornumersiel. Diese Flächen wurden später nachträglich legalisiert. Ob Ordnungsmaßnahmen gegen den vorhergehenden illegalen Betrieb eingeleitet wurden, ist nicht bekannt.

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Bericht aus dem Nationalpark Wattenmeer, Insel Norderney: ´Der alltägliche Wahnsinn´

Screenshot-Bildzitat: Ostfriesischer Kurier, Norden, 08. Juni 2019

Unser Mitarbeiter Eilert Voß, der seit Jahrzehnten ehrenamtlich Vogeldaten für die Staatliche Vogelschutzwarte im Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) erhebt, verbrachte mit seiner Ehefrau ein paar Tage auf der Insel Norderney. Die Insel ist zum größten Teil Bestandteil des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer und „Weltnaturerbe“. Norderney liegt, wie die anderen Ostfriesischen Inseln auch, in einem Fauna-Flora-Habitat- (FFH) und einem europäischen Vogelschutzgebiet. Der Nationalpark wurde 1986 eingerichtet und 2009 mit dem Etikett „Weltnaturerbe“ geadelt, für noch mehr Tourismus. Auf dem Papier klingt das gut, die Realität sieht das jedoch anders aus. Kurz vor Pfingsten und  vor dem gewaltigen Touristenansturm reiste Voß wieder ab, er wusste warum, siehe Zeitungsausschnitt oben. Hier ein Auszug aus seinem Bericht vom „alltäglichen Wahnsinn“ in diesem Naturschutzgebiet:

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Insel Langeoog: Bürgermeister Uwe Garrels spricht Klartext zu Natur- und Küstenschutz

Langeoogs Bürgermeister Uwe Garrels, rechts am Rednerpult (Sreeenshot-Bildzitat, Anzeiger für Harlingerland, Wittmund, 04. Juni 2019)

Bemerkenswerte Worte des Langeooger Bürgermeisters Uwe Garrels (parteilos) anlässlich eines Ärztekongresses auf der Insel im Juni 2019 zum Thema „Medizinethik und praktische Medizin“ („Anzeiger für Harlingerland“, Wittmund, 04. Juni 2019):

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