Die Zauberlehrlinge: Projekt ´Strategie Wattenmeer 2100´

Langeoog: Strandaufspülung vor dem Pirolatal nach Sturmflut, Juli 2017, Foto: privat

Seit 2015 wird über das Projekt „Strategie Wattenmeer 2100“ berichtet. 2015 wurde unter dem damaligen Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Dr. Robert Habeck (B90/Die Grünen) in Schleswig-Holstein diese „Strategie“ erdacht, ausgehend vom Szenario, dass das Wattenmeer mit dem Meeresspiegelanstieg nicht mitwächst und der Mensch das Wattenmeer durch den Klimawandel nun retten muss. Da fragt man sich doch zunächst, wie das Wattenmeer überhaupt entstanden ist. Die Antwort: Durch den nacheiszeitlichen Meeresspiegelanstieg, seit ca. 12.000 Jahren. Nach dem Ende der Weichsel-Kaltzeit steigt der Meeresspiegel postglazial an, mal mehr, mal weniger, bis heute. Der Meeresspiegelanstieg ist also kein Phänomen unserer Zeit, wird aber alarmistisch für jeden Klima-Aktionismus verwandt. Derzeit steigt der Meeresspiegel mit 1,7 mm im Jahr oder 17 cm im Jahrhundert an („säkularer Anstieg“), so die Messungen  der Universität Siegen mit einem Bericht aus 2013. Das ist weniger als der früher gemessene Anstieg von ca. 25 cm im Jahrhundert.

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Nachruf: Hans-Georg Funda aus Holtgast verstorben

Hans-Georg Funda in Holtgast, 2002 – Foto (C): Manfred Knake

Elf Tage nach seinem 79. Geburtstag ist Hans-Georg Funda am 19. Oktober 2019 nach längerer Krankheit verstorben. Er hinterlässt seine Frau Jutta und eine Tochter. Hans-Georg Funda wohnte in dem sehr alten Landhaus „Alte Küsterei“ am Hogeweg in Holtgast. Das Grundstück, auf dem das Haus steht, gehörte zum Vorwerk des früheren Holtgaster Klosters Pansath. Hans-Georg Funda wurde in Ostpreußen in der Nähe von Königsberg geboren und wuchs kriegsbedingt in Duisburg auf. Hier lernte er den Beruf des Drogisten und Tierpräparators. Er arbeitet später zusammen mit seiner Ehefrau im Duisburger Zoo als Tierpfleger. Einige Jahre verbrachte er als Vogelwart auf der Insel Scharhörn. In den siebziger Jahren erwarb er das alte Haus in Holtgast. 1991 begann das Ehepaar Funda zusammen mit der Stadt Esens in Bensersiel das „Naturkundehaus“ einzurichten.

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Klima: ´Recherchezentrum CORRECTIV´: Faktenbefreites zum Wattenmeer

Das „Recherchezentrum“ CORRECTIV  gibt vor, „Recherche für die Gesellschaft“ zu betreiben: „Wir machen Journalismus für die Gesellschaft und mit der Gesellschaft“. Finanziert wird CORRECTIV von zahlungskräftigen Förderern, u.a. der Brost-Stiftung, der Rudolf-Augstein-Stiftung, der Schöpflin-Stiftung, der Governance & Citizen Engagement Initiative des Omidyar Network, der Bundeszentrale für politische Bildung oder der Open Society Foundation, die vom U.S.- amerikanischen Milliardär George Soros gestiftet wurde. Die Mitarbeiter von CORRECTIV nennen sich auch „Faktenchecker“, nur gerieten die „Fakten“ im nachfolgenden CORRECTIV-Beitrag gründlich daneben. Zwei CORRECTIV-Autoren äußerten sich klimaalarmistisch am 19. September 2019 zum Wattenmeer, gänzlich faktenbefreit:

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Windlobby: Kampfansage an den Artenschutz – ´Abbau von Genehmigungshemmnissen´

Foto (C): Manfred Knake

Der Ausbau der Windenergie stagnierte in den letzten Jahren, die Windenergiewirtschaft jammerte. Aber so schnell kann die Politik reagieren, wenn die unersättliche, vom Erneuerbare Energien Gesetz gemästete windige Lobby Dampf macht, um Genehmigungshemmnisse abzubauen. Nach dem „Windgipfel“ am 05. September 2019 in Berlin soll nun unter dem Deckmantel „Klimaziele“ der Ausbau der Windenergie an Land „marktorientiert“ (!) beschleunigt und die Rechtsmittel gegen den Ausbau eingeschränkt werden. Die am 07. Oktober 2019 vom Bundeswirtschaftsministerium vorgelegte „Aufgabenliste zur Schaffung von Akzeptanz und Rechtssicherheit für die Windenergie an Land“ (hier als .pdf: Staerkung-des-Ausbaus-der-Windenergie-an-Land) liest sich wie die politische Kampfansage an den Artenschutz.

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Anschlag auf die Eingriffsregelung: Entwurf der Bundeskompensationsverordnung

Die Eingriffsregelung, die nichts mit der Unterhose zu tun hat, ist ein wichtiges Instrument des Naturschutzes. Das sind die Ziele und Grundprinzipien der Eingriffsregelung, laut Veröffentlichung des Bundesamtes für Naturschutz:

„Die Eingriffsregelung nach §§ 13ff. BNatSchG hat zum Ziel, die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes und des Landschaftsbildes auch außerhalb der besonderen Schutzgebiete zu erhalten. Zu den häufigsten Eingriffstypen zählen Siedlungs- und Verkehrswegebauten. Eingriffe in Natur und Landschaft sind nach der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung vorrangig zu vermeiden. Sofern das nicht möglich ist, sind landschaftspflegerische Maßnahmen (sogenannte Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen) zu ergreifen. Mit diesem Vorgehen wird ein auf alle Schutzgüter des Naturhaushaltes und des Landschaftsbildes bezogener sowie ein flächendeckender Ansatz verfolgt.“

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´Norwegian Encore´: Und wieder ging ein Meyer-Schiff die zerschundene Ems runter

Plattenbau mit Rettungsbooten: „Norwegian Encore“ – Foto (C): Eilert Voß

Und wieder ging ein riesiger Musikdampfer – gebaut auf der Papenburger Meyer Werft im Binnenland – die Ems runter: Die „Norwegian Encore“ passierte am 01. Oktober 2019 mit Schlepperhilfe das Ems-Stauwerk bei Gandersum, das von den Medien beharrlich noch Ems-Sperrwerk genannt wird. Dieses Stauwerk wurde eigens für die Überführung der immer größer werdenden Meyer-Schiff von 1998 bis 2002 in die Ems gebaut, um den Wasserstand bei den Schiffsüberführungen an das seeschifftiefe Wasser der Nordsee „passend“ anheben zu können. „Sperrwerk“ dagegen klingt nach Sturmflutschutz. Dieser Emsabschnitt gehört zu einem europäischen Vogelschutzgebiet.

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Zeitschrift ´Nationalpark´: ´Weltnaturerbe oder Freizeitpark?´

Hinweisschild an einer Bundesautobahn, keine Fotomontage! Foto (C): Eilert Voß/Wattenrat Ostfriesland

Die Zeitschrift „Nationalpark“ aus dem Oekom-Verlag brachte im Heft 3/2019 einen Kurzbeitrag zum Zustand der Wattenmeer-Nationalparks in Deutschland. Dabei fanden auch kritische Anmerkungen des Wattenrates zum Niedersächsischen Großschutzgebiet Erwähnung. Zur Anzahl der Tagestouristen liegen dem Wattenrat keine Daten vor, aber zu den Übernachtungen. Allein in Niedersachsens Wattenmeernationalpark werden fast 17 Millionen Tourismusübernachtungen (pdf: Tourismus_IHK_Inseln_Kueste_2018) auf den Inseln und in den Küstenbadeorten von der Industrie und Handelskammer für Ostfriesland und Papenburg registriert – jährlich, ohne die Übernachtungen in der daran angrenzenden „dritten Linie“, und ohne die nicht registrierten Beherbergungsbetriebe. Dazu kommen die Übernachtungszahlen aus dem Bereich Cuxhaven („Cuxland“) mit noch einmal ca. 7 Millionen.

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Windenergie: EU-Kommission verfolgt Wattenrat-Beschwerde gegen Repowering in Utgast im Landkreis Wittmund nicht weiter

Windpark Utgast/Gemeinde Holtgast/LK Wittmund/NDS: Repowering mit Enercon-70 gegen abgängige Tacke-TW 600 – Foto (C): Manfred Knake

Seit 2015 berichtete der Wattenrat Ostfriesland der EU-Kommission in Brüssel über das Repowering im Windpark Utgast/Samtgemeinde Esens und beschwerte sich detailliert über die Missachtung der europäischen Vogelschutzrichtlinie im Genehmigungsverfahren durch den Landkreis Wittmund. Nach Recherchen des Wattenrates wurde es beim Ersatz der alten abgängigen und durch neue höhere und leistungsstärkere Enercon-Anlagen versäumt, die notwendigen und gesetzlich vorgeschriebenen Vogel- und Fledermausdaten zu erheben. Dennoch wurde vom Landkreis Wittmund die immissionschutzrechtliche Genehmigung erteilt. Die neuen Anlagen wurden zudem nur 200-300 Meter vom europäischen Vogelschutzgebiet V63 „Ostfriesische Seemarschen von Norden bis Esens“ errichtet, in dem auch die Umgehungsstraße Bensersiel rechtswidrig gebaut wurde.

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Umweltminister Olaf Lies (SPD) beim ´Politischen Frühstück´ in Esens: Windenergie und Umgehungsstraße Bensersiel mit wenig Harmonie

Minister Olaf Lies (SPD) stehend, Manfred Knake, ganz links am Fenster – Screenshot, Bildzitat, SPD-Esens, abgerufen am 17. Sept. 2019 https://www.spd-esens.de/2019/09/16/politisches-fruehstueck-mit-minister-olaf-lies-im-mehrgenerationenhaus/

Über den niedersächsischen Umweltminister Olaf Lies (SPD), früher Wirtschaftsminister des Landes, ist auf den Wattenrat-Seiten schon viel geschrieben worden. Am 14. September 2019 war es dann soweit. Manfred Knake (parteilos) vom Wattenrat hatte die Gelegenheit, persönlich mit dem Minister ins Gespräch zu kommen. Anlass war das „Politische Frühstück“ des Esenser SPD-Ortsvereins mit dem Umweltminister als Gast, das im Mehrgenerationenhaus „Im Giebel“ stattfand. Gäste waren laut SPD-Presseankündigung „willkommen“, Themen sollten die Windenergie und die Umgehungsstraße Bensersiel sein, die laut Bundesverwaltungsgerichtsurteil rechtswidrig in einem europäischen Schutzgebiet gebaut wurde und die daher seit Jahren für den Verkehr gesperrt ist.

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Sielachten in Ostfriesland: keine Transparenz bei der Wahl – ein Leserbrief

Schöpfwerk Pogum/Rheiderland – Gülle und Oberflächenwasser – Foto (C): Archiv Wattenrat 2017, Eilert Voß

Sielachten gehören zu den Wasser- und Bodenverbänden und sind Gebietskörperschaften. Der Vorsitzende ist ein Obersielrichter, der von Sielrichtern unterstützt wird. Die Bezeichnungen sind historisch und haben nichts mehr mit der heutigen Rechtssprechung durch ausgebildete Richter zu tun. Sielrichter sind überwiegend Landwirte, sie werden gewählt. Ihre Aufgabe ist die Sicherstellung der Entwässerung des Verbandsgebietes. Dazu gehört der Ausbau von Vorflutern (Niederschlagswasser aufnehmende Gräben) und der Bau und die Instandhaltung von Entwässerungseinrichtungen wie Sielen und Schöpfwerken. Die Siele mit den Schöpfwerken entwässern in das Wattenmeer und schließlich in die Nordsee. Auch die Reinigung der Sieltiefe (Tief= größerer Vorfluter) gehört dazu. In Ostfriesland sind alle Einwohner, die im Bereich von Sielachten wohnen, beitragspflichtig. Nur ist die Verbandsstruktur sehr undurchsichtig. Theoretisch kann jedes zahlende Mitglied aus dem Verbandsgebiet zum Sielrichter gewählt werden, sei es ein VW-Arbeiter, ein Schornsteinfeger oder ein Arzt. In der Praxis ist man aber „unner sück“, unter sich als Landwirt unter Landwirten. Das führt nicht selten zu Kritik, weil die Verbandsstruktur eben nicht den tatsächlichen Querschnitt der Beitragszahler zeigt und die Tätigkeiten der Sielachten intransparent, also eigentlich nicht mehr zeitgemäß sind.

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