Baggergut im Watt: Juist verschlammt

Das Juister Watt, völlig verschlammt

Das Wattenmeer besteht, vereinfacht gesagt, bekanntermaßen aus Sand und Schlick.

Aber Schlick im Watt kann auch zu einem großen Problem werden, wenn er sich durch menschliches Handeln da absetzt, wo er natürlicher Weise nicht hingehört.

Im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, Teil eines UNESCO-Weltnaturerbes, gibt es acht Klappstellen, auf denen Baggergut aus Fahrwasserunterhaltungen und Hafenaushub verklappt wird.

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Greetsiel: NABU-Mitarbeiterin hilft Welterbe vermarkten

Fassungsloses Staunen überkommt einen, wenn man zur Kenntnis nehmen muss, dass die Leiterin des Nationalparkhauses Greetsiel (LK Aurich), Insa Steffens, der Steigerung der Übernachtungszahlen im ohnehin Massentourismus-Ort Greetsiel an der Leybucht das Wort redet. Das Nationalparkhaus wird in der Trägerschaft des Naturschutzbundes NABU(!) und der Gemeinde Krummhörn betrieben. Die Gemeinde unterstützt alles, um noch mehr touristische Nutzungen in diesem „Weltnaturerbe“ zu etablieren, z.B. das Vogel verscheuchende Kitesurfen im Watt bei Upleward in einer Schutzzone. Das „Kerngeschäft“ des Nationalparkhauses ist die Information über den Nationalpark, dazu gehören auch die Auswirkungen des Massentourismus auf die Tiere, Pflanzen und Lebensräume dieses Großschutzgebietes, nicht aber die Vermarktung für noch mehr Tourismus unter dem Etikett „Weltnaturerbe“.

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Umweltminister Sander bei den Jägern: Heinrich! Mir graut´s vor dir.

Hans-Heinrich Sander ist Umweltminister in Niedersachsen, und was für einer!

Beratung zwecklos: Umweltminister Sander (r.), Manfred Knake (Wattenrat)

Mit dem organisierten Naturschutz hat er nichts am Hut. Sander ist gelernter Landwirt, wurde später Lehrer und Schulleiter und  ab 2003 im Kabinett der niedersächsischen CDU-FDP-Landesregierung Umweltminister. Seitdem schreckt er vor keinen Attacken gegen den Naturschutz zurück.

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Ems: Todesfallen im EU-Vogelschutzgebiet

Steinschüttungen am "Meyer-Kanal" Ems

Die Ems wird im Volksmund bereits „Meyer-Kanal“ genannt, weil sie in ein Korsett aus Steinschüttungen gezwängt wurde, um Uferabbrüche durch das ständige Baggern für die riesigen Musikdampfer der Meyer Werft zu verhindern. Diese Steinschüttungen werden alljährlich zu Todesfallen für Jungvögel, die an den Ufern der Ems in ihrem EU-Vogelschutzgebiet erbrütet wurden.

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Windkraft im Wald? Günter Ratzbor und der Deutsche Naturschutzring dafür!

An Land werden die Flächen für Windkraftanlagen knapp. Ca. 22.000 Anlagen drehen sich in Deutschland; der Bürgerprotest nimmt zu, je näher die Anlagen an die Wohnbereiche heranrücken. Der organisierte Naturschutz dagegen tut sich schwer, klar Stellung gegen den Zubau der Landschaft mit den riesigen Rotoren zu beziehen, Publikationen von BUND oder NABU lesen sich manchmal wie Werbebroschüren der Windkraftindustrie. Der Deutsche Naturschutzring (DNR) als Dachverband der deutschen Naturschutzverbände ist ein offensichtlicher Lobbyverband der Windkraft geworden. Günter Ratzbor ist „Projektleiter“ für „Umwelt- und naturverträgliche Nutzung der Windenergie an Land“ beim Deutschen Naturschutzring. Bereits 2005 berichtete der Wattenrat hier darüber. Und Günther Ratzbor ist Mitinhaber des Planungsbüros Schmal und Ratzbor in Lehrte und begutachtet gegen Bares potenzielle Windkraftstandorte. Dieser „Naturschützer“ hat auch den „Wybelsumer Polder“, ein faktisches Vogelschutzgebiet an der Ems und am Dollart, positiv als Mega-Windkraftstandort für das Land Niedersachsen begutachtet, dort sieht es heute wie in einem Industriegebiet aus.

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Erst „Weltnaturerbe“-Etikett weckt Interesse der Touristiker am Wattenmeer

Man glaubt es kaum: 24 Jahre nach der Einrichtung des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer im Jahr 1986 lassen sich Tourismusmacher über die Inhalte eines „Weltnaturbes“ weiterbilden; der Nationalpark dagegen wurde anfangs heftigst bekämpft, Juist wollte damals gar aus dem Nationalpark austreten! Nun gibt es seit 2009 das neue Etikett „UNESCO-Weltnaturerbe“, das zwar keine neuen Naturschutzinhalte bringt, dafür aber noch mehr vermarktbaren Massentourismus verspricht; ca. 37 Millionen Touristen-Übernachtungen jährlich werden inzwischen zwischen Cuxhaven und Emden gezählt. Die Naturschutzinhalte in diesem Nationalpark-Verschnitt sind längst unter die Räder der Tourimusindustrie geraten. Die Nationalparkverwaltung, eigentlich zuständig für den Schutz der Tiere und Pflanzen vor dem Massenansturm der Touristen, ist nun wohl hauptsächlich  zuständig für das touristischen „Leistungsangebot“. Offensichtlich sind die 24 Jahre Nationalpark Wattenmeer bisher spurlos an den Touristikern und der heimischen Bevölkerung vorbeigegangen!

Link:  Tourismus: Das Wattenmeer als Beute

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Illegale Jagdpraktiken aus Schleswig-Holstein

Illegal geschossene Nonnengans, Dollart, Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer

Aus Schleswig-Holstein wurden fragwürdige und illegale Jagpraktiken bekannt:

Im Naturschutzgebiet Beltringhader Koog (Kreis Nordfriesland) erlegte ein Jäger eine Nonnengans, durch den Einsatz eines Schlageisens im Dutener Moor bei Alt Duvenstedt (Kreis Rendsburg-Eckernförde) kam eine Rohrweihe zu Tode. Der NABU Schleswig-Holstein dokumentierte diese Fälle .

Die Deutsche Presseagentur (dpa/lno)  berichtete darüber auch in überregionalen Tageszeitungen am 14. April 2010:

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Kitesurfer: Nun beantragt auch Langeoog

Auch Langeoog beantragt Kitesurfer-Zone im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer

Kitesurfer im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer

Nach Wremen, Horumersiel, Baltrum, Norderney, Norddeich und Krummhörn beantragte nun auch der Bürgermeister der Insel Langeoog eine 130 Hektar große Fläche in der zweitstrengsten Schutzzone, der Zwischenzone, im Nordwesten der Insel für die Ausübung der Funsportart Kitesurfen.  Der Kitesurfbetrieb soll nach dem Willen der Inselgemeinde ganzjährig stattfinden. Begründet wird der Antrag (Inselgemeinde Langeoog, 26.02.2010, Az II/371) an die Nationalparkverwaltung u.a. damit:

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Windiger Klüngel: CDU macht den Windkraftlobbyisten Enercons

Die konzertierte Aktion von Politik und einem Lobbyisten der Windenergie soll der stark subventionierten Windbranche neue Flächen in Süddeutschland zu erschließen. Der niedersächsische Ministerpräsident Wulff (CDU), sein Landtagspräsident Hermann Dinkla (CDU) aus dem ostfriesischen Westerholt und Alois Wobben, Chef des Windkraftherstellers Enercon aus dem ostfriesischen Aurich machen öffentlich vor, wie man Klientelpolitik betreibt.

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Ems: zu viel Nitrat im Fluss

Die Ems bleibt ein geschundener Fluss: ständige Baggerungen für die Meyer Werft im binnenländischen Papenburg, das Verschwinden der natürlichen Sände, Erhöhung der Fließgeschwindigkeit, starke Trübungen, und nun auch noch zu viel Nitrat in der Ems, wie der Verein VSR-Gewässerschutz feststellte, die Pressemitteilung ist hier zu lesen:  Nitrat_VSR-Gewaeserschutz_2010. Und es wird immer mehr.  Das hielt einen Bauern aus Terborg nicht davon ab, den Außendeichsbereich der Ems (Brackwasser-Salzwiesen) in Höhe Hatzumersand im Buschplatz-Sommerpolder zu begüllen, und zwar auch die unteren Salzwiesenbereiche, die regelmäßig von der Ems überflutet werden.

Gülleausbringung an der Ems, Foto: Voß

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