Natur- und Artenschutz – in der DNA von Bündnis90/Die Grünen?

Grüne DNA? – Symbolgrafik: Pixabay (lizenzfrei)

Natur- und Artenschutz gehören zur DNA von Bündnis90/Die Grünen, so jedenfalls äußerte sich der niedersächsische Landesvorsitzende Hans-Joachim („Hanso“) Janßen in einem Interview vom 13. Mai 2020 in der Oldenburger Nordwest Zeitung: „Janßen: Es gehört zur DNA der Grünen, sich für diese Themen einzusetzen. Wenn so starke Partner wie Nabu oder BUND dabei sind, dient das in der Summe letztlich der guten Sache.“ Aber stimmt das wirklich? Anlass des Interviews war der Einsatz der Grünen in Niedersachsen für ein Volksbegehren zum Artenschutz, dagegen ist sicher nichts einzuwenden.

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Mornellregenpfeifer im Rheiderland

Mornellregenpfeifer bei Hatzum/Rheiderland, 14. Mai 2020 – Foto (C): Eilert Voß

Dreiundfünfzig Mornellregenpfeifer (Charadrius morinellus) zählte unser Mitarbeiter Eilert Voß heute bei Hatzum im Rheiderland/LK Leer. Dieser Durchzügler-Trupp rastete auf den landwirtschaftlich übernutzten Flächen. Mornellregenpfeifer brüten von Schottland bis in die Tundren Eurasiens, sie überwintern in Nordafrika und im Nahen Osten. In Ostfriesland sind sie nur selten zu sehen.

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Der Frühling ist da. Die Vögel sind es nicht. Jedenfalls nicht alle.

Als Wiesenbrüter rar geworden: Kiebitz – Foto (C): Eilert Voß

Textübernahme von der Europäischen Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen (EGE), April 2020, mit freundlicher Genehmigung:

14 Millionen Brutvögel weniger

Der Frühling ist da. Die Vögel sind es nicht. Jedenfalls nicht alle. Heute leben vierzehn Millionen Brutvögel weniger in der Bundesrepublik Deutschland als Anfang der 1990er Jahre. Dieser Rückgang ist auch deshalb erschreckend, weil bereits damals die Lage vieler Vogelarten dramatisch war. Der Niedergang der Vögel der Agrarlandschaft beispielsweise ist seit den 1970er Jahren im vollen Gange; eine Trendumkehr ist nicht in Sicht.

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Offshore-Versorger ´Njord Forseti´ rammt Windkraftanlage

Offshore-Versorgerflotte, Hafen Borkum, 2014 – Foto (C): Eilert Voß, Archiv Wattenrat

Nun ist es passiert: Am 24. April 2020 kollidierte der unter britischer Flagge fahrende Offshore-Versorger „Njord Forseti“  im Offshore-Windpark „Borkum Riffgrund 1“ mit einer Siemens-Anlage, ungefähr 45 Kilometer nördlich der Insel. Ein anderes Versorgungsschiff in der Nähe fuhr zuerst zum Havaristen, der Seenotrettungskreuzer „SK40“ (Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger) von Borkum kam ebenfalls zu Hilfe. Ein schwer verletztes Besatzungsmitglied der „Njord Forseti“ wurde per Hubschrauber ins Universitätsklinikum Groningen geflogen; ein zweiter Verletzter kam ins Krankenhaus nach Westerstede.

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Gastbeitrag: Winterstürme, Windstrom und der deutsche Journalismus

Mühlenschrott nach Orkan – Foto (C): Manfred Knake

Winterstürme, Windstrom und der deutsche Journalismus

Gastbeitrag von Wolfgang Epple

Soziologen, Volkswirte und Journalisten haben das Sagen und das Schreiben, wenn es um die Zukunft unseres Landes geht. Annette Beutler z.B. schreibt für die „Zeit“. Aus Anlass eines „Windstromrekordes“, ausgelöst durch den Wintersturm „Sabine“, der am 10. Februar 2020 über das Land zog, hat sie am 21. Februar 2020 eines der vielen Zeichen für das Elend der Berichterstattung zur sogenannten Energiewende geliefert.
In scheinbar gründliche Recherche gepackt bringt sie zunächst, wenn auch abgemildert, den erkennbaren Irrsinn der Energiewende auf den Punkt: Teurer Geisterstrom, Negativ-Preise an der Strombörse, Entschädigung für nicht produzierten Strom, Redispatch und Netzstabilitätsprobleme… Scheinbar gründlich sei aus dem Artikel belegt: Man lässt sich schließlich inspirieren von der „Denkfabrik“ Agora Energiewende und den Äußerungen der Windkraftbranche, und kolportiert große Teile der dortigen Wunschlisten.

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17. April 2020: Plattmachen im Wiesenvogelbrutgebiet

Weenermoor, LK Leer: Walzen von Grünland am 17. April 2020, die Rabenkrähen schauen zu, ob etwas für sie übrigbleibt -Foto (C): Eilert Voß

Nach weit verbreiteter Bauernmeinung beginnen Wiesenvögel exakt jeweils „am 10. April in normalen Jahren“ mit dem Nestbau. Deshalb würden Bauern eben vor diesem Termin die Böden schleppen, striegeln oder walzen, um die Bodenbrüter zu schützen, man sei ja für den Umweltschutz. Ein entsprechendes Video aus dem Ostfriesischen mit diesen Worten  kursierte am Ostersonntag, 12. April 2020, beim Messenger WhatsApp.

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Was hat die Corona-Pandemie mit Naturschutz zu tun?

Norderney, am stark belaufenen Sandstrand, Nähe Surfschule, 06. Juni 2019: brütender Sandregenpeifer mit viel zu kleinräumiger Absperrung zu seinem Schutz. Diese Art geht durch den Massentourismus im Nationalpark dramatisch zurück. – Foto (C): Eilert Voß

Seit Mitte März 2020 ist schlagartig alles anders geworden: Das winzige Corona-Virus brachte die Welt aus den Fugen. Das Land Niedersachsen verfügte mit seiner fachaufsichtlichen Weisung an die Landkreise die Einschränkung sozialer Kontakte auf der Grundlage des Infektionsschutzgesetzes, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Kontaktverbote, neudeutsch „social distancing“, werden polizeilich überwacht. Dazu gehört auch das Verbot der Bereitstellung von Gästebetten, anwesende Touristen mussten die Küste verlassen. Für die Branche bedeutet das nie dagewesene dramatische wirtschaftliche Einbußen. So makaber es aber klingt: Profitieren von der Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen werden die vom Massentourismus gefährdeten Bodenbrüter im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer.

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Gastkommentar: Vom Reichtum zum Endstadium – Anmerkungen zur Entwicklung küstennaher Wiesenlandschaften

Selten gewordenes artenreiches Feuchtgrünland, Gandersum/LK Leer – Foto (C): Eilert Voß

Vom Reichtum zum Endstadium – Anmerkungen zur Entwicklung küstennaher Wiesenlandschaften, von Wolfgang Epple

(Fotos: Eilert Voss, Manfred Knake)

1992 war für mich, Biologe aus Baden-Württemberg, ein besonderes Jahr: Entgegen allgemeiner Bevölkerungsströme zogen wir aus dem Süden der Republik weit in den Norden, auf einen Resthof im Landkreis Wesermarsch, Luftlinie kaum 1, 5 km hinter dem Deich am Jadebusen. Aus dem waldreichen Keuperstufenland in die grünlandreiche Marsch – welch ein Szenenwechsel für einen „Orni“…
Das Besondere: Der Hof in der Norderschweier Moormarsch lag – zufällig – inmitten eines Wiesenbrüterschwerpunktes.

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Vogelschutzgebiet Rheiderland: Grünlandumbruch vernichtet Brutplätze

Grünlanderneuerung mit einer Drillmaschine (Einsaat) nach Schlitzen des Bodens , Bunder Hammrich, LK Leer, Feldhase auf der Flucht, 30. März 2020 – Foto (C): Eilert Voß

Die Mäuse waren es! Wenn man in Ostfriesland über Land fährt, kann man die Folgen sehen. Nein, keine Mauselöcher mehr aus den sehr trockenen Sommern 2018 und 2019. Die Mäuse hatten sich in diesen Sommern stark vermehrt und für Schäden an der Grasnarbe gesorgt. Als das Grünland noch überwiegend feuchtes Grünland und nicht so stark entwässert war wie heute, waren Mäuseschäden in diesem Ausmaß nicht bekannt. Und auch die Fressfeinde wie Greifvögel oder Eulen sind rarer geworden. Das Auslegen von Gift ist verboten. Das teilweise mäusegeschädigte Grünland konnte nach Landwirtschaftsangaben nicht mehr genug Futter für die Milchbetriebe liefern. Grünland umzupflügen ist eigentlich verboten, nun darf Bauer umpflügen und neu einsäen, ausnahmsweise, nach Antragstellung und nach Einzelfallprüfung, „höhere Gewalt“ heißt die Begründung.

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Umweltminister Olaf Lies (SPD) und die Windenergie: vom Saulus zum Paulus?

Wohnen auf dem Lande, hier im Landkreis Aurich – Foto: privat

Wie die Agentur dpd meldet, will sich der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD) nach einer Telefonkonferenz mit seinen Länder-Umweltministerkollegen nun doch für größere Abstände von Windkraftanlagen zur Wohnbebauung einsetzen. Bis vor einer Woche noch hatte sich das Land Niedersachsen mit Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Umweltminister Lies vehement gegen die von Bundeswirtschaftsminister Altmaier (CDU) vorgeschlagene verbindliche 1000 Meter-Abstandregelung von Windkraftanlagen zur Bebauung gewehrt.

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