
Verletzte flügellahme Blässgänse, nicht jagdbare Art in EU-Vogelschutzgebieten, hier NSG „Petkumer Deichvorland“/Ems, 25. Januar 2009

Verletzte flügellahme Blässgänse, nicht jagdbare Art in EU-Vogelschutzgebieten, hier NSG „Petkumer Deichvorland“/Ems, 25. Januar 2009
Der Hauptprofiteur des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) ist Aloys Wobben mit seiner Windkraftfirma Enercon in Aurich. Wobben erdiente sich, beflügelt durch das EEG und die garantierte hochsubventionierte Windstromeinspeisung für WKA-Betreiber, in zwanzig Jahren ein Milliardenvermögen mit der Herstellung und dem Verkauf von Windkraftanlagen. Bräche dieser strompreistreibende Stützpfeiler seines Wirtschaftens weg, müsste er kleinere Brötchen backen.
Fraß oder Frost, das ist hier die Frage. Zwei Zeitungsberichte mit zwei fast gleichen Bildern aus zwei verschiedenen Landstrichen, Ostfriesland und Verden/Aller, aber zum gleichen Thema machen deutlich, worum es in der Landwirtschaft häufig geht: um mehr Geld, und meistens um das Geld der Anderen. Bekanntlich erlebten wir trotz der ständigen Warnungen vor der Klimakatastrophe schon wieder einen sehr kalten Winter mit wochenlangem Dauerfrost, der auch das ausgesäte Wintergetreide schädigte. Auch in Ostfriesland war es sehr kalt, genau wie in Verden. Während in Ostfriesland die Schäden am Getreide fast ausschließlich den hier überwinternden arktischenGänsen in die Schnäbel geschoben werden, hat man sich in Verden an der Aller beim gleichen Schadensbild nachvollziehbar auf den Frost als Verursacher geeinigt. Weiterlesen
Die europäische Agrarpolitik stellt Dauergrünland unter ihren besonderen Schutz, zumindest auf dem Papier. Die EU-Vorgaben untersagen bzw. stellen weitere Grünlandumbrüche unter Genehmigungsvorbehalt, wenn der Rückgang der Dauergrünlandflächen auf Mitgliedsländerebene 5 % gegenüber dem Referenzjahr 2003 übersteigt. 2009 überstieg der Grünlandumbruch in Niedersachsen die vorgegebene 5 %-Grenze. In der Folge erließ die niedersächsische Landesregierung die Verordnung zur Erhaltung von Dauergrünland. Diese Verordnung verhinderte allerdings nicht den weiteren Verlust von artenreichem Dauergrünland: Seit 2010 wurden in Niedersachsen weitere 5.500 Hektar (55 Quadratkilometer!) Grünland in Ackerland umgebrochen, der vorgeschriebene Flächenausgleich erfolgte nicht immer in der vorgeschriebenen gleichen Qualität. Die Verordnung verlangt von den Landwirtschaftskammern die Prüfung der Anträge auch nach den Maßstäben der gesetzlich vorgeschriebenen Eingriffsregelung und des Artenschutzrechts. Nur diese Rechtsvorschriften können die ausreichende Qualität des Dauergrünlands sicherstellen (Wertigkeitsstufen I-V, I=schlechteste Qualität).
Der Umweltverband BUND („Freunde der Erde“) reagiert unglaublich dreist auf die Panorama-Berichterstattung vom 15. März 2012 „Geld statt Widerstand-Wie sich Umweltverbände kaufen lassen“ und zündet Nebeltöpfe. In der Sendung wurde vom Wattenrat und von der BI „Rettet die Ems“ moniert, dass der BUND Stiftungsgeld gegen Bares bei der Planung des Wattenmeer-Wind“parks“ Nordergründe bei Wangerooge gegen die Zurückziehung einer Klage beim Verwaltungsgericht Oldenburg kassierte oder an der Ems gegen millionenschwere Ems-Fonds-Mittel mit dem Land Niedersachsen gekungelt wird, der dem desolaten Zustand der Ems bisher nichts genützt hat.
Ein Kommentar von Manfred Knake zur Fernsehsendung Panorama: „Geld statt Widerstand – wie sich Umweltverbände kaufen lassen“, Das Erste, 15. März 2012, 21:45h. So die Ankündigung:
„Umweltverbände: Das sind die Anwälte der Natur, sie kämpfen gegen Verschmutzung und Zerstörung, treten ein für das Gute! Niemals würden sie gegen Geld ihren Protest zurückziehen. Doch die Realität sieht ziemlich anders aus: Immer wieder zahlen Firmen für geplante
Großprojekte Geld in eine Umweltstiftung und die Verbände verzichten im Gegenzug auf eine Klage. Ein Prinzip, das hervorragend funktioniert – zum Beispiel beim gigantischen Off-Shore-Windpark „Nordergründe“, der im Wattenmeer vor Wangerooge geplant ist, bei der Emsvertiefung für die Überführung riesiger Kreuzfahrtschiffe oder beim Ausbau des Lübecker Flughafens.Ablasshandel statt Protest„Kuhhandel“ – so nennen das aktive Naturschützer wie Manfred Knake, der sich seit Jahrzehnten für den Vogelschutz in der Nordsee einsetzt: „Die Funktionäre der Naturschutzverbände agieren derzeit völlig abgehoben. Sie haben ihre Ziele aus den Augen verloren. Haben ihre Anstrengungen verdoppelt, aber nicht Richtung Naturschutz, sondern in Richtung Geld.“ Die Naturschutzverbände argumentieren, mit den Millionen aus der Industrie könne man die Natur vor allem an anderer Stelle fördern – mit Hilfe der Stiftungen. Ob das die Naturzerstörungen tatsächlich ausgleichen kann, ist jedoch äußerst fraglich. Panorama über den Ablasshandel der Umweltverbände.
Stand: 15.03.2012 09:41 Weiterlesen
Es nannte sich „Kooperationsgespräch“ und es ging wieder einmal nur ums Geld und die weitere Vermarktung des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer. In Cuxhaven wurde ein „Zuwendungsvertrag“ zwischen der Nationalparkverwaltung und der Stadt Cuxhaven geschlossen, es fließt Geld in das dortige Nationalparkhaus: Über fünf Jahre wird ein jährlicher Zuschuss von 145.000 Euro zugesichert. „Hierdurch können wir auch in Zukunft verstärkt und weiter verbessert über das Wattenmeer als Weltnaturerbegebiet und Nationalpark informieren und viele Menschen begeistern. Cuxhaven wird dadurch im großen Welterbegebiet eine zentrale Stellung einnehmen“, wird der Oberbürgermeister Dr. Getsch in der Pressemitteilung der Nationalparkverwaltung (s.u.) zitiert.
Cuxhaven ist, platt gesagt, pleite. Die Stadt hat ein „strukturelles“ Haushaltsdezift von mehr als 30 Millionen Euro; ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor ist der Fremdenverkehr, die Vermarktung des „Weltnaturerbes“ als Instrument der Sanierung der Stadtfinanzen liegt also nahe. Die Verbesserung der Naturschutzsituation in diesem Großschutzgebiet kann damit kaum gemeint sein.
Gemeint mit der „zentralen Stellung“ im „Weltnaturerbe“ sind auch die Ausweisung von Flächen für Kitesurfer in eigentlich dafür verbotenen Zonen des Nationalparks mit Hilfe von rechtlich fragwürdigen „Befreiungen“ und ein Schild an der Autobahn, das für das „Weltnaturerbe“ werben soll.