Wasservogeljagd in EU-Vogelschutzgebieten: Pressetermin der Grünen in Petkum an der Ems

Pressekonferenz der Grünen im Sielwärtergebäude von Petkum

Wasservogeljagd in EU-Vogelschutzgebieten: Pressetermin der Grünen in Petkum an der Ems

Mit Naturschutzthemen tut sich die Lokalpresse oft schwer, wie der Pressetermin am 06. Januar 2012 in Petkum bei Emden an der Ems zum Thema Gänsejagd in EU-Vogelschutzgebieten wieder einmal beweist. Eingeladen hatten die Grünen aus Emden, die den stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der niedersächsischen Landtagsfraktion und naturschutzpolitischen Sprecher der Grünen, Christian Meyer, nach Petkum geholt hatten, um sich ein Bild vom Ort des Geschehens zu machen.

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Horst Sterns röhrende Weihnacht 1971

Ja, auch beim Wattenrat ist bekannt, dass Rothirsche nicht zu den Tierarten des Wattenmeeres gehören. Ja, und trotz unserer häufigen jagdkritischen Beiträge sind wir, und das mag einige erstaunen, keine absoluten Jagdgegner. Wir wollen in diesem Zusammenhang eine denkwürdige Fernsehsendung am Heiligen Abend vor 40 Jahren in Erinnerung rufen. Der Fernsehjournalist und Publizist Horst Stern, der hier beim Wattenrat einen besonderen Platz einnimmt, hat an diesem bemerkenswerten Fernsehtag vielen Freizeit- und Trophäenjägern die Laune verdorben, als er mit seinen beißenden „Bemerkungen über den Rothirsch“ den unzureichenden Abschuss dieses Sinnbildes des deutschen Waldes beklagte.

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NSG “Petkumer Deichvorland” an der Ems: Nationalpark rein, Jagd raus!

Nonnengänse suchen nach dem Verlassen ihrer Schlafplätze die Äsungsflächen im NSG "Petkumer Deichvorland"auf, im Hintergrund das Emsstauwerk, 27. Nov. 2011, 08:11h

Wattenrat Ostfriesland, Pressemitteilung 29. November 2011

Foto: Nonnen- oder Weißwangengänse: Aufsuchen der Äsungsflächen nach Verlassen des Schlafplatzes  im NSG “Petkumer Deichvorland” am 27.Nov. 2011 bei Starkwind, im Hintergrund Emssperrwerk, Foto (C): Eilert Voß/Wattenrat

Aufgrund der hohen Rastvogeldichte von arktischen Gänsen an der Ems in den EU-Vogelschutzgebieten der Emsmarschen fordert der Wattenrat Ost-Friesland die Einstellung der Jagd auf diesen Flächen. Nach wie vor ist es legal, in diesen Schutzgebieten Gänse und Enten bestimmter Arten zu töten. Spaziergängern ist das Betreten der Schutzgebiete nicht erlaubt. Ein herausragendes Rastgebiet für Gänse an der Ems ist das Naturschutzgebiet „Petkumer Deichvorland“ bei Emden, Teil des EU-Vogelschutzgebietes „V10 Emsmarschen Leer-Emden“, obwohl es nur 200 Hektar groß ist. Dieses Schutzgebiet schließt direkt an den Gesamtlebensraum für Wat- und Wasservögel „Dollart“ und das Wattenmeer an. Der Dollart als Meeresbucht gehört bereits teilweise zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer.

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Wasservogeljagd an der Ems: Gänsesafari bei Dunkelheit und Nebel, neue Kollateralschäden

Angeblich, aber nur gerüchteweise, plant die Stadt Emden einen Flyer, früher Faltblatt genannt, der für die Vorzüge der Gänsejagd im Naturschutzgebiet “Petkumer Deichvorland” an der Ems, Teil eines europäischen Vogelschutzgebietes, werben soll. Dem Wattenrat gelang es, über befreundete Jägerkreise einen Vorabdruck zu erhalten, den wir unseren Lesern nicht vorenthalten wollen!

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Gänsejagd an der Ems: lebende und tote Kollateralschäden

Flügelverletzte Nilgänse in Neermoor/LK Leer, 17. Nov. 2011

Während in diesen Tagen in Ostftriesland schon Fußballspiele wegen des dichten Nebels abgesagt und mehrere Boßlergruppen durch die Polizei von den Straßen geholt wurden, hält das Wasservogeljäger nicht von ihrem Hobby ab, bei völlig unsichtigem Wetter auf Gänse zu schießen, die sich bei dieser Sicht nicht nach Arten mit Jagdzeiten und Arten ohne Jagdzeiten unterscheiden können; das produziert strafbare Schonzeitvergehen! weiter »

EU-Vogelschutzgebiet Ems: Schüsse im Dunkeln, Gänsewacht und Polizei waren Zeugen

"Kollateralschaden": frischtote Blässgans nach der Jagd bei Dunkelheit und Nebel (nicht der Originalfundort, der ist 200 m entfernt!)

„Dunkel war´s, nichts war zu sehen, als die Polizei erschien“… bei den Gänseschießern im Naturschutzgebiet „Petkumer Deichvorland”.

Nur ist nichts Lyrisches an den Jagdverstößen im Schutzgebiet, klare Prosa ist angesagt. Es war wieder einmal soweit: Bei Dunkelheit und Nebel waren Wasservogeljäger wie in jedem Jahr im Naturschutzgebiet „Petkumer Deichvorland“ an der Ems, Teil eines EU-Vogelschutzgebietes, unterwegs. Deutlich waren schon zwischen 06.00 Uhr und 07.00 Uhr Schrotschüsse aus dem Schutzgebiet zu hören, bei Dunkelheit und Nebel mit späteren Sichtweiten zwischen 50 und 80 Metern! Sonnenaufgang war erst um 07.46 Uhr, jagdrechtlich darf aber schon 90 Minuten vor Sonnenaufgang bis 90 Minuten nach Sonnenaufgang gejagt werden, zulässiger Jagdbeginn in diesem Falle also ab 06.16 Uhr, aber nur wenn die Sichtverhältnisse dies zulassen; so sagt es der § 1 Absatz 3 der Bundesjagdzeitenverordnung weiter »

Zugvogeltage im Wattenmeer: Und wer redet von der Zugvogeljagd und Windenergie?

 

 Dr. h.c. Horst Stern zum 89. Geburtstag gewidmet:

Angeschossene Nonnengans, nicht jagdbare arktische Gans, mit offenem Schussbruch. Terborg/Ems, April 2011

Die dritten Zugvogeltage finden vom 22. bis 30. Oktober mit über 150 Einzelveranstaltungen von Borkum bis Wangerooge, vom Dollart bis Cuxhaven statt. Zugvögel als “Naturschauspiel” zu begucken ist sicher eine spannende und auch lehrreiche Angelegenheit. Viele dieser Vögel, verschiedene Gänsearten aus der Arktis, werden aber schon zwei Tage nach den Zugvogeltagen ab dem 01. November 2011 auch in Niedersachsen wieder ganz legal bejagt und getötet werden, auch in EU-Vogelschutzgebieten an der Ems, die an den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer direkt angrenzen. Die Vögel kennen diese menschengemachten Grenzen nicht und fliegen so aus dem Nationalpark direkt ins Schrotfeuer der Hobbyjäger, die ihnen dort auflauern, in der Vergangenheit auch verbotener Weise bei Dunkelheit, Nebel oder Schneetreiben, ohne dass man bei diesem Licht die Arten sicher ansprechen kann. Jagdverhältnisse also wie in Italien!

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Gänsewacht an der Ems: Artikel über Eilert Voß in der Ostfriesen Zeitung

Heute berichtet die Ostfriesen Zeitung (S.12, 13. Mai 2011) ganzseitig über Eilert Voß, der in jahrelanger Kleinarbeit akribisch Jagdverstöße an der Ems dokumentiert hat. Wir danken der OZ-Redaktion für die freundliche Überlassung. Trotz des rechtzeitigen fachlichen  Gegenlesens (shit happens!) ist auch uns ein kleiner Fehler im Beitrag entgangen: Bläss- und Ringelgänse dürfen (abweichend von der nds. Jagdzeitenverordnung) in [...]

Niederlande: Gänse sollen zu abertausenden umgebracht werden

Graugänse mit Jungen

#edit 30. Sept. 2011: Die niederländische Zweite Kammer hat eine Gesetzesinitiative zur Vergasung der Gänse mehrheitlich abgelehnt.

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Die niederländische Zeitung “de Gelderlander” meldet in ihrer online-Ausgabe vom 10. Mai 2001, dass die “Gänseplage” mit einer Population von dreihunderttausend Vögeln im Lande auf hunderttausend Vögel reduziert werden soll, durch Abschießen. Diese Meinung teilen die niederländischen Forstverwaltung „Staatsbosbeheer“, Bauern, Jäger und die Vogelschutzvereinigung „Vogelbescherming“, zusammengeschlossen in der Vereinigung „Ganzen-8“. Hintergrund sind die angeblichen Schäden, die die Gänse auf landwirtschaftlichen Flächen anrichten sollen. Gemeint sind die brütenden Graugänse in den Niederlanden.

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Neues von Jägerfront: Feuer im Wald und ein untergepflügter Weißstorch

Weißstorch auf trockenem Industrieacker, Archivbild Eilert Voß (C)

Die  positive öffentliche Selbstdarstellung von Hobbyjägern wird von der Wirklichkeit häufig relativiert. Wer die Wattenrat-Seiten aufmerksam liest, wird zu diesem Thema fündig. Neues von der Jagdfront aus dem Binnenland erreichte den Wattenrat:

In der Nähe von Nienburg an der Weser hatte am 30. April 2011 eine Gruppe von Jägern in einem Wald bei Schessinghausen abends ein Lagerfeuer entfacht.

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