Petkum: hunderte Stare im Schlick verendet

Hafen Petkum: tote Stare im Hafenschlick – Foto: privat

Im Hafen von Petkum (östlich von Emden) kamen am 21. August 2019 mehrere hundert Stare aus ungeklärten Gründen ums Leben. Sie verendeten im Schlick der Außenmuhde. In unmittelbarer Nähe des Hafens befinden sich große Brackröhrichtbestände, die jährlich von tausenden Staren als Schlafplatz genutzt werden. Das Auricher Veterinäramt barg einige Kadaver, die im Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) untersucht werden sollen.

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Umweltminister Olaf Lies (SPD): weniger Naturschutz für mehr Windkraft

Sterben für den Klimaschutz? Tote Fledermaus im Windpark Utgast, LK Wittmund/NDS – Foto (C): Manfred Knake

Olaf Lies ist seit November 2017 Niedersächsischer Minister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz. Von Februar 2013 bis November 2017 war er Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr. Von Mai 2010 bis Januar 2012 war er Vorsitzender der SPD Niedersachsen, seit Januar 2012 ist er der stellvertretende Vorsitzende der niedersächsischen SPD. Seit November 2006 ist er Mitglied im Kreistag des Landkreises Friesland sowie stellvertretender Landrat. Wie man also unschwer erkennen kann, ist der gelernte Diplomingenieur für Elektrotechnik sozialdemokratischer Parteisoldat. Lies ist das politische Sprachrohr der Windenergiewirtschaft und trommelt für den weiteren Ausbau der umstrittenen Energienutzung, die nur im Zusammenspiel mit Wärmekraftwerken (Stichworte „Regelenergie“ und „Netzstabilität“) funktionieren kann. So viel Physik muss ein Elektroingenieur eigentlich wissen.  Nun ließ er die Politlobby-Hosen herunter und will fürs „Klima“ den Windkraftausbau forcieren und gleichzeitig den lästigen Artenschutz einschränken. Die Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ) berichtete darüber ausführlich am 22. August 2019 (Beitrag und Kommentar siehe unten).

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Sturm in der Teetasse – Herr Wolf hat sich geärgert

Krimiautor Klaus-Peter Wolf, Foto: Ostfriesen Zeitung – 06. April 2019 – Screenshot-Bildzitat, heruntergeladen am 21. Aug. 2019: https://www.oz-online.de/-news/artikel/578238/Wirbel-ueber-Leserbrief-zu-Norder-Autor-Wolf

Leichen pflastern seinen Erfolgsweg: Klaus-Peter Wolf , seit 16 Jahren Wahlostfriese aus Gelsenkirchen, wohnhaft in Norden, ist der auflagenstarke Krimi-Autor der Ostfrieslandkrimis, der seine Protagonisten und die vielen Mordopfer an der ostfriesischen Küste angesiedelt hat. Einige seiner Kriminalromane liefen bereits als Fernsehfilme. Spötter fragen sich deshalb schon, ob man bei so viel gedruckten und verfilmten Wolf-Opfern in Ostfriesland überhaupt noch seines Lebens sicher sein kann, überall lauert der Tod.  Der Satz „Der sich den Wolf schreibt“ macht schon lästerlich über ihn und seine vielen Werke die Runde. Touristen und Wolf-Afficionados wandeln inzwischen während ihres Urlaubs auf den Spuren der fiktiven Figuren und Tatorte seiner Romane. Die Hochburg des Massentourismus in Norden-Norddeich vermarktet sich durch Wolf inzwischen als „Krimiküste Norden-Norddeich“, da muss man erst drauf kommen.

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Bensersiel: ´Willkommen an der Nordsee´

Blick auf Bensersiel und den Campingplatz aus dem „Weltnaturerbe Wattenmeer“ – Foto vom 17. Aug. 2019: privat

„Willkommen an der Nordsee – Ihr Nordseeurlaub in Esens-Bensersiel
Herzlich Willkommen in Esens-Bensersiel Ihrem zentralen Nordseeheilbad an der niedersächsischen Nordsee. Buchen Sie Ihren individuellen Nordseeurlaub und genießen Sie die einmalige Küstenregion Ostfrieslands direkt am UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer…“

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Der Seehund: Werbeträger und Opfer des Massentourismus

Seehunde und Krabbenkutter, Borkum Plate – Foto C): Eilert Voß

Der Seehund ist der Sympathieträger des Wattenmeeres, heutzutage jedenfalls. Bis in die siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts wurde er bejagt, als Konkurrent der Fischer. Der „Europäische Seehund“ (Phoca vitulina), wie er korrekt heißt, hat sich in den letzten Jahrzehnten trotz zwischenzeitlicher Bestandseinbrüche durch einen staupeänhlichen Virus prächtig vermehrt – durch die Einstellung der Jagd. Probleme machen diesen Meeressäugern der immer noch wachsende Massentourismus, der bereits im Juni mit dem Beginn der Sommerferien gewaltig Fahrt aufnimmt. Der Tourismus boomt ausgerechnet zur Wurf- und Säugezeit der Seehunde. Wattwanderer, tieffliegende Hubschrauber, an Wurfplätzen anlandende Sportbootfahrer oder Surfer stören an den Liegeplätzen und können so das Muttertier vom Jungtier trennen. Unbedachte Touristen hätscheln vermeintlich verlassene Junghunde, sodass sich das Muttertier nicht mehr an den verlassenen Junghund und laut klagenden „Heuler“ herantraut.

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Höhenfeuerwerk über dem Nationalpark in Bensersiel: NABU schweigt

Feuerwerk über dem Nationalpark Wattenmeer – Foto (C): Eilert Voß

Man feiert sich mal wieder einen Wolf an der Küste, die Zeitungen sind voll von Berichten von Bespaßungsaktionen rund um den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, der von der Tourismusindustrie als „Weltnaturerbe“ vermarktet wird, ohne auch nur mit einem Quäntchen zum Schutz dieses Gebietes beizutragen. Aktuell rummste und blitze es wieder in Bensersiel (Stadt Esens) auf dem Dorfplatz, nur wenige hundert Meter vom Schutzgebiet entfernt. Es musste mal wieder ein Höhenfeuerwerk sein, das kilometerweit in den Nationalpark hineinwirkt und die dort rastenden Zugvögel zu Panikfluchten veranlasst. Am 06. August ergötzte sich die Masse der Urlauber am Feuerwerk. Da in Bensersiel der Naturschutz im Saale des „Wattenhuus“ (Nationalparkhaus-Haus des Naturschutzbundes Deutschland, NABU-Landesverband Niedersachsen) zusammen mit der Stadt Esens betrieben wird, fragte der Wattenrat bei der Hausleiterin nach einer Bewertung dieses Spektakels über dem Großschutzgebiet an.

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Welt-Rangertag am 31. Juli 2019: Weichgespültes von Presse und Nationalparkverwaltung

Nationalpark Ranger, USA – Screenshot, Bildzitat, https://eu.usatoday.com/story/news/nation/2019/06/29/national-parks-rangers-vanishing-putting-visitors-risk/1503627001/, abgerufen am 30. Juli 2019

Am 31. Juli ist Welt-Rangertag. So sieht die Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven ihre Wattenmeer-Ranger, Zitat: „Während die Nationalpark-Ranger*innen im Wattenmeer gut ausgestattet sind und laufend fortgebildet werden, sieht dies in anderen Teilen der Welt ganz anders aus.“ Zur Pressemitteilung hier

Wie bitte? Werden Ranger in anderen Ländern (sogar in sog. „Entwicklungsländern“) etwa nicht aus- und fortgebildet? In einigen Ländern haben Ranger Polizeigewalt („law enforcement“) und leisten – notwendigerweise – echte Polizeiarbeit im Naturschutz. Dazu gehört die Ahndung von Jagdverstößen und die Verfolgung von Übertretungen der jeweiligen Park-Regeln.

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GEO-Rezension: Thema Windenergie -´Gut fürs Klima, schlecht für die Natur?´

Screenshot: GEO-August 2019

Das Magazin GEO thematisiert nach 30.000 installierten Windkraftanlagen in Deutschland nun auch den Konflikt Windenergie und Naturschutz im Augustheft 2019: „Gut fürs Klima, schlecht für die Natur? Wie wir das Dilemma der Windkraft lösen.“ Gelöst wird zwar im GEO-Beitrag wenig, deshalb empfiehlt der Wattenrat den kritischen Rezensionstext, veröffentlicht bei der Europäischen Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen (EGE), den wir mit freundlicher Genehmigung übernehmen. Die im Text verwendeten Fotos sind vom Wattenrat und nicht Bestandteil des EGE-Textes.

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Norderney: die volle Dröhnung

Screenshot-Bildzitat: Ostfriesischer Kurier, Norden, 24. Juli 2019

Schon Wilhelm Busch wusste: „Musik wird oft nicht schön gefunden, weil sie stets mit Geräusch verbunden. (aus: „Der Maulwurf“, 1872).
Mit erheblichen Geräuschen ist in den nächsten Tagen auch im Großschutzgebiet Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und „Weltnaturerbe“ zu rechnen, die Tourismus-Bespaßungsindustrie läuft auf Hochtouren. Seit gestern wummern z.B. die Bässe über den Strand von Norderney, „Summertime#19“ heißt der fünftägige „Ausnahmezustand“ auf der Insel, mit „Party, Konzerten und Entertainment“; der Nationalpark wird zur „Kulisse“ degradiert.

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Delfzjil: niederländisches Verwaltungsgericht kippt weitere Industrialisierungspläne an der Ems

Blick auf den „Chemie-Park“ (Ausschnitt) in Delfzijl/NL an der Ems, Natura-2000-Gebiet – Foto (C): Eilert Voß

Das oberste niederländische Verwaltungsgericht „Raad von State“ stoppte den Flächennutzungsplan (Bestemmingsplan) für die Erweiterung eines Industriegebietes in Delfzjil an der Ems. Der Rat der Stadt Delfzjil hatte den Plan 2017 verabschiedet. Dagegen geklagt hatten die Bürgerinitiative Saubere Luft Ostfriesland, die niederländische „Vereniging van Zuivere Energie Westerwolde“ und die „Gasunie Transport“. Wie die niederländische Zeitung „Dagblad van het Noorden“ aus Groningen am 17. Juli 2019 berichtet, liegt das geplante Industriegebiet „Oosterhorn“ südöstlich des Zentrums von Delfzijl an der Ems.

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